Die Standard Missile ist eine Boden-Luft-Rakete, die ursprünglich für die US-Marine entwickelt wurde. Im September 2003 stellte die Marine die Unterstützung für die RIM-66 Standard ein und nahm sie außer Dienst, obwohl die Rakete weiterhin von anderen Marinen genutzt wird.
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Die SM-1 wurde als Ersatz für die Terrier-Rakete und Tartar-Rakete entwickelt, die in den 1950er-Jahren auf einer Vielzahl von Schiffen der US-Marine eingesetzt waren. Sie wurde im Vietnamkrieg eingesetzt. Die SM-1 besaß denselben Rumpf wie ihre Vorgängerin, die Tartar, um so einfacher mit den bereits vorhandenen Abschußvorrichtungen und Magazinen verwendet werden zu können. Die SM-2, auch als Standard Missile 2 bekannt, wurde in den 1970er-Jahren entwickelt und ist Teil des Aegis-Kampfsystems sowie des New Threat Upgrade (NTU). In den frühen 1980er-Jahren war eine wichtige Entscheidung, die Rakete vertikal starten zu können. Als die Ausgaben im Militär-Haushalt unter der Amtszeit von Präsident Ronald Reagan erhöht wurden, wurde das Unternehmen Raytheon als zweiter Hersteller mit der Produktion beauftragt. Zuvor wurden alle Standard Missiles von General Dynamics produziert. Sowohl die SM-1 als auch SM-2 wurden kontinuierlich in Blöcken weiterentwickelt. Aktuell befindet sich die SM-6 in der Entwicklung, um die SM-2-Serie abzulösen.
Bestimmte Versionen der Standard Missile wurden als Basis für Terminal High Altitude Area Defense-Systems (THAAD) verwendet. Ursprünglich wurden zwei Systeme entwickelt, die sogenannte Navy Area und Navy Theater-Wide. Die Entwicklung des Navy Area-Systems wurde aufgrund von zeitlichen Verzögerungen und einer Kostenexplosion durch das US-Verteidigungsministerium gestoppt. Das Navy Theater-Wide-System wird unter einem anderen Namen als Teil der Familie der Missile Defense Agency-Systeme weitergeführt.
Einige Quellen bescheinigen zudem eine begrenzte Boden-Boden-Fähigkeit der Rakete.
Die SM-2 zeichnet sich durch ihre hohe Reichweite aus (Versionen: MR = medium range, ER = extended range) und die daraus resultierende Fähigkeit, Schiffsverbände durch einen weitreichenden Abwehrschirm vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen. Die neueren Versionen verfügen auch über einen SSM-Modus (ship to surface missile = Schiff-Boden-Rakete), der es erlaubt, die Waffe gegen schwimmende Ziele einzusetzen. Die Block IV-Version wurde entwickelt, um eine bessere Verteidigung gegen hoch fliegende Ziele in großer Entfernung, Seezielflugkörper und Ziele mit geringem Radarquerschnitt zu gewährleisten. Neben verbesserten ECCM-Fähigkeiten verfügt die Rakete auch über Kapazitäten um ballistische Raketen abzufangen. Nicht zu verwechseln ist diese Variante mit der Block IVA-Version. Diese sollte im Rahmen des Navy Area TBMD-Programms die Bekämpfung von hoch entwickelten ballistischen Raketen ermöglichen. Die Finanzierung für diese Rakete wurde jedoch trotz eines erfolgreichen Tests eingestellt. Die Aufgabe der Block IVA-Variante übernimmt nun die SM-3.
Das Flugprofil (hoher Anflug) entspricht dabei jedoch nicht dem eines Seeziel-Flugkörpers (tiefer Anflug, direkt über den Wellen und unter der Radarlinie des Gegners), was eine als offensive SSM genutzte SM-2 leicht für die Verteidigungssysteme des Gegners erfassbar macht. Die SM-2 war mitunter zuerst auf den mittlerweile ausgemusterten Atomkreuzern der Virginia-Klasse anzutreffen und wird heute in ihrer modernsten Ausführung als Hauptbewaffnung auf den modernen amerikanischen Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse und den deutschen Fregatten der Klasse 124 (Nato-Nummer: FFG-219 bis 221), sowie auf den niederländischen Fregatten der De-Zeven-Provinciën-Klasse integriert.
Als Nachfolger der SM-2 ist die SM-3 (RIM-161) auserkoren, die sich noch in der Erprobung befindet. Die SM-3 ist als seegestützter Beitrag zum kontrovers diskutiertem nationalen Raketen-Abwehrprogramm der USA vorgesehen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, soll der Flugkörper die Befähigung haben, in den Erdorbit einzudringen, um anfliegende Raketen abzufangen. Dies erfolgt mithilfe eines kinetischen Gefechtskopfes (auch kinetic warhead oder Kill-vehicle genannt), der das Ziel direkt trifft und durch seine hohe kinetische Energie zerstört. Der Abfangkurs wird mittels eines FLIR-Sensors ermittelt, welcher auf das Ziel aufschaltet. Der Gefechtskopf bringt sich anschließend mittels Schubdüsen auf Kollisionskurs mit dem Zielobjekt um es zu zerstören. Die Leitung der Entwicklung der Rakete obliegt damit der im Rahmen dieses Abwehrprogramms gegründeten Missile Defense Agency. 18 Schiffe (drei Lenkwaffenkreuzer, 15 Lenkwaffenzerstörer) der Navy sollen Anfang 2009 damit ausgerüstet werden [1]. Bis heute (Juni 2007) konnte die SM-3 in Tests 9 Ziele erfolgreich abfangen. Das Kill-vehicle hat sich in zusätzlichen Test weitere 6-mal bewährt.
Auch Japan plant die Einführung der SM-3-Abfangraketen auf Zerstörern der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte zum Schutz vor möglichen nordkoreanischen Raketen.
Die SM-6 ERAM ist eine Weiterentwicklung der SM-2-Rakete, welche die Bekämpfung neuester Kampfflugzeuge und Marschflugkörper vebessern soll. Zu diesem Zweck wurde der aktive Radarsuchkopf der AIM-120C-7 AMRAAM-Rakete so angepasst, dass er in das Gehäuse der SM-2 Block IV-Rakete eingebaut werden kann. Durch diesen Schritt ist es möglich, Entwicklungszeit und Kosten erheblich zu reduzieren und die Zuverlässigkeit zu steigern, da die meisten Komponenten bereits ausgereift sind und lediglich geringfügig modifiziert werden müssen. Durch das bordeigene Radar ist es nun möglich auch Ziele zu bekämpfen, welche sich hinter dem Radarhorizont der Abschussplattform befinden. Die Zieldaten werden in diesem Fall von anderen Sensorplattformen zur Verfügung gestellt (z.b. von AWACS-Maschienen oder Kampfflugzeugen). Die ersten Vorserienmodelle sollen 2010 ausgeliefert werden.
Allgemeine Charakteristika:
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