Die Eigenheimsiedlung Am Stadtrand (auch Stadtrandsiedlung) wurde von 1932 bis 1936 als eine Arbeitslosensiedlung errichtet und durch den Reinhold Mohr (1882-1978) geplant. Der aus Süddeutschland stammende Architekt verwirklichte hier das größte zusammen stehende Ensemble einer süddeutschen Berg- und Bauernarchitektur außerhalb Württembergs. Mohr galt mit diesem Projekt als ein Architekt der Klassischen Moderne.
Die Errichtung der Siedlung hatte u.a. einen sozialen Ansatz verfolgt (ihre Planung erfolgte in der Zeit der Weltwirtschaftskrise), denn der Bau brachte Arbeit auch für die künftigen Besitzer und die dazugehörenden Gärten sollten der Selbstversorgung dienen. Die Wohnhäuser wurden u.a. von arbeitslosen Handwerkern der Stadt gebaut und anschließend unter ihnen verlost. Durch diese Verfahrensweise war gewährleistet, dass die Bauten in einer bautechnisch guten Qualität errichtet wurden, da niemand vorher wusste, welches Haus er bekommen wird. Das gleiche Prinzip wurde auch in der nachfolgenden Erweiterung der Siedlung, dem Teilgebiet "Am Nuthestrand" angewendet, welches bis 1939 am Flußufer der Nuthe direkt an den Nuthewiesen errichtet wurde. Beide Siedlungen gehören zum südwestlich gelegenen Wohngebiet Waldstadt I, welches Anfang der 1960er Jahre in Großblockbauweise errichtet wurde und stehen unter Baudenkmenkmalschutz. In den Jahren nach der Wende, wurden viele der Häuser unter strengen Denkmalschutzauflagen rekonstruiert und modernisiert und es kamen teilweise auch neue Eigenheime hinzu.
Die Siedlung ist auch durch zahlreiche Kleingärten (Spartenanlage) zahlreicher Potsdamer geprägt und wird an seiner nördlichen Seite von der in den 1980er Jahren errichteten Straßenbahnlinie zu den Wohngebieten Stern, Neubaugebiet Drewitz und dem in den 1990er Jahren errichteten Kirchsteigfeld begrenzt, welche sie auch von dem Neubaugebiet "Schlaatz" trennt. Südlich der Siedlung führt die Wetzlarer Eisenbahnstrecke entlang und bildet die bauliche Trennung zum Potsdamer "Industriegelände Rehbrücke".