St. Georg (Köln)

Köln, St. Georg
Köln, St. Georg
Ostchor: Rekonstruktion des Georg-Kruzifix
Ostchor: Rekonstruktion des Georg-Kruzifix

St. Georg ist eine der zwölf großen romanischen Basiliken in der Altstadt Kölns, deren Erhalt vom Förderverein Romanische Kirchen Köln unterstützt wird. Die ehemalige Stiftskirche wurde bereits 1059 begonnen. Sie ist dem Heiligen Georg geweiht.

Inhaltsverzeichnis

Architektur

Die Basilika St. Georg ist eine nach außen bescheiden wirkende dreischiffige Kirche mit einer nördlichen Vorhalle und einem quadratischen Westbau aus staufischer Zeit. Die drei Kirchenschiffe münden hinter dem Querbau in drei Apsiden. Die mittlere, der Chor, liegt höher als das gedrungene Langhaus. Die zwei kleineren Apsiden liegen ebenfalls höher und geben nur einen knappen Durchgang zum Chor frei. Wo einige Kölner romanische Kirchen einen hohen Westturm besitzen, findet sich bei St. Georgs nach dem Wiederaufbau statt des noch 1828 vorhandenen weiteren Stockwerks mit einer gewaltigen Barockhaube nur ein schlichtes Pyramidendach. Innen ist der Westbau aber reich ausgestaltet. Über einem drei Meter hohen Sockel ragt eine hohe Hängekuppel auf. Die Kreuzgratgewölbe des Kirchenschiffs aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die auf zwei zusätzlichen Pfeilern zwischen den Säulen ruhen, lassen die Halle niedriger erscheinen und erreichen nur in der Mitte die Höhe der ursprünglichen romanischen Holzdecke. Von der Vorhalle aus führt der Weg auch auf einen kleinen Friedhof mit dem Charakter und der Atmosphäre eines Kreuzgangs.

Ausstattung

Zur sehenswerten Ausstattung von St. Georg gehört die im Chor hängende Kopie des Georgs-Kruzifixes, dessen Original von 1067 als Torso im Museum Schnütgen aufbewahrt wird, sowie das Altarbild von Barthel Bruyn dem Jüngeren aus dem 16. Jahrhundert im südlichen Querschiff. Auf der Rückseite des rechten Bildflügels sind die Patrone der Basilika, St. Caesarius und St. Georg, dargestellt. Im Zentrum steht eine Beweinung Christi. Im Westbau befindet sich das ausdrucksstarke Gabelkreuz, ein Pestkreuz des 14. Jahrhunderts. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert stammen die farbigen Fenster Jan Thorn-Prickers.

Glocken

Das Geläut besteht aus folgenden drei Bronzeglocken:

1. Gloria-Glocke
Schlagton: b′, 322 kg, gegossen 1989 von Florence Hüesker (Gescher)
2. Harmonia-Glocke
Schlagton: es″, 152 kg, gegossen 1989 von Florence Hüesker
3. Kleine Glocke
Schlagton: g″, 60 kg, gegossen von Hans Hüesker (20 Jh.)

Fünf Glocken wurden durch Kriegseinwirkung vernichtet:

  • Glocke 1 (f ') von 1506, 1 100 kg
  • Glocke 2 (g') von 1553, 800 kg
  • Glocke 3 (h') von 1627, 375 kg
  • Glocke 4 (h') aus dem 18. Jh., 260 kg
  • Glocke 5 (g″) von 1733, 90 kg

Geschichte

St. Georg steht an der Stelle einer unmittelbar vor den römischen Mauern gelegenen römischen Polizeistation, von wo aus der Verkehr zwischen Bonn und dem Südtor der Kolonie überwacht wurde. Später wurde das Gebäude zu einer Kapelle umgebaut, und im 11. Jahrhundert kommt es unter Erzbischof Anno (1056-1075) in der vor den Mauern liegenden Gemarkung Oversburg zum Bau einer dreischiffigen Säulenbasilika samt Querbau. Die Seitenschiffe des Querbaus besaßen Tonnengewölbe, während das Langhaus von einer Holzdecke abgeschlossen wurde. Der ursprüngliche Westchor muss schließlich etwa einhundert Jahre später einem repräsentativen Westbau weichen, der allerdings nicht nach den ursprünglichen Plänen abgeschlossen wurde. Zudem wurde das Hauptschiff eingewölbt. Noch heute lassen sich in dem in die Straße hineinragenden Bau die Ansätze für eine Zwerggalerie erkennen. Weitere Bauphasen waren der Renaissance und dem Barock geschuldet. Die nördliche Vorhalle wurde 1551/52 errichtet und verband die Stiftkirche St. Georg mit der ehemaligen benachbarten bescheideneren Pfarrkirche St. Jakob (Köln), die 1928 bei der Anlage der Georgstraße niedergelegt wurde. St. Georg war nun Pfarrkirche. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kirche wegen drohender Einsturzgefahr von 1928 bis 1930 gründlich saniert. Die ursprüngliche romanische Farbigkeit wurde nicht wieder hergestellt, sondern dem aktuellen Zeitgeist entsprechend innen schlicht geweißt. Aus dieser Bauphase stammen die farbigen Fenster Thorn-Prikkers.

Die südliche Renaissancevorhalle von 1536 fiel den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Dem ebenfalls zerstörten barocken Dach des Westbaus folgte in der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche ein schmuckloses Pyramidendach.

Weblinks

Commons
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Quelle:
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