St. Ignatiuskirche (Frankfurt)

Die St. Ignatiuskirche ist eine katholische Kirche in Frankfurt am Main. Das Gemeindegebiet umfaßt den Stadtteil Westend-Nord und Teile des Nordends.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1919 gründeten Jesuiten auf Veranlassung des damaligen Bischofs von Limburg, Augustinus Kilian eine erste Ordensniederlassung im traditionell lutherischen Frankfurt. 1926 folgte die Gründung der Hochschule Sankt Georgen. Am 30. März 1930 entstand schließlich auch eine neue Pfarrgemeinde, die von Jesuiten betreut wurde. Aus Teilen der bisherigen Gemeinden St. Antonius im Westend und St. Bernhard im Nordend wurde die Ignatiusgemeinde gebildet, deren erste Kirche die besonders während der Zeit des Nationalsozialismus symbolhafte Adresse Im Trutz Frankfurt 50 trug. Bis heute ist der Gemeindepfarrer immer ein Jesuit.

Die erste Ignatiuskirche wurde im Krieg beschädigt und erwies sich zudem als zu klein. Die Metallgesellschaft stellte Anfang der 1960er Jahre ein Trümmergrundstück im Gärtnerweg für einen Kirchenneubau zur Verfügung und erwarb im Gegenzug die alte Kirche, um sie für einen Erweiterungsbau der Tochtergesellschaft Lurgi abzureißen.

Am 1. September 1963 wurde der Grundstein für den von Gottfried Böhm entworfenen Neubau gelegt. Bereits am 19. November 1963 konnte das Richtfest gefeiert werden und am 17. Oktober 1964, dem Gedenktag des Heiligen Ignatius von Loyola wurde die neue Kirche eingeweiht.

Architektur und Ausstattung

Die Kirche ist vollkommen aus Beton erbaut, symbolisiert jedoch ein Zelt. Mit der Raumgestaltung verbindet der Architekt ein liturgisches Konzept. Beherrscht wird der im ersten Stock gelegene Innenraum von einem großen dreieckigen Fenster über dem Altar, das den Brennenden Dornbusch zeigt. Das umlaufende Fensterband mit seinen Rosenblüten erinnert ebenfalls an den Dornbusch, aber auch an das Motiv des Rosenkranzes. Der Altarraum wird flankiert von zwei niedrigen Seitenkapellen.

Unter dem Kirchenraum befindet sich die Taufkapelle mit einem marmornen Taufbrunnen. Gottfried Böhm symbolisierte damit, daß der Eingang in die Kirche über die Taufe führt.

Im bemerkenswerten Kontrast zu dem nackten Waschbeton, der die Baukonstruktion prägt, stehen die barocken Figuren, mit denen der Innenraum ausgestattet ist. Im Turmaufgang befindet sich eine wahrscheinlich im frühen 17. Jahrhundert im Piemont entstandene Madonna mit dem Kind. Zu Füßen der Madonna liegt ein schlangenähnliches Ungeheuer, dem das Jesuskind auf den Kopf tritt.

Die kleine Pietà in der linken Seitenkapelle ist noch etwas älter. Auch sie stammt aus Oberitalien, vermutlich aus der Gegend von Domodossola.

Die rechte Seitenkapelle, wo sich ursprünglich die Beichtstühle befanden, wird heute als Abendmahlskapelle genutzt. Im März 2000 erwarb die Gemeinde zum siebzigjährigen Jubiläum ein Werk des amerikanischen Künstlers Robert Burke. Die fünf Tafeln mit dem Titel The Last Supper stellen das Gemälde Das Abendmahl von Leonardo da Vinci nach.

Gemeindeleben

Die Ignatiusgemeinde hat ca. 4000 Mitglieder. Zum 1. September 2007 wird die Gemeinde mit der bisherigen Antoniusgemeinde im südlichen Westend zur neuen Gemeinde St. Ignatius und Antonius zusammengelegt. St. Ignatius wird Pfarrkirche, St. Antonius Filialkirche der neuen Gemeinde.

Die Ignatiuskirche dient außerdem einer philippinischen und einer italienischen Gemeinde sowie der katholischen Hochschulgemeinde als Gottesdienststätte.

Weblinks

Quelle:
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