Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau (polnisch: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau) ist eine Gedenkstätte in Oświęcim und umfasst die zwei Konzentrationslager KZ Auschwitz I und KZ Auschwitz-Birkenau (auch: KZ Auschwitz II). Erinnert wird an die Morde und die Lager während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Das Museum wurde am 2. Juli 1947 auf Beschluss des polnischen Parlaments gegründet. Die Fläche beträgt 191 Hektar, wobei 20 ha zu Auschwitz I und 171 ha zu Auschwitz II gehören.

Seit 1979 gehört das ehemalige Konzentrationslager zum Weltkulturerbe. Über 25 Millionen Besucher haben seit der Eröffnung das Museum besichtigt.

Orte des Gedenkens sind: Auschwitz I (das Stammlager), das Lager Birkenau (A. II), die Bahn-Nebenrampe zwischen den Konzentrationslagern Auschwitz und Birkenau, die in den Jahren 1942 – 1944 als „Entladestation“ diente. Die drei Kilometer zwischen den ehemaligen Lagern Auschwitz und Birkenau können zu Fuß bewältigt werden. Das Museum ist in verschiedenen Originalbauten untergebracht.

Seit Beginn der neunziger Jahre besichtigten es jährlich eine halbe Million Menschen. 2006 besichtigten ungefähr eine Millionen Menschen das ehemalige deutsche Konzentrationslager Auschwitz. Die Zahlen der Besucher der erhaltenen Gebäude und der Ausstellungen des Staatlichen Museums sind über die Jahre hinweg konstant gestiegen. Auch 2006 übertraf sie die Zahl des vorangegangenen Jahres.

Menschen aus 94 verschiedenen Staaten besuchten Auschwitz. Die Aufgliederung der Besucher nach Herkunftsländern ist ähnlich der im Jahr 2005: Aus Polen 341.000. Die nächstgroßen Zahlen kommen aus USA (96.000), Großbritannien (57.200), Italien (51.000), Deutschland (50.200), Frankreich (39.100), Israel (37.200), Südkorea (35.400), Norwegen (30.600) und Spanien (23.300).

Geschichte

Nachdem die Sowjetunion das Lager 1947 an Polen übergab, erklärte das Parlament am 2. Juli 1947 das Gelände zu einem Museum. Zeitgleich wurde die erste Ausstellung in den Baracken des Stammlagers gezeigt.

Zum siebten Jahrestag des ersten Transports polnischer Gefangener nach Auschwitz wurde die Ausstellung unter der Mithilfe von ehemaligen Häftlingen überarbeitet. Diese wurde aber stark durch die Zeit des Kalten Kriegs beeinflusst, indem neben Bildern von jüdischen Ghettos auch Fotos aus Slums in den USA zu sehen waren. In den 50er Jahren wurde das Stammlager restauriert.

Nach dem Tod von Stalin wurde 1955 eine neue Ausstellung konzipiert, die in dieser Form noch heute vorhanden ist. 1959 erhielt jedes Land mit Opfern in Auschwitz das Recht eine eigene Ausstellung zu präsentieren. Hingegen wurden Opfergruppen wie Homosexuellen, Zeugen Jehovas, Roma, Sinti und Jenischen dieses Recht verwehrt. Dem Staat Israel verweigerte die polnische Regierung 1963 die Erlaubnis für eine eigene Ausstellung mit der Begründung, dass die im Lager Auschwitz ermordeten Juden nicht Staatsbürger Israels waren. Im April 1968 eröffnete die Jüdische Ausstellung nach dem Entwurf von Andrzej Szczypiorskis. 10 Jahre später wurde die Jüdische Ausstellung neugestaltet. Zu einem Eklat kam es 1979 als Papst Johannes Paul II. auf seiner ersten Polenreise in Birkenau eine Messe zelebrierte und das Lager als Golgatha unserer Zeit bezeichnete.

1967 wurde auf dem Gebiet von Auschwitz II zwischen den Krematorien das erste größere Denkmal, das Internationale Mahnmal für die Opfer des Faschismus, eingeweiht. Erst in den 1990er Jahren begann man damit, Informationstafeln aufzustellen. Zu dieser Zeit wurden auch die Gleise der Rampe im Lager erneuert. Der Stacheldraht wird auch ständig ausgetauscht.

1962 wurde eine Schutzzone um das Museum in Brzezinka/Birkenau und 1977 eine um das Museum in Oświęcim (Auschwitz) festgelegt, um den historischen Zustand des Lagers zu erhalten. Diese Zonen wurden 1999 als Gesetz durch das polnische Parlament bestätigt.

Siehe auch

Literatur

  • Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945. Rowohlt, Hamburg 1989. ISBN 3-498-00884-6
  • Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Katalog zur ständigen Ausstellung im Block 13. Heidelberg, 2001.
  • Franciszek Piper: Die Zahl der Opfer von Auschwitz aufgrund der Quellen und der Erträge der Forschung 1945 bis 1990. Verlag Staatliches Museum in Oświęcim 1993, ISBN 8385047174.
  • Verlag Staatliches Museum in Oświęcim: An information and guidebook to the Museum exhibitions. Arranged according to the accepted visitors‘ route through the main exhibition (blocks 4, 5, 6, 7, 11) and specific objects (the crematorium, gas chamber, and gallows). (engl.; Kurzer Führer durch das Museum)
  • Verlag Staatliches Museum in Oświęcim: Protecting For the Future. An International Preservation Conference in Oświęcim, June 23-25, 2003. 2004, ISBN 83-88526-55-3 (engl. Wissensch. Konferenz um Erhalt und Präsentation der Museen in Oswiecim)

Weblinks

Quelle:
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