St. James's Day Fight

Die Seeschlacht bei North Foreland, auch als St. James's Day Fight, Tweedaagse Zeeslag oder Seeschlacht der zwei Tage bezeichnet, dauerte vom 4. August 1666 bis 5. August 1666. Nach dem damals in England gebräuchlichen Julianischen Kalender wird sie auch auf den 25. Juli bis 26. Juli datiert. Im Rahmen der Kampfhandlungen des Zweiten Englisch-Niederländischen Seekriegs" (1665–1667) folgte sie auf die "Seeschlacht der vier Tage" vom Juni desselben Jahres. Bereits im Ersten Englisch-Niederländischen Seekrieg (1652-1654) wurde eine Schlacht ausgetragen die als Schlacht bei North Foreland oder "Battle of the Gabbard" bezeichnet wird.

Auf englischer Seite kommandierten die "Generals at Sea" Prince Rupert und George Monk. Die Holländer kämpften unter Michiel de Ruyter (Hauptflotte), Jan Evertsen (Vorhut) und Cornelis Tromp (Nachhut). Die Stärke beider Flotten lag jeweils bei ca. 90 Kampfschiffen und 20 Brandern.

Verlauf der Schlacht

Am 4. August 1666 vormittags liefen die Holländer von Südwesten her an der englischen Küste entlang und stießen auf die englische Flotte. Beide Flotten schwenkten auf östlichen Kurs ein und entwickelten Kiellinien-Formationen, was bei den Holländern unvollkommen gelang. Die englische Flotte stand im Norden und hatten die Luv-Position. In dem laufenden Gefecht zwischen Vorhut und Hauptflotten fielen auf holländischer Seite nach kurzer Zeit sämtliche Admirale der Vorhut. Die holländische Nachhut unter Tromp machte aus einer etwas abseits stehenden Position heraus Jagd auf die Schiffe der englischen Nachhut, von denen sich einige zur Flucht wanden.

Die angeschlagene holländische Vorhut löste sich auf und suchte ebenfalls das Weite, mit ihr Teile der Hauptflotte. Es blieb de Ruyter überlassen, den Kampf mit etwa 20 Schiffen seiner Hauptflotte fortzusetzen, und so die Engländer zu beschäftigen. Er ermöglichte dadurch den Rückzug der holländischen Flotte, was als eine seiner Meisterleistungen gilt.

Am Morgen des 5. August war von Tromps Geschwader nichts zu sehen. De Ruyter deckte mit acht Schiffen weiterhin das Eintreffen der versprengten holländischen Flotte an der Küste der Niederlande, wo sie sich zwischen den flachen Sänden dem Zugriff der Engländer entzog. Tromp, der zeitweise in Gefahr war, von der Rückkehr abgeschnitten zu werden, erreichte die Flotte erst am nächsten Tag.

Die Verluste der Holländer betrugen nach eigenen Angaben 1 000 Mann (darunter die Admirale Jan Evertsen, Tjerk Hiddes de Vries und Rudolf Coenders) und zwei Schiffe (Sneek und Tholen), die der Engländer 300 Mann und ein Schiff (HMS Resolution). Über die Verluste gibt es auch andere Angaben. England beherrschte die See, während die holländische Flotte nur durch die umsichtige Führung de Ruyters vor der Zerschlagung bewahrt wurde. Der Ausgang der Schlacht war in etwa umgekehrt wie der der vorangegangenen Seeschlacht der vier Tage im Juni des gleichen Jahres, jedoch mit geringeren Verlusten. Die englische Seeherrschaft ermöglichte am 18. August die Vernichtung von 150 holländischen Handelsschiffen bei Terschelling durch ein Geschwader unter Sir Robert Holmes, siehe Massenversenkung bei Terschelling.

Literatur

  • Helmut Pemsel: Seeherrschaft Bd. 1, Bernard & Graefe Verlag (zahlreiche Skizzen)
Quelle:
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