Der 1858 geschaffene, heute noch existierende wiener Stadterweiterungsfonds entstand als Instrument der städtebaulichen Umgestaltung aus Anlass des Abrisses der Basteien Wiens und der Bebauung der dadurch frei werdenden Flächen sowie des der Stadtbefestigung vorgelagerten Glacis.
Der (bis heute) dem Innenministerium (also der Staatsverwaltung, nicht der Gemeinde) unterstehende Fonds organisierte während der Gründerzeit den Verkauf, (zuweilen auch den Tausch) der parzellierten Grundstücke und die Finanzierung der öffentlichen Repräsentationsbauten der Ringstraßenzone. Daraus entstanden und entstehen bis heute gewisse Probleme und Reibereien mit der Gemeinde Wien aber auch unerwartete positive Effekte. So setzte sich die Gemeindeverwaltung, die von der Verwertung der Immobilien der Ringstraßenzone ausgeschlossen blieb, umso energischer für die Erhaltung größerer Grünflächen ein. Aktuell existiert ein Streit um eine etwa 3000 m2 große Restfläche im Bereich der Mölker Bastei.