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| Daten | |
|---|---|
| Ort | Wuppertal, NRW |
| Architekt | Friedrich Roth (Architekt) |
| Verein | Wuppertaler SV Borussia |
| Eröffnung | 1924 |
| Kapazität | 28.300 Plätze |
| Renovierungen | 1993 2005-2008? |
| Adresse | Hubertusallee 4 42117 Wuppertal |
| Veranstaltungen | |
| keine | |
Das Stadion am Zoo ist eine Sportstätte in der Stadt Wuppertal.
Inhaltsverzeichnis |
Das 1924 von dem Hoch- und Tiefbau-Ingenieur Friedrich Roth fertiggestellte Stadion am Zoo im Zooviertel, wurde im Oktober des gleichen Jahres unter großen Andrang - es kamen ca. 30.000 Gäste - eingeweiht. Es war seinerzeit eines der größten und modernsten Stadien Westdeutschlands. Dies lag insbesondere an der imposanten Radrennbahn, die zwischen der Aschenbahn und den Zuschauerrängen in das Stadion integriert war.
Danach folgten glorreiche Zeiten. Die extrem schnelle Betonbahn, man sprach von der schnellsten Radrennbahn Europas - vielleicht auch auf der ganzen Welt, gestattete Steherrennen, die mit enormem Tempo gefahren wurden. Etliche Weltrekorde im Steherrennen wurde auf der Bahn erzielt. Die Steherrennen wurden dort bis zum Jahre 1954 ausgetragen. In den 1970er Jahren wurde die Radrennbahn jedoch teilweise abgetragen, um zusätzliche Zuschauerränge zu ermöglichen. Später lockten auch Leichtathletikveranstaltungen, insbesondere der Länderkampf, die Massen. Polizeifeste sowie eine Außenwette der Sendung Wetten dass..? sorgten ebenso für Besucherandrang.
Aber letztendlich war es der Fußball, der das Stadion bekannt machte. Seit 1954 kann der Wuppertaler SV die Spielstätte als Austragungsort sein eigen nennen. 35.000 Zuschauer und mehr waren in der damaligen 1. Bundesliga keine Seltenheit. Neben Bayern München, Schalke 04, VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach gastierten auch Vereine wie SpVgg Erkenschwick, SV Rhenania 05 Würselen, Westfalia Herne und VfL Witten 07, die genauso wie der WSV in der damals höchsten Klasse, der Oberliga West spielten.
Am 20. März 1938 spielte hier die Deutsche Fußballnationalmannschaft vor 20.000 Zuschauern gegen Luxemburg (Ergebnis 2:1).
Der offizielle Zuschauerrekord steht bei 38.000 Zuschauern (Wuppertaler SV e.V. gg. Bayern München 1974). Inoffiziell wird von einigen Veranstaltungen mit bis zu 50.000 Zuschauern gesprochen. Darunter auch ein Besuch von Adolf Hitler. So sollen bei einem Pokalspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Köln selbst auf der Aschenbahn noch Bänke aufgestellt worden sein, um Zuschauer unterzubringen.
Offiziell fasst das Stadion am Zoo 28.300 Zuschauer. Aber zugelassen werden aus Sicherheitsgründen nur maximal 25.300. Davon sind 5.000 Sitzplätze überdacht und 1.500 Sitzplätze befinden sich auf der Gegengrade.
Anfang der 1990er Jahre wurde die alte (einsturzgefährdete) Haupttribüne durch einen aufwändigen Neubau (28 Mio. DM) ersetzt. Ein Großteil der Kosten verschlang hierbei die Erhaltung und Restaurierung der denkmalgeschützten Schildwand der alten Haupttribüne. Bedingt durch die Auflagen der Oberen Denkmalbehörde ist es auf der Tribüne immer recht zugig und an den Randbereichen bei Regen auch nicht unbedingt trocken. Neben der Schildwand des Berliner Olympiastadions gibt es nur noch diese.
Insgesamt macht das Stadion heute einen technisch recht soliden Eindruck, wobei aktuell hinter beiden Toren Erdhaufen liegen, die die Grundlage der neuen Tribünen sein sollen. Wann diese beiden Tribünen fertig sein sollen steht noch in den Sternen, denn der Bau wurde wegen finanzieller Sorgen der Stadtverwaltung vorzeitig unterbrochen.
Sportlich wird das Stadion fast ausschließlich vom Wuppertaler SV zu den Heimspielen in der Regionalliga Nord genutzt. Zu einem Freundschaftsspiel gegen Bayern München füllte sich das Stadion im Januar 2004 mit 25.300 Zuschauern und war somit ausverkauft.
