Das STALAG XVIII C (317) befand sich ab 1941 im Markt Pongau.
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Das Lager für Kriegsgefangene aus insgesamt 9 Nationen [1] befand sich unterhalb der heutigen Bundesstraße. Es wurde damals aufgeteilt in ein Nordlager (Russenlager; Bahnhofsstraße bis Schörgbrücke) und ein Südlager (Franzosenlager; bis zur heutigen Speedwaybahn). Ab 1941 befanden sich bis zu 30.000 Gefangene zeitgleich in den Lagern. Das Ortsbild wurde geprägt von diesem Grauen. Die Gefangenen wurden zur Zwangsarbeit gezwungen und starben großteils an Erschöpfung oder durch Hinrichtung. Das Lager wurde von der Wehrmacht betrieben und die SS führte die Bewachung der Transporte per Eisenbahn durch.
Bis zum Ende des Krieges fanden dort etwa 4.000 Menschen den Tod. Der Platz am Ortsfriedhof reichte für die Bestattung der eigenen Gefallenen [2] und der Gefangenen bald nicht mehr aus. Darum hob man ein Massengrab in der Nähe des Lagers aus. Geplant wurde das Gefangenenlager für 8.000 bis maximal 10.000 Mann, was aus einem Schriftstück vom März 1941 ersichtlich wird. Wahrscheinlich kamen die ersten Gefangenen im August 1940 nach St. Johann. Es waren Franzosen und sie wurden zu Arbeiten der Gemeinde und bei Bauern eingesetzt.
Aus Dokumenten wird ersichtlich, dass für den Bau des Lagers ein 8 ha großes Grundstück reserviert wurde. Der nationalsozialistische Bürgermeister Hans Kappacher versuchte in keiner Weise den Bau zu verhindern. Hans Kappacher wurde 1949 als Kandidat der ÖVP wiederum zum Bürgermeister von St. Johann im Pongau gewählt. Heute ist eine Straße nach ihm benannt und er ist Ehrenbürger der Stadt "St. Johann im Pongau"
Eine Umfrage von Schülern des BORG in St. Johann (was bis Kriegesende Markt Pongau [3] genannt wurde) zeigte, dass der Großteil der in dieser Stadt lebenden Bevölkerung wenig über die Geschichte des Lagers wissen (genauen Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf dem untenstehenden Link).
(nach Berichten von Rudolf E. Denzler, Schweizerische Gesandtschaft/Abt. für Schutzmachtangelegenheiten, Berlin)
Heute sind vom Lager keine Mauerreste zu sehen. Einzig ein gepflegter Garten mit Denkmälern für die Gefangenen, der Russenfriedhof, erinnert heute noch an das Lager. Der Friedhof liegt östlich der Pinzgauer Bundesstraße B311 und westlich der Industriestraße und der Bahngeleise. Die Salzburger Straße B163 führt über eine Brücke über die Salzach. Sie grenzt das ehemalige Lagergebiet südlich ein.
In St. Johann liegen auf dem Russenfreidhof ca. 4000 Soldaten aus der UdSSR (3709), aus Jugoslawien (51), und aus Frankreich(15) "begraben" (in Massengräbern, oder irgendwo sonst verscharrt oder eingeäschert.) 7 Personen sind bekannt, die in St. Johann liegen, von denen man aber keine Aufzeichnungen gefunden hat. Sie gelten damit als Nationenlos</ref> (nicht nur Gefallene russischer Abstammung liegen hier begraben) befindet sich an der Stelle, an der in den Kriegsjahren das Massengrab ausgehoben wurde.
Eine Gedenksäule befindet sich in der Nähe der Bezirkshauptmannschaft, nahe dem Waldschwimmbad. Eine jährliche Gedenkfeier (Ende Juni) findet am Russenfriedhof statt. Bekannte St. Johanner Schriftsteller (zB. O. P. Zier) nehmen sich ebenfalls desThemas an. Die Gedenksäule befindet sich am St. Johanner Ortsfriedhof.