Der Standardzustand wird ausgehend von der konzentrationsabhängigen Formulierung des chemischen Potentials einer reinen Substanz als der Zustand definiert, bei dem der Wert des Überführungsglieds Null ist.
aktueller Wert = Standardglied + Überführungsglied

Für den Druck kann man analog formulieren:

Standardzustand

In der Praxis sind die Standardbedingungen im Gegensatz zu den Normalbedingungen nicht weltweit einheitlich definiert.
Für Europa werden historisch die Bedingungen aus Amsterdam herangezogen:
In der Chemie, insbesondere in der physikalischen Chemie und der chemischen Thermodynamik, versteht man unter den Standardbedingungen einen Druck von 1 bar oder 100 kPa, bei mehreren gasförmigen Stoffen einen Partialdruck von jeweils 1 bar bzw. bei gelösten Stoffen (z. B. Ionen) eine Konzentration von 1 mol/L. In älteren Lehrbüchern findet man als Standarddruck noch 1 atm = 101,325 kPa. Der Standardzustand bezieht sich nicht auf eine bestimmte Temperatur.
In der Biochemie gilt eine ergänzende Definition. Der Standardzustand für die Wasserstoffionen-Konzentration (H+) beträgt 10-7 mol/l pH = 7. Wasser gilt damit bei 22 °C als chemisch neutral. Dies entspricht praktisch physiologischen Bedingungen.