Stand (Klettern)

Standsicherung mit zwei Sicherungspunkten (Bohrhaken), Kräftedreieck (grüne Bandschlinge) und Zentralkarabiner (dunkelblau), in den Selbstsicherungen und eine HMS-Nachstiegsicherung eingehängt sind.
Standsicherung mit zwei Sicherungspunkten (Bohrhaken), Kräftedreieck (grüne Bandschlinge) und Zentralkarabiner (dunkelblau), in den Selbstsicherungen und eine HMS-Nachstiegsicherung eingehängt sind.

Beim Klettern wird ein Sicherungsplatz innerhalb oder am oberen Ende einer Kletterroute als Stand oder Standplatz bezeichnet. Ein Stand ermöglicht die Absicherung einer Seilschaft insbesondere in Routen mit mehreren Seillängen. Er verhindert, dass bei einem Sturz eines Seilschaftsmitgliedes die ganze Seilschaft aus der Wand gerissen wird.

Im Gegensatz zu einer Zwischensicherung, bei welcher das Seil durchläuft und das Weiterklettern ermöglicht, verbindet sich der Kletterer im Stand fest mit der Wand. Neben dem Sichernden können sich auch weitere Personen der Seilschaft im Stand fest sichern.

Standsicherung

Bei einem Vorstiegssturz während einer Mehrseillängentour kann die Sturzbelastung des Standes bis zu einem Sturzfaktor von zwei reichen. Ein Ausbruch eines Standes hat im allgemeinen fatale Folgen und kann zum Absturz einer gesamten Seilschaft führen. Daher wird empfohlen und gelehrt, eine Standsicherung immer redundant unter Verwendung mehrerer Sicherungspunkte auszuführen.

Beim Klettern in Vorstieg und Nachstieg sollte die Distanz zwischen den Ständen die einfache Seillänge nicht überschreiten, beim Abseilen mit Einfachseil die halbe Seillänge. Das Risiko, abseilen zu müssen, und damit die Limitierung auf die halbe Seillänge (bei Einfachseil) sollte jedoch auch beim Vorstiegsklettern bedacht sein.

Beim Sportklettern befinden sich auf modernen oder sanierten Mehrseillängenrouten häufig fest eingerichtete Stände, die inzwischen üblicherweise zwei Bohrhaken aufweisen. Wenn keine Bohrhaken vorhanden sind, wird beim alpinen Klettern der Stand häufig unter Verwendung mobiler Sicherungsmittel selbst eingerichtet. Hierbei wird mittels technischer Hilfsmittel wie Klemmkeile, Friends, Felshaken, Bandschlingen, Reepschnur und Karabinerhaken eine Sicherung an der Wand gebaut.

Seilkommando „Stand“

Des weiteren wird das Wort „Stand“ beim Klettern im deutschen Sprachraum auch als Seilkommando verwendet. Es bedeutet, daß der Seilerste sich an einem Stand selbst gesichert hat und keiner weiteren Sicherung durch seinen Seilpartner bedarf. Somit veranlasst dieses Seilkommando den sichernden Kletterpartner, den Seilersten aus der Sicherung herauszunehmen. Da der Seilerste üblicherweise unmittelbar ab Geben des Seilkommandos Stand ohne fremde Sicherung ist, sollte dieses Seilkommando nie unbedacht gegeben werden.

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