St.-Gotthard-Gymnasium

St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich
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Logo des St.-Gotthard-Gymnasiums
Schultyp: Musisches und sprachliches Gymnasium, Ganztagsschule
Anschrift: Hengersberger Straße 19
94557 Niederalteich
Bundesland: Bayern
Schulträger: Kloster Niederaltaich
Gründungsjahr: 1946 (Wiedereröffnung)
Schülerzahl: 802
Schulleiter: Gerhard Gilch, OStD i.K.
Website: www.st-gotthard-gymnasium.de

Das St.-Gotthard-Gymnasium ist ein staatlich anerkanntes musisches und sprachliches (früher: neusprachliches) Gymnasium in Niederalteich (Landkreis Deggendorf, Bayern). Sein voller Name lautet St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich. Schulträger ist die Abtei Niederaltaich. Seit 2006 erfolgt der Ausbau des Tagesheimbetriebs (Klassen 5 bis 8) zu einer Ganztagsschule (Klassen 5 bis 10). Damit verbunden ist auch eine umfassende Renovierung des Schulgebäudes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schulname

Der Schulname St.-Gotthard-Gymnasium geht auf den Heiligen Gotthard (Godehard), Abt von Niederaltaich (996 bis 1022) und Bischof von Hildesheim, zurück. Erstmals taucht der Name im Jahre 1723 auf, als Abt Joscio Hamberger ein „Seminarium in honorem Sancti Godehardi“ einrichtete. Schließlich wird das „Schulheim St. Gotthard“ im Jahre 1985 in „St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich“ umbenannt.

Vorgeschichte

Die schon seit der Gründungszeit des Klosters Niederaltaich (731 bzw. 741) bestehende Schultradition wurde durch die Säkularisation der bayerischen Klöster im Jahre 1803 jäh unterbrochen. Nach Wiederbegründung der Abtei im Jahre 1918 wurde auch der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Diesen Bemühungen setzten jedoch die nationalsozialistischen Machthaber im Jahre 1941 ein Ende, als sie die Schließung des „Seminars St. Gotthard“ anordneten.

Wiedergründung

Im Jahre 1946 genehmigte die amerikanische Militärregierung die Wiedererrichtung einer vierklassigen Lateinschule. Bereits ein Jahr später, 1947, erfolgte die Ausweitung des im Schuljahr 1946/47 wiederaufgenommenen Schulbetriebs zu einem sechsklassigen Progymnasium, das wiederum im Jahre 1949 zu einem "Deutschen Gymnasium" (siebenjähriges Vollgymnasium) ausgebaut wurde. Damit war es erstmals im Jahre 1956 möglich, einen Abiturjahrgang in Niederalteich zu entlassen.

Konzeptionelle Weichenstellungen

In den folgenden Jahren erhielt das St.-Gotthard-Gymnasium viele Neuerungen, die das Konzept der Schule bis heute prägen: 1965 erfolgte die Zulassung von Mädchen (seit 1987 stellen sie die Mehrheit der Schüler dar) und evangelischen Schülern, im Jahre 1967 wurde das neunjährige Gymnasium, 1968 das Tagesheim (vier Tage die Woche integrierter Ganztagesunterricht für die Klassen 5-8) eingeführt, schließlich richtete man im Jahre 1970 den neusprachlichen Zweig ein.

Errichtung des Neubaus

Diese Neuerungen hatten einen konstanten Anstieg der Schülerzahlen zur Folge, was eine grundsätzliche Lösung in der Raumfrage erforderlich machte. So errichtete die Abtei zwischen 1971 und 1973 den Neubau des Gymnasiums, der 1980/81 durch eine Doppelturnhalle ergänzt wurde. Seit 1983 verfügt das Gymnasium über eine Computeranlage, seit 1997 über einen Internetanschluss. Eine sehr intensive Schulpartnerschaft zur „Institution Sévigné“ (zwischenzeitlich auch mit dem „Lycée Beauséjour“) in Narbonne (Frankreich) besteht seit 1993.

Ausbau zur Ganztagsschule

Im Jahr 1968 wurde das Tagesheim gegründet. Nach mehreren Veränderungen in den 80er Jahren ging man in den 90er Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg verstärkt daran, das Konzept zu verändern. Daraus entstand nach und nach das Niederalteicher Modell der Ganztagsschule. Es ist gekennzeichnet durch einen rhythmisierten Tagesablauf, d.h. Phasen des Lernens, des Übens, das gemeinsame Essen und die Freizeit sind über den ganzen Tag verteilt. Mit Schreiben vom 17. März 2004 wurde das St.-Gotthard-Gymnasium dann vom Kultusministerium offiziell als Ganztagsschule anerkannt. Einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung brachte das Jahr 2006. Durch die Sanierung des Gebäudes und den Anbau ist es nun möglich, die Ganztagsschule auf die Jahrgangsstufen 9 und 10 auszudehnen. Entsprechende Konzepte wurden von der Steuergruppe ausgearbeitet und werden zur Zeit gemeinsam mit Vertretern der Schüler und Eltern weiterentwickelt.

