Staatsratsgebäude

Das Staatsratsgebäude
Das Staatsratsgebäude
Das Schlossportal
Das Schlossportal
Ausschnitt aus dem Fenster im Gebäude des ehemaligen Staatsrates der DDR von Walter Womacka in Berlin.
Ausschnitt aus dem Fenster im Gebäude des ehemaligen Staatsrates der DDR von Walter Womacka in Berlin.
Der frühere Marx-Engels-Platz vom Berliner Fernsehturm aus: Palast der Republik und dahinter das Staatsratsgebäude
Der frühere Marx-Engels-Platz vom Berliner Fernsehturm aus: Palast der Republik und dahinter das Staatsratsgebäude
Staatsratsgebäude auf dem nie in Umlauf gekommenen 500-Mark-der-DDR-Geldschein
Staatsratsgebäude auf dem nie in Umlauf gekommenen 500-Mark-der-DDR-Geldschein

Das Staatsratgebäude wurde in den Jahren 1962 bis 1964 errichtet, um den Staatsrat der DDR zu beherbergen. Es befindet sich am Marx-Engels-Platz 1 (seit 1994 wieder Schloßplatz) in Berlin-Mitte und wurde auch für Auszeichnungsveranstaltungen und diplomatische Empfänge genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Architektur

Die Architektur des Gebäudes kann als erster Ausdruck der stilistischen Sachlichkeit in der DDR-Baukunst der 60er Jahre gelten. Das Architektenkollektiv Roland Korn und Hans-Erich Bogatzky legte damit den Grundstein für die Ost-Moderne.

In die Fassade asymmetrisch integriert ist das so genannte „Karl-Liebknecht-Portal“, das ehemalige Portal IV des Stadtschlosses, von dessen Balkon aus Karl Liebknecht am 9. November 1918 die „sozialistische Republik“ ausgerufen hatte. Mehr als zehn Jahre nach der finalen Sprengung des Schlosses wieder aufgebaut, besteht das Portal jedoch nur noch zu 20 Prozent aus Originalteilen. Die Integration des berühmten Balkons in das Staatsratsgebäude war Symbol für die Verwirklichung der Ziele Karl Liebknechts und der Novemberrevolution in Form der sozialistischen DDR.

Unterstrichen wird dieser Anspruch durch ein gebäudehohes Glasbild des Künstlers Walter Womacka in Foyer und Treppenhalle, das die Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland aus Sicht der SED darstellt. Darin wird der sozialistische Spartakusbund Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts mit der traditionellen Arbeiterbewegung verknüpft, deren höchste Entwicklungsstufe in der DDR, dem ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden, präsent war.

Nutzung

Von seiner Fertigstellung bis zum 5. April 1990 diente das Gebäude seinem zugedachten Zweck. Als Vorsitzende des Staatrats arbeiteten nacheinander in dem Gebäude Walter Ulbricht (bis 1973), Willi Stoph (1973–1976), Erich Honecker (1976–1989), Egon Krenz (24. Oktober 1989–6. Dezember 1989) und schließlich Manfred Gerlach (6. Dezember 1989–5. April 1990).

In den folgenden Jahren wurde die repräsentative Adresse keiner geregelten Nutzung zugeführt. Zwischenzeitlich befand sich ein Informationszentrum zum Hauptstadtbau in den Räumlichkeiten.

Von 1999 bis 2001 zur Fertigstellung des neuen Bundeskanzleramtes am Reichstagsgebäude hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Berliner Dienstsitz im Staatsratsgebäude.

Sanierung

Das seit 1993 unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde von 2003 bis 2005 für 35 Millionen Euro grundsaniert und für Schulzwecke umgebaut. Die Machtsymbole der DDR sind bei der denkmalgerechten Sanierung erhalten geblieben, darunter das Glasbild von Womacka sowie ein Mosaik des DDR-Staatswappens mit Hammer und Zirkel nach einem Entwurf von Heinrich Jungbloedt in einem Vorlesungssaal.

Seit Anfang 2006 nutzen zwei private Hochschulen, die Managerhochschule European School of Management and Technology (ESMT) sowie die Hertie School of Governance, das ehemalige Staatsratsgebäude. Das Gebäude wird ihnen vom Bund kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Literatur

  • Philipp Meuser: Schlossplatz Eins: European School of Management and Technology = Schlossplatz One: European School of Management and Technology, DOM Publishers, Berlin 2006, ISBN 3-938666-03-X.

Weblinks

Quelle:
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