Das Stadttheater Augsburg ist die Hauptspielstätte des Vierspartenhauses Theater Augsburg.
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Das Stadttheater wurde von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer im Stil der Neorenaissance entworfen und am 26. November 1877 mit Webers „Jubelouvertüre“ und Beethovens „Fidelio“ eröffnet. Es bot 1400 Zuschauern Platz.
Innen wie außen war der Bau reich mit ornamentaler und figuraler Malerei und Plastik ausgestattet. Durch eine Terrasse mit Freitreppe und einer halbkreisförmigen Balustrade wurde der Ort des Theaters städtebaulich hervorgehoben und eine festliche Eingangssituation geschaffen. Im ersten Obergeschoss erhoben sich korinthische Säulen: Die drei großen Rundbögenöffnungen schlossen je eine Nische ein, von denen die linke die Statue Goethes, die rechte die Statue Schillers enthielt. Über den Standbildern prangten Reliefbilder von Mozart bzw. Beethoven. Über den Bögen waren Figuren angebracht, welche die Musik, die Komödie, die Tragödie usw. darstellten. Der Schnürboden war mit einem Haubendach überwölbt, das Zuschauerhaus und die Bühnennebenräume hatten Walmdächer. Durch das Hauptvestibül gelangte man in das Haupttreppenhaus, in welchem zwei aus Marmor gefertigte Aufgänge zu den Logen des ersten und zweiten Ranges führten. Die Decke des Zuschauerraumes war reich ornamentiert. Über dem Bühnenportal war die Geburt der Schönheit zu erblicken. Allegorien der Tanzkunst, der Tragödie, der Poesie, des Epos, der Satire, der Rhetorik und der Musik folgten. Der Hauptvorhang zeigte Äsop, der Fabeln vorträgt.
Auf Betreiben der Augsburger Stadtverwaltung wurde das Theater in den Jahren 1938/39 nach den Plänen von Paul Otto August Baumgarten umgebaut. Die Eingangsfront wurde von drei auf fünf Achsen erweitert und das Innere im Zeitstil umgestaltet. Es sollte den nördlichen Abschluss einer Aufmarschallee entlang der Fugger- und Kaiserstraße (heute: Konrad-Adenauer-Allee) bilden, an deren südlichem Ende (Kaiserplatz, heute: Theodor-Heuss-Platz) ein neues Schauspielhaus errichtet werden sollte. Die Wiedereröffnung fand am 24. Mai 1939 im Beisein von Adolf Hitler mit Richard Wagners „Lohengrin“ statt.
Nach der Zerstörung durch einen britischen Bombenangriff im Februar 1944 wurde das Theater in den Jahren 1952 bis 1956 äußerlich vereinfacht wiederaufgebaut. Die reichhaltige Ornamentik der erhalten gebliebenen Fassadenfront wurde dabei weitestgehend entfernt. Das Innere des Theaters wurde im Geschmack der Fünfzigerjahre neu gestaltet. Mit Mozarts „Hochzeit des Figaro“ wurde das Theater wiedereröffnet. Es bietet heute nur noch 950 Zuschauern Platz, da zwei Logenreihen über dem Parkett nicht mehr eingefügt wurden.
1989 wurde die Bühnentechnik erneuert; 1990 kam es zum Umbau des Proszeniumsbereiches mit Orchestergraben und Portalzone und zur Erneuerung der Untermaschinerie und des Schnürbodens mit Umstellung auf Ölhydraulik.
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