Die Radrennbahn und die Stehränge hinter den Toren gehören schon bald der Vergangenheit an. An deren Stelle werden zurzeit direkt hinter den Toren (auf der alten Aschenbahn) Stehtribünen für - wahrscheinlich - jeweils 4.800 Stehplätze geschaffen. Ursprünglich wurde für die Tribünen eine Kapazität von jeweils 6.700 Zuschauer genannt, diese Zahl bezog offensichtlich aber auf die Einbeziehung der Eckverbindungen zwischen Hintertortribünen und einer neuen Gegentribüne, die aber erst in späteren Stufen verwirklicht werden sollen. Die vorrausichtlichen Kosten des 2006 begonnenen Umbaus zum reinen Fußballstadion belaufen sich auf 1 Millionen €. Die Pläne für die erste Bauphase wurden am 17. Oktober 2005 durch die Stadtverwaltung, das Sport- und Bäderamt sowie den Vorstand des Wuppertaler SV bekannt gegeben. Im November 2005 haben der Stadtrat als auch die Denkmalbehörden ihre Zustimmung zu dem Projekt gegeben. Es wurden jede Menge Erdmassen in den Bereich hinter den Toren und den Rängen gekippt. Zeitgleich wurde das Spielfeld um vier Meter, auf 72 Meter verbreitert, um so die bestehende Haupttribüne näher an das Spielfeld zu bringen. Die Maßnahme sollte zum letzten Spieltag der Saison 2006/2007 (gegen Kickers Emden (2:4)) abgeschlossen sein, allerdings wurde der Bau wegen finanzieller Komplikationen von der Stadtverwaltung gestoppt. Der Bau wird voraussichtlich im August 2007 fortgesetzt. Da der Grund für die finanziellen Probleme die Erhöhung des Preises der Betonteile für die Tribüne war, werden die Betonteile von arbeitslosen Wuppertalern unter Fachmännischer Aufsicht gegossen. Das gießen der Betonteile ist zugleich ein Teil der Ausbildung der Arbeitslosen. Das Stadion macht einen unvollständigen Eindruck und könnte wiederum, so ein Politiker der grünen Opposition in Wuppertal, "zum Gespött des deutschen Fußballs" werden. Diese Komplikationen beim Umbau des Stadion am Zoo treten nicht zum ersten Mal auf. Die Modernisierung der Haupttribüne von 1991 bis 1993 wurde von ähnlichen finanziellen Problemen begleitet.
Die Bauten sollen so konzipiert werden, dass sowohl eine Überdachung als auch eine Erweiterung und eine Umwandlung in Sitzplätze möglich ist. In einer weiteren Bauphase ist geplant (s. o.), durch die Errichtung einer gleichartigen Tribüne für die Gegengerade einen "Lückenschluss" zu erreichen und somit die Umwandlung in ein reines Fußballstadion abzuschließen.
Durch den Einbau der neuen Tribünen in den bisherigen Innenraum des Stadions - nach Vorbild des Zentralstadion Leipzig - wird die Außenansicht des Stadions am Zoo weitgehend erhalten bleiben.
Auch nicht zu vergessen die altehrwürdige Stadiongaststätte, welche momentan saniert wird. Hierin befindet sich zurzeit schon das Sportfachgeschäft Mau und das Fanprojekt.
Für die weiteren Projektplanungen sollte die Gesamtkapazität eines Großstadtstadions nicht außer Acht gelassen werden. Eine Gegentribüne und Eckverbindungen in gleicher Höhe wie die momentan entstehenden Hintertortribünen würde eine Kapazität von ca. 11000 Stehplätzen oder 6000 Sitzplätzen bieten. Mit den neu entstehenden Hintertortribünen (als Sitzplatztribüne ca. je 2400 Sitzplätze) und der bestehenden Haupttribüne (knapp 5000 Sitzplätze) käme ein neues Stadion als reiner "Allseater" bei internationalen Veranstaltungen (der Gedanke ist hier weniger der WSV im Uefa-Cup - das wäre noch zu vermessen - , sondern eher mal ein kleines Länderspiel) stände dann nur eine Gesamtkapazität von 15.800 Plätzen zur Verfügung. Diese Zahl würde eine Berücksichtigung für ein Länderspiel aber ausschließen. 10-15 Sitzreihen mehr (für die der Platz auf Grund der heranrückenden Gegentribüne locker vorhanden ist) würden die Kapazität aber um 3500 - 5000 Sitzplätze aufstocken und so eine "tragbare" Gesamtkapazität von bis zu 20.000 Sitzplätzen gewährleisten. Eine frühzeitige Berücksichtigung dieses Aspektes könnte die (Mehr-)Baukosten natürlich positiv beeinflussen.
Auf der Homepage des Wuppertaler Sportvereins ist derzeit eine Webcam zu sehen, mit der gezeigt wird wie weit der Umbau fortgeschritten ist: Link