Staatspark Fürstenlager

Das Fürstenlager wurde um 1790 durch die Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt in Auerbach (heute ein Stadtteil von Bensheim) als Sommerresidenz errichtet.

Herrenhaus des Fürstenlagers
Herrenhaus des Fürstenlagers
Brunnenanlage mit Wachhaus im Februar 2006
Brunnenanlage mit Wachhaus im Februar 2006
Das Fürstenlager im Jahr 1905
Das Fürstenlager im Jahr 1905

In einem ca. 42 Hektar großen Park mit über 50 exotischen Bäumen und Sträuchern, z. B. dem mit 53 m Höhe größten und mit ca. 150 Jahren einem der ältesten Mammutbäume Deutschlands, sind die Gebäude in der Art eines Dorfes angeordnet.

Die wichtigsten Gebäude im Staatspark sind:

  • Herrenhaus
  • Prinzenbau
  • Damenbau
  • Wache
  • Meierei
  • Konditoreibau
  • Kavaliersbau
  • Fremdenbau

Im Park verstreut befinden sich weitere Bauten wie:

  • Eremitage
  • Champignons
  • eine Grotte
  • das Luisendenkmal
  • ein Freundschaftsaltar

Nicht mehr erhalten geblieben sind:

  • Teehäuschen
  • Tempelchen
  • eine russische Kapelle

Im Herrenhaus befindet sich seit 1970 das „Parkhotel Herrenhaus“.

Neben dem bereits erwähnten Mammutbaum sind von der fremdländischen Vegetation noch Sumpfzypressen, Sicheltannen, dunkel blühende Magnolien, Buschkastanien und Ginkgos erwähnenswert. Heute ist der Park ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Geschichte

1730 weist der Amtsphysikus Johann David auf eine kleine eisenhaltige Quelle im Tal der Roßbach hin. 1739 finden dort erstmals Grabungen statt, bei denen drei beieinander liegende Quellen gefunden und für den Badebetrieb hergerichtet werden. 1740 verschlämmt die Quelle und wird 1766 erneut erschlossen. 1767 wird die bis heute erhaltene rotundenförmige Brunnenfassung gebaut. 1768 werden zwei Wohnpavillions gebaut und die ersten Alleen angelegt. 1783 besuchen der erkrankte Erbprinz Ludwig und seine Gemahlin Luise zum ersten mal das Fürstenlager. Nach der Genesung des Prinzen verbringt das Paar von nun an regelmäßig die Sommermonate im Fürstenlager. Während der Bautätigkeiten zwischen 1790 und 1795 entstehen alle Gebäude, bis auf den Fremdenbau. Nach dem Tod des Herzogenpaares 1829/30 ist die große Zeit des Fürstenlagers vorbei. Der Mineralgehalt der Quelle ist gesunken, und es gibt nur noch einen eingeschränkten Kurbetrieb. 1918 geht das Fürstenlager in den Besitz des Volksstaates Hessen über. 1953 übernehmen die Staatlichen Schlösser und Gärten die Verwaltung. Kultur- und kunsthistorisch ist das Fürstenlager in seiner Gesamtheit heute von hohem Wert.

Literatur

Dieter Griesbach-Maisant: Kulturdenkmäler in Hessen. Theiss, 2004, ISBN 3-806-21905-2.

Weblinks

Quelle:
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