Stadtallendorf

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Stadtallendorf
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Stadtallendorf hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Koordinaten: 50° 50′ N, 9° 1′ O
Höhe: 256 m ü. NN
Fläche: 78,29 km²
Einwohner: 21.540 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35260
Vorwahl: 06428
Kfz-Kennzeichen: MR
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 018
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 2
35260 Stadtallendorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Vollmer
Lage der Stadt Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Karte

Stadtallendorf ist eine hessische Mittelstadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die 18 km östlich von Marburg liegt.


Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Stadtallendorf liegt gemäß der naturräumlichen Gliederung in der westhessischen Senkenzone, die sich in Becken und Schwellen gliedert. Die Stadt liegt diesbezüglich auf der Oberhessischen Schwelle, die das Amöneburger Becken im Westen vom Schwalmbecken im Osten trennt. Auf dieser Schwelle befindet sich auch der Neustädter Sattel, an welchen der nordöstliche Ortsrand der Stadt stößt; dieser Höhenzug ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide.

Nachbargemeinden und -kreise

Stadtallendorf grenzt im Norden an die Stadt Rauschenberg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und die Gemeinde Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis), im Osten an die Stadt Neustadt, im Südosten an die Stadt Kirtorf, im Süden an die Stadt Homberg (Ohm) (beide im Vogelsbergkreis), sowie im Westen an die Städte Amöneburg und Kirchhain (beide im Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Stadtgliederung

  • Niederklein
  • Schweinsberg (an der Ohm)
  • Erksdorf - In den 70er Jahren wurde dieses Dorf mit 1000 Einwohnern eingemeindet. Die Herkunft des Namens rührt vom Ursiedler „Eric von Erkersdorp“.
  • Hatzbach
  • Wolferode


Geschichte

Stadtallendorf, ehedem Allendorf im Bärenschießen wurde 782 erstmals als "in villa, quae vocatur Berinscozo" urkundlich erwähnt [1]. Die bis zum frühen 20. Jahrhundert bäuerliche Siedlung wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach die territoriale Zugehörigkeit zu Hessen oder zu Kurmainz und fiel erst 1803 endgültig an Hessen. 1960 erhielt der Ort die Stadtrechte, wobei der Name von Allendorf zu Stadtallendorf wechselte. Während des Zweiten Weltkrieges war Stadtallendorf ein geheimer Rüstungsstandort. In den Rüstungsfirmen WASAG AG und DAG wurden Munition und Sprengstoff produziert. Damals war es die größte Produktionsstätte für Munition in Europa überhaupt. Noch heute werden einige Wohnviertel in Stadtallendorf nach den Rüstungsunternehmen benannt. Während des Zweiten Weltkrieges blieb der Standort von den Alliierten weitgehend unentdeckt. Das rund 600 Hektar große Gelände der ehemaligen Rüstungsbetriebe galt als eine der größten Rüstungsaltlasten in Deutschland, zum Teil mit hohen Chemikalienbelastungen auf Wohngrundstücken. Seit 1991 wurde das Gelände flächendeckend saniert. Im März 2006 wurde die Sanierung offiziell für beendet erklärt. Die Sanierung kostete nach Angaben des hessischen Umweltministeriums 167 Millionen Euro. 154 Tonnen Schadstoffe aus dem Boden, 697 Tonnen von einer Halde sowie drei Tonnen noch sprengfähiges TNT wurden entsorgt.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 - 21.587
  • 1999 - 21.643
  • 2000 - 21.656
  • 2001 - 21.671
  • 2002 - 21.704
  • 2003 - 21.708
  • 2004 - 21.528

Auf 78,3 km² Fläche leben rund 21.700 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 16.900 in der Kernstadt. Der Ausländeranteil in der Kernstadt beträgt 25 Prozent.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis: In Klammern die neue Sitzverteilung seit dem Wechsel des Abgeordneten Jörg Linker von der AGS zu Bürgerblock/FDP:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 47,4 18 50,0 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,4 12 29,7 11
REP Die Republikaner 7,1 3 9,1 3
AGS Arbeitsgemeinschaft für Kommunalpolitik e.V. 6,7 2(1) 6,9 2
BB-F.D.P. Bürgerblock - F.D.P. 6,4 2(3) 4,3 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 41,9 52,5

Wappen

Beschreibung: In Blau vorne ein nach links (heraldisch) gewendeter goldener (gelber), rot bewehrter Bär, hinten ein neunmal von silber (weiß) und rot geteilter, golden bewehrter Löwe, im Schildhaupt gemeinsam ein silbernes Rad zwischen sich haltend.

Hessischer Löwe und Mainzer Rad kennzeichnen die Zugehörigkeit der Gemeinde: bis zur Säkularisation zum Erzbistum Mainz, danach zu Hessen. Der Bär spielt auf den Namen "Allendorf im Bärenschießen" an, den die Gemeinde zur Unterscheidung von anderen Orten mit gleichem Namen führte. Das Wappen wurde auch nach der Eingliederung von umliegenden Gemeinden in die Stadt, im Rahmen der Hessischen Gebietsreform, beibehalten.

Städtepartnerschaften

Stadtallendorf unterhält Partnerschaften mit der englischen Stadt St Ives (Cambridgeshire) seit 1989 und mit der Stadt Coswig in Sachsen-Anhalt seit 1993.

Wirtschaft

Das Ferrero-Werk
Das Ferrero-Werk

In Stadtallendorf sind mehrere große Fabriken wie Ferrero oHG mbH (Süßwaren), Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG und Hoppe (Griff-Herstellung) ansässig. Verkehrstechnisch angebunden ist Stadtallendorf an die Bundesstraßen B 454, B 62 und den Bahnhof (Strecke der Main-Weser-Bahn). Der Ausbau der Autobahn 49 wird zur Zeit diskutiert. Aus ökologischen Gründen wurde bislang davon abgesehen: Im Herrenwald leben Kammmolche, die auf der Liste geschützter Tierarten stehen.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


Bilder aus dem Ort

Bilder aus der Gemeinde


Weblinks

Commons
Commons: Stadtallendorf – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld, Marburg 1936, S. 30
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