| Stadtwerke Hannover AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 21. Dezember 1970 |
| Unternehmenssitz | Hannover |
|
Michael G. Feist (Vorsitzender), Harald Noske, Jochen Westerholz |
|
| Mitarbeiter | 2855 (Stand: 2005) |
| Umsatz | 1,75 Mrd. Euro. (2005) |
| Produkte | Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Energiedienstleistungen |
| Website | www.enercity.de |
Die Stadtwerke Hannover AG in Hannover ist ein ehemals kommunales Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen. Es deckt hauptsächlich die Grundversorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Strom, Wasser und Gas und Fernwärme ab. Mit etwa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 1,75 Mrd. Euro zählt es zu den zehn größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands. Das Unternehmen bietet Energie und Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden vorwiegend in Hannover und in der Region Hannover. Die Dachmarke der Energieprodukte ist seit 1996 „enercity“.
Inhaltsverzeichnis |
Nachdem das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit und insbesondere der Aufschwung der späten 1960er Jahren den Stadtwerken (bis Ende 1952: Städtische Betriebswerke) erhebliche, bis zu zweistellige Zuwachsraten bescherte, beschloss im November 1970 der Rat der Stadt die Umwandlung der Versorgungseinrichtungen in eine Aktiengesellschaft.
Mit dem Eintrag ins Handelsregister entstand am 21. Dezember 1970 die Stadtwerke Hannover AG, alleiniger Aktionär wurde die Landeshauptstadt Hannover. Die Umwandlung der Stadtwerke in eine Aktiengesellschaft war notwendig, um Stadtwerke und Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG in der ebenfalls 1970 gegründeten Holding "Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbH" (VVG)vereinigen zu können.
Die Hauptverwaltung befindet sich seit 1975 im Ihme-Zentrum im hannoverschen Stadtteil Linden.
Das Stammkapital der Stadtwerke Hannover AG gehört zu 75,09 Prozent der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbH (VVG). Weitere 24 Prozent befinden sich im Besitz der Thüga AG mit Sitz in München. Die restlichen 0,91 Prozent gehören der Region Hannover.
Die Stadtwerke Hannover halten mehrere Beteiligungen an Energieunternehmen in der Region Hannover und führen das operative Geschäft für die beiden großen Kraftwerke in den Stadtteilen Stöcken und Linden sowie für den Gasspeicher in Empelde.
Seit Anfang der neunziger Jahre engagiert sich das Unternehmen für den Einsatz von Biomasse zur klimafreundlichen Wärme- und Stromerzeugung. Das größten Projekte in diesem Zusammenhang sind die Beteiligung am Biomasseheizkraftwerk Landesbergen im Jahr 2003 sowie die Übernahme von Anteilen der Danpower GmbH im Jahr 2006.
Der Energieversorger engagiert sich innerhalb von Stadt und Region Hannover im sozialen Bereich mit der Jugendplattform "enercity network". Im Rahmen seiner Kulturförderung unterstützt das Unternehmen das vom Jazz Club Hannover veranstaltete Musikfestival „enercity Swinging Hannover“. Das traditionelle Open-Air-Festival mit namhaften Künstlern findet seit über 40 Jahren am Himmelfahrtstag auf dem Trammplatz in Hannover statt. Ebenfalls gefördert wird die im Vorfeld stattfindende „enercity jazzzeit“.
htp GmbH (Telekommunikation)
1996 hat die Stadtwerke Hannover AG begonnen, das eigene Telekommunikationsnetz zur Steuerung ihrer Anlagen über eine eigens gegründete Firma zu vermarkten. Die Netzgesellschaft htp GmbH ist heute ein im Südosten Niedersachsens etabliertes Telekommunikationsunternehmen mit rund 41.000 Privat- und 5.500 Geschäftskunden (Stand: Ende 2005). Die Stadtwerke Hannover halten 50% der Anteile an htp, die anderen 50% werden von der EWE AG, Oldenburg gehalten.
Gemeinschaftskraftwerk Hannover GmbH (GKH)
Die Energieerzeugungsanlage Gemeinschaftskraftwerk Hannover GmbH entstand in Zusammenarbeit mit dem Volkswagenwerks Hannover sowie der Continental AG. Das Heizkraftwerk deckt den gesamten Prozess- und Raumwärmebedarf von VW-Nutzfahrzeuge und der Continental sowie die Grundlast an Fernwärme und Strom für das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Hannover AG.
Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL)
An der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH sind die Stadt Langenhagen und die Stadtwerke Hannover AG zu je 50 Prozent beteiligt. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet. Seine Hauptziele sind, eine wirtschaftliche, ressourcen- und klimaschonende Energieversorgung auf kommunaler Ebene zu realisieren sowie die verbrauchsbedingten Emissionen zu reduzieren. Zu den Geschäftsfeldern des Unternehmens zählen die Planung, der Bau und der Betrieb effizienter Strom- und Wärmeproduktionsanlagen sowie die ökologische Energieverteilung. Ein Schwerpunkt ist die Nahwärmeversorgung von Wohnhäusern und anderen Gebäuden durch den Einsatz von modernen Blockheizkraftwerken.
Danpower GmbH
Die Stadtwerke Hannover halten 74,9 Prozent der Geschäftsanteile an der Danpower GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Potsdam ist besonders in Ostdeutschland ein starker Marktteilnehmer im Wärme-Contracting und bei der Nutzung von Biomasse.
Ergänzt wird die Produktion durch Beteiligungen an Erzeugungskapazitäten mit der E.ON Kraftwerke GmbH (wie beim Biomasseheizkraftwerk Landesbergen oder dem Kraftwerk Mehrum zusammen mit der Braunschweiger Versorgungs-AG) und die Kooperation mit der Naturstrom AG.
Eine zehnprozentige Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft Zukunftsenergien AG mit der Tochter Windkraft Nord AG ist ebenfalls im Besitz der Stadtwerke Hannover AG.
Im Geschäftsjahr 2005 betrug der Stromabsatz im eigenen Netzgebiet 3.076 GWh. Der Absatz im Geschäftsfeld Erdgas lag bei 9.465 GWh, die Wärmeabgabe bei 1.349 GWh. Im gleichen Zeitraum lieferte die Stadtwerke Hannover AG 42,7 Millionen Kubikmeter Wasser.
Insgesamt 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms entstehen in den drei innerstädtischen Heizkraftwerken im Gemeinschaftskraftwerk Hannover (GKH) (Steinkohle), Gemeinschaftskraftwerk Linden (GKL) (Erdgas) und Heizkraftwerk Herrenhausen (KWH) (Erdgas) nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
Fernwärme ist die jüngste der leitungsgebundenen Energieversorgungsarten und wurde in Hannover 1962 eingeführt. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird die Abwärme aus der Stromerzeugung der drei Kraftwerke im Stadtgebiet (Stöcken, Linden und Herrenhausen) den Kunden als Raum- oder Prozesswärme geliefert.
Das Wasserwerk Elze-Berkhof, 25 Kilometer nördlich von Hannover gelegen, fördert und pumpt stündlich bis zu 4.300 Kubikmeter Trinkwasser in die Landeshauptstadt. Damit produziert es fast die Hälfte des insgesamt nach Hannover eingespeisten Trinkwassers und stellt die wichtigste Säule der Wassergewinnung für über 650.000 Menschen in der Region Hannover dar. Ein zweites großes Grundwasserwerk im Norden Hannovers ist Fuhrberg.
In der Landeshauptstadt Hannover und in Umlandgemeinden beliefert das Unternehmen über eine halbe Million Menschen mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Die Länge des Leitungsnetzes (ohne Fernmeldekabel) im Strombereich beträgt 7.772 Kilometer, das Verteilungsnetz der Gasversorgung umfasst 2.010 Kilometer, die gesamte Rohrlänge von Wasser (Zubringer-, Haupt- und Versorgungsleitungen) misst 2.111 Kilometer, das Leitungsnetz der Fernwärme schließlich hat eine Gesamtlänge von 292 Kilometer (Stand: 2005).
Die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeinfrastruktur wird seit 1. Januar 2007 von der enercity Netzgesellschaft mbH bewirtschaftet, die darüber hinaus für das Strom- und Gasnetz die Betreiberrolle gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wahrnimmt.
Brockhaus-1809: Hannover · Hannover · Das Churfürstenthum Hannover
Brockhaus-1911: Hannover [2] · Hannover
DamenConvLex-1834: Hannover · Auguste Wilhelmine Louise, Vicekönigin v. Hannover
Herder-1854: Hannover [2] · Hannover [1]
Meyers-1905: Hannover [2] · Hannover [1]
Pierer-1857: Hannover [4] · Hannover [5] · Neu-Hannover · Hannover [1] · Hannover [2] · Hannover [3]