Der Stabschef des Weißen Hauses (engl: White House Chief of Staff) ist der ranghöchste Mitarbeiter im Executive Office des Präsidenten der Vereinigten Staaten, welches im Weißen Haus angesiedelt ist. Dieser Posten kann sehr machtvoll sein, der Stabschef wurde historisch auch schon mal als der "zweitmächtigste Mann in Washington" (nach dem Präsidenten) bezeichnet.
Die Aufgaben des Stabschefs hängen stark vom Präsidenten ab, allerdings ist er (bisher war jeder Stabschef männlich) im allgemeinen für die Verwaltung des restlichen Personals und des Kalenders des Präsidenten zuständig. Der Stabschef hat außerdem die Pflicht, den Zugang zum Präsidenten zu kontrollieren. Außerhalb der formellen Amtsbeziehung ist der Stabschef oft der wichtigste politische Berater des Präsidenten und oft auch ein enger Freund.
Einige Präsidenten, so John F. Kennedy, verzichteten auf die Einsetzung eines Stabschefs. Präsident Carter hatte erst am Ende seiner Amtszeit einen. Alle Präsidenten außer Truman und Johnson hatten mehrere Stabschefs. Die Arbeit eines Stabschefs ist stressig und zeitintensiv, deshalb beläuft sich die durchschnittliche Amtszeit auf lediglich zweieinhalb Jahre.
Die meisten Stabschefs waren vorher Politiker, und viele führen ihre politische Karriere später fort. Beispiele dafür sind Nixons Stabschef Alexander Haig, der später Außenminister wurde, Gerald Fords Stabschef Dick Cheney, der derzeitige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, und Donald Rumsfeld, der ehemalige Verteidigungsminister der Bush-Regierung.
Kritiker bemängeln, dass sich ein aktiver Stabschef unter einem eher passiven Präsidenten, der sich aus den Details der Regierungsarbeit heraushält, zu einem Quasi-Premierminister entwickeln kann. Solche Beziehungen sind in einigen präsidialen Systemen, wie sie in Frankreich oder Russland bestehen, üblich. Dabei unternimmt der Premierminister die alltägliche Regierungsarbeit während der Präsident sich hauptsächlich mit größeren Projekten beschäftigt. Während der Präsidentschaft Ronald Reagans übten James Baker und Donald Regan ihr Amt wie Quasi-Premierminister aus. Howard Baker, der Donald Regan als Stabschef folgte, stand solch einer Situation eher kritisch gegenüber.
Im Vergleich dazu wird Andrew Card, der Stabschef in der Bush-Regierung bis zum 14. April 2006, nicht als sehr machtvoll angesehen. Dies ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass Bush lieber direkt mit seinen Ministern agiert. Ebenso waren Präsident Clintons Stabschefs aufgrund von Clintons arbeitssüchtiger Persönlichkeit, die immer den direkten Zugang zum Regierungsgeschehen suchte, im Allgemeinen relativ machtlos.
Dem Stabschef stehen ein oder mehrere Stellvertreter zur Seite. Zur Zeit sind dies Karl Rove und Joe Hagin.
| Stabschef | Präsident | Jahre |
|---|---|---|
| John R. Steelman | Harry Truman | 1946 - 1952 |
| Sherman Adams | Dwight D. Eisenhower | 1953 - 1958 |
| Wilton Persons | 1958 - 1961 | |
| vakant | John Kennedy | 1961 - 1963 |
| W. Marvin Watson | Lyndon Johnson | 1963 - 1968 |
| Harry Robbins Haldeman | Richard Nixon | 1969 - 1973 |
| Alexander Haig | 1973 - 1974 | |
| Donald Rumsfeld | Gerald Ford | 1974 - 1975 |
| Dick Cheney | 1975 - 1977 | |
| vakant | Jimmy Carter | 1977 - 1979 |
| Hamilton Jordan | 1979 - 1980 | |
| Jack Watson | 1980 - 1981 | |
| James Baker | Ronald Reagan | 1981 - 1985 |
| Donald Regan | 1985 - 1987 | |
| Howard Baker | 1987 - 1988 | |
| Kenneth Duberstein | 1988 - 1989 | |
| John H. Sununu | George H. W. Bush | 1989 - 1991 |
| Samuel K. Skinner | 1991 - 1992 | |
| James Baker | 1992 - 1993 | |
| Mack McLarty | Bill Clinton | 1993 - 1994 |
| Leon Panetta | 1994 - 1997 | |
| Erskine Bowles | 1997 - 1998 | |
| John Podesta | 1998 - 2001 | |
| Andrew Card | George W. Bush | 2001 - 2006 |
| Joshua Bolten | seit 2006 |
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