Stadt Blankenberg

Wappen von Stadt Blankenberg
Wappen von Stadt Blankenberg
Katharinenturm mit dem sogenannten „Eitorfer Tor“
Katharinenturm mit dem sogenannten „Eitorfer Tor“
Westlicher Stadtturm
Westlicher Stadtturm

Die Stadt Blankenberg ist ein Ortsteil der Stadt Hennef im Rhein-Sieg-Kreis mit 668 Einwohnern (30. Juni 2004). Der Zusatz „Stadt“ rührt daher, dass der Ort von 1245 bis 1805 eine selbstständige Stadt war und die umliegenden Ortschaften zu ihr gehörten. Der Ort ging aus einer Burg hervor, die als Sitz der Grafen von Sayn errichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Stadtbild
Stadtbild

Die Stadt Blankenberg liegt ca. 5,5 km östlich des Hennefer Stadtkerns unmittelbar an einer Schleife des Flusses Sieg. Wie dem Namen zu entnehmen ist, liegt sie aber nicht unmittelbar am Fluss, sondern steil auf einem Bergkamm über diesem.

Die Höhe über Normalnull im nördlichen Bereich des Ortes der Burgruine beträgt 152 m. Die Sieg liegt an dieser Stelle etwa auf einer Höhe von 73 m über Normalnull.

Unterhalb von Blankenberg, am Fuß des Berges, liegt der Ortsteil Stein.

Geschichte

Wehrgang der mittelalterlichen Stadtumwehrung
Wehrgang der mittelalterlichen Stadtumwehrung
Burg Blankenberg
Burg Blankenberg

Der Name Blankenberg dürfte dadurch entstanden sein, dass zur Sieg hin das blanke Gestein des Berges sichtbar ist.

Eine erste urkundliche Erwähnung dürfte im Jahr 1171 durch den Erzbischof Phillip von Heinsberg stattgefunden haben, der der Äbtissin Gepa und dem Konvent der heiligen Jungfrauen zu Köln die Existenz eines Freihofes in blanckenberge mitteilt. Die Burg dürfte zwischen 1150 und 1180 errichtet worden sein.

Die Grafen von Sayn, zwei Brüder Eberhard I. und Heinrich I., übertrugen 1152 die Burg und den Hof Sayn bei Bendorf dem Erzbischof von Trier, nachdem der Erzbischof von Köln Arnold II. diese belagern und zerstören ließ, und residierten in Blankenberg. Nachdem sie sich militärisch ruhig halten, lässt Arnold II. sie gewähren.

1245 erhält Blankenberg die Stadtrechte vom Grafen Heinrich III. von Sayn und seiner Frau Gräfin Mechthild von Meißen-Landsberg.

Im Jahr 1363 gehen die Burg mit Stadt und dem Umland an die Grafen und späteren Herzöge von Berg. Das Gebiet wird nun auch Amt Blankenberg genannt. Ende des 15. Jahrhunderts ist es das größte Amt des Herzogtums Berg.

Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg von schwedischen Truppen erobert und einige Jahre besetzt. Später wird die Burg teilweise geschleift, um anderen Kriegsherren kein lohnendes Ziel mehr zu bieten. Trotzdem bietet die Burganlage mit vier Türmen und Stadtmauer heute noch das Bild einer intakten Burganlage.

1805 verliert Stadt Blankenberg die Stadtrechte als das Herzogtum nach dem Vertrag von Schönbrunn an Napoleon übergeht.

1829 erwirbt Major Friedrich Wilhelm von Delitz den Burgberg Blankenberg mit der Ruine und Teilen der Altstadt, um dort ein Weingut zu betreiben. 1913 wird das Gelände an den Fabrikanten Richard Grüneberg verkauft.

Am 1. April 1934 übergeht Blankenberg mit seinen 566 Einwohnern (Stand 1925) in die Gemeinde Geistingen (heute Stadtteil von Hennef).

1953 wird Blankenberg zu Stadt Blankenberg umbennannt.

1992 wird Blankenberg in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gesetzt. Mit seiner umfassenden Burganlage und dem fachwerklichen Ortskern ist Stadt Blankenberg immer noch ein mittelalterliches Kleinod, da südlich außerhalb der Burgmauern nur dörfliche Bebauung stattfand und der Norden steil in das bewaldete Siegtal abfällt, wo der Blick auch heute noch auf bewaldete Höhen und kleine Dörfer schweifen kann. Blickpunkt ist außerdem noch der einsame Kegel des Michaelsberges, dessen Abtei früher ebenfalls eine Burganlage war.

Persönlichkeiten

Joseph Dietzgen wurde am 9. Dezember 1828 in Stadt Blankenberg geboren. Er war ein war ein deutscher Arbeiterphilosoph, Journalist und Atheist.

Weinbau

Baumkelter aus dem Jahr 1620, ausgestellt in Stadt Blankenberg
Baumkelter aus dem Jahr 1620, ausgestellt in Stadt Blankenberg

Vermutlich seit der Burggründung, belegt im Mittelalter, wurde in Blankenberg Weinbau betrieben. Die alte, zwischenzeitlich überall an der Sieg eingestellte Tradition ist heute wieder mit einem Weingarten und einem Besucher-Weinpfad belebt. Nachdem zwei der letzten hundertjährigen Weinstöcke jüngst vernichtet wurden, steht noch ein Exemplar der seltenen historischen Sorte Schwarzer Oberlin an der Burgmauer.

Historischer Pflanzenbestand

Wie bei anderen Burgen auch sind noch Spuren der früher auf der Burg kultivierten Pflanzen erhalten, nicht allein der einzig verbliebene Weinstock, sondern u.a. auch der zum Würzen der Speisen und für Konfitüren verwendeten Berberitze.

Verkehr

Der Ort ist über die Landesstraße 333 zu erreichen, die an der Sieg entlangführt. Ferner gibt es im Tal die Siegstrecke mit dem S 12-Bahnhaltepunkt Blankenberg.

Literatur

Helmut Fischer: Blankenberg – ein kleines Städtchen auf dem Berge. Rheinlandia Verlag.

Weblinks

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