Der Stabskapitän ist ein historischer militärischer Dienstgrad, der im preußischen und russischen Heer verwendet wurde. Er hatte eine Dienststellung zwischen dem Premierleutnant (später Oberleutnant) und dem Hauptmann/Rittmeister. Er vertrat den eigentlichen Hauptmann und Kompaniechef häufig in dessen Abwesenheit.
Das konnte allerdings auch dauerhaft sein, wenn dieser meist adlige Hauptmann z. B. gar kein "Interesse" an der Kompanieführung hatte - aber aus Prestige- und Statusgründen auf den Dienstgrad "Hauptmann" und das Tragen der Uniform im Rahmen der Kompaniewirtschaft angewiesen war.
In der Armee Friedrichs des Großen waren der Chef, der Oberst und die übrigen Stabsoffiziere eines Regiments jeder Chef einer Kompanie innerhalb des Regiments und bezogen neben ihrem Dienstgrundgehalt die damals bedeutenden Einkünfte der Chefstellung, während diejenigen Offiziere, die die Kompanie tatsächlich führten, den Titel Stabskapitän innehatten und ein vergleichsweise sehr geringes Einkommen hatten. Aus diesem Gegensatz hat sich später der Gehaltsunterschied der Hauptleute erster und zweiter Klasse entwickelt.
Im russischen Heer war der Stabskapitän ein Dienstgrad zwischen dem Hauptmann und dem Leutnant.