Internat

Von 1946 bis 1994 existierte neben dem St.-Gotthard-Gymnasium ein Internat für Jungen. War anfangs die Schule vollends durch das Internat geprägt, so ließ diese Verbindung durch den zunehmenden Besuch durch externe Schüler (und Schülerinnen) immer mehr nach. So ging die Zahl der Internatsschüler stetig zurück, bis im Jahre 1991 die Schließung des Internats beschlossen werden musste. Diese erfolgte dann endgültig im Jahre 1994.

Internatsdirektoren
  • P. bzw. Abt Emmanuel Maria Heufelder OSB (1946–1955)
  • P. Augustinus Rottmann OSB (1955–1958)
  • P. bzw. Abt Placidus Stieß OSB (1958–1988)
  • P. Ratmund Kulman OSB (1988–1994)

Schuldaten

Im Schuljahr 2005/2006 besuchten 802 Schülerinnen und Schüler (483 Mädchen, 319 Jungen) das St.-Gotthard-Gymnasium, davon 396 im musischen und 284 im sprachlichen Zweig (ohne Kollegstufe). Diese wurden von 61 hauptamtlichen und acht nebenamtlichen Lehrern unterrichtet. Der Einzugsbereich des St.-Gotthard-Gymnasiums geht weit über den Landkreis Deggendorf hinaus, wobei die Mehrheit der Schüler aus dem näheren Umkreis von Niederalteich und aus dem Bayerischen Wald entstammt.

Schulleiter

Als Schulleiter fungierten:

  • P. bzw. Abt Emmanuel Maria Heufelder OSB (1946–1951)
  • P. Hildebrand Dußler OSB (1951–1953)
  • P. Bernhard Strobel OSB (1953–1973)
  • Dr. Rudolf Enghofer (1973–1981)
  • Rupert Lienert (1981–1987)
  • Wilhelm Hundsrucker (1987–1992)
  • P. Ludger Kreye OSB (1992–2003)

Seit August 2003 steht Gerhard Gilch, selbst ehemaliger Schüler des Gymnasiums (Absolvia 1968), an der Spitze des St.-Gotthard-Gymnasiums. Ihm zur Seite stehen Hubert Kaineder als Stellvertreter und Rainer Müller (Absolvia 1965) als Mitarbeiter im Direktorat.

Schulphilosophie

Das St.-Gotthard-Gymnasium ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium in freier kirchlicher Trägerschaft. Als traditionsreiche Klosterschule der Benediktiner versteht sie sich als eine Institution, welche die Erziehung und Bildung der jungen Menschen von dem christlichen Menschenbild her gedeihen lassen will. Das Schulklima prägt der musische Zweig und daher die hohe Wertschätzung der kreativen Fächer Musik und Kunsterziehung, die also neben der religiösen Dimension zu einer ganzheitlichen Erziehung der Schüler beitragen. Diese Ganzheitlichkeit wird durch das Ganztagssystem verstärkt, in welchem Schüler neben dem Pflichtunterricht Mittag essen, Freizeitangebote wahrnehmen (Neigungsgruppen), die Hausaufgaben anfertigen und mittels innovativer pädagogischer Ansätze ihr Wissen festigen und vertiefen können – unter Begleitung durch die Lehrkräfte. Dieses Ganztagesschulkonzept erklärt auch die hohe Wertschätzung außerschulischer Aktivitäten und die Tätigkeit schulnaher Gruppierungen, die von Ehemaligen getragen werden.

Schulnahe Gruppierungen

Neben zahlreichen Musikgruppen, die das St.-Gotthard-Gymnasium im Laufe der Jahre hervorgebracht hat und die das kulturelle Leben im Landkreis Deggendorf prägen, wird das Schulleben durch folgende Gruppierungen mitgestaltet:

Fördergemeinschaft St. Gotthard e. V.

Die Fördergemeinschaft St. Gotthard e. V. besteht seit 1967 und versteht sich als Zusammenschluss aller Ehemaligen, Freunde und Förderer des St.-Gotthard-Gymnasiums. Ihr Vorsitzender ist Andreas K. Köck (Absolvia 1991).

Förderverein Schülerzeitung e. V.

Der Förderverein Schülerzeitung e. V. wurde im Jahre 1998 gegründet mit dem Zweck, den Journalismus am St.-Gotthard-Gymnasium, insbesondere die Schülerzeitung „Der Spickzettel“ (seit 1995), zu fördern. Geleitet wird der Verein durch Michael F. Schweikl (Absolvia 1998).

Pueri Cantores Altahensis

Der Knabenchor der Abtei Niederaltaich wurde im Jahre 2001 durch P. Romanos Werner OSB gegründet. Dieser Chor, der sich aus ehemaligen und aktuellen Schülern des St.-Gotthard-Gymnasiums zusammensetzt, versteht sich als Bindeglied zwischen Abtei und Schule.

Literatur

  • Fördergemeinschaft St. Gotthard e. V. (Hrsg.), St.-Gotthard-Gymnasium Niederaltaich. 1946/47-1996/97. 50 Jahre St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich. Ein Rückblick auf die Schulgeschichte seit der Wiedereröffnung1946/47, Tiefenbach 1998.
  • St.-Gotthard-Gymnasium (Hrsg.), St.-Gotthard-Gymnasium Niederaltaich. Jahresbericht des Gymnasiums und der Fördergemeinschaft, 1967ff (jährlich erscheinender Jahresbericht).

Weblinks

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