Ein Stadtkern ist eine andere Bezeichnung für die Innenstadt. Der Name Stadtkern präzisiert jedoch im Gegensatz zu Innenstadt die geografische und historische Lage des Zentrums im Bezug zur Gesamtstadt genauer. So bildet ein Kern (Altstadt) die Mitte und den Ursprung der späteren Stadtteile, die aus den Vorstädten hervorgehen.
Bei vielen Städten lässt sich der alte Stadtkern auch genau abgrenzen, und zwar, wenn er von einer Ringstraße (z. B. Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, Mailand, Moskau, München, Paris, Wien), einer historischen Stadtmauer (z. B. Nürnberg, Nördlingen, Dinkelsbühl), Stadtgraben oder Wallanlagen (z. B. Bremen) umgeben ist.
Die Ringstraßen liegen meist auf den Vorfeldern der alten Befestungungsanlagen. In der Gründerzeit im späten 19. Jahrhundert, als der Gutteil der letzten Stadtmauern Mitteleuropas endgültig geschleift wurde, weil sie ihren Sinn verloren hatten, wurden die frei werdenden Baugründe zu großzügigen Prachtstraßen ausgebaut. Aber auch ältere Stadterweiterungen sind im Bebauungsplan noch lesbar, und innerhalb des spätneuzeitlichen Rings liegen in größeren Städten ein oder mehrere ältere Ringe.
In Wien der Graben (12. Jh.), innerer Ring und Zweierlinie (nach 1857) und der äußere Gürtel (um 1900); als analoge kontemporäre Entwicklung können die weiteren Ringsegmente Südosttangente (1970) und Außenring (2006) gesehen werden. Vergleichbare Entwicklungen sind an der Expansion der meisten modernen Großstädte ablesbar.
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1860: Alte Arrondissements vor der Gemeindereform innerhalb der Befestigungen von 1840–45 (grau die heutigen Grenzen), die Bezirke sind entlang der Strassenzüge der Stadttore, den Faubourg, gegliedert |
Heutige Arrondissements, die Arr. 1er–6e liegen gänzlich im alten Kern, die Arr. 8e–11e im jüngeren Kern, der heute vom Boulevard périphérique eingefasst ist |