Der Stammbruch ist ein Begriff aus der Mathematik und bezeichnet einen Bruch mit einer 1 im Zähler und einer beliebigen natürlichen Zahl im Nenner. Beispiele sind die Stammbrüche
und
, während
kein Stammbruch ist.
Jeder Bruch der Form
mit natürlichen Zahlen a,b kann als Summe von Stammbrüchen (und einer natürlichen Zahl, falls a > b) dargestellt werden. Es gilt beispielsweise

Ein Verfahren zur Stammbruchentwicklung besteht darin, zunächst den ganzzahligen Anteil abzuziehen, und dann jeweils den größten Stammbruch, der kleinergleich dem Rest ist (man spricht von einem Greedy-Algorithmus).
Mit diesem Verfahren wird ein echter gekürzter Bruch in eine Summe von Stammbrüchen zerlegt, wobei alle Stammbrüche verschiedene Nenner haben:
Gegeben sei ein echter schon gekürzter Bruch:
mit a < b.
, wobei gilt: c = a und
und n minimal, d.h.

.
ein Stammbruch ist, sonst wiederhole Schritt 1 bis Schritt 4 für die Differenz
.Beispiel: 




bereits ein Stammbruch ist.Dieses Verfahren endet stets nach endlich vielen Schritten, liefert jedoch nicht immer die kürzestmögliche Darstellung als Summe von Stammbrüchen. Zum Beispiel liefert dieses Verfahren die Darstellung

es gibt aber die kürzere Darstellung

Die alten Ägypter kannten nur Brüche mit ganzzahligem Nenner und Zähler, wobei der Zähler kleiner als der Nenner ist. Da sie außer für 2/3 nur Hieroglyphen für Stammbrüche hatten, mussten sie alle Brüche in Summen von Stammbrüchen zerlegen. (siehe auch Horusauge)
Leonardo Fibonacci veröffentlichte seinen Algorithmus im Liber abaci (1202). Der Beweis zur allgemeinen Gültigkeit des Algorithmus gelang erst 1880 dem britischen Mathematiker James Joseph Sylvester.