Star Alliance
Die Star Alliance (englisch star – Stern, alliance – Allianz) ist eine 1997 gegründete Allianz von derzeit (31. Januar 2007) 17 Fluggesellschaften. Im Verbund der Star Alliance finden täglich mehr als 16.000 Flüge statt. Es werden 841 Ziele in 157 Ländern angeflogen. Alle Mitglieder zusammen haben eine Flottenstärke von rund 2800 Flugzeugen[1] und beförderten 2005 rund 400 Millionen Passagiere.[2] Damit ist die Star Alliance die größte Luftfahrtallianz.
Gründung
Die Star Alliance wurde am 14. Mai 1997 als erstes enges Bündnis mehrerer Fluglinien von den Fluggesellschaften Air Canada, United Airlines, Lufthansa, SAS Scandinavian Airlines und Thai Airways gegründet. Das Ziel dieser Allianz ist hauptsächlich eine Effizienzsteigerung, was auch die folgenden Punkte zeigen sollen:
- Gemeinsame und kompatible Angebote für Vielflieger
- Gemeinsame Loungen und später auch Terminals an den Flughäfen (etwa das Terminal 2 des Flughafen München oder SkyLink am Flughafen Wien).
- Aufeinander abgestimmte Linienflüge mit dem Aufbau eines weltweiten Netzwerkes
- Für Flüge bei mehreren Fluggesellschaften der Star Alliance einheitliche Tickets
- Angleichung der Qualitätsstandards
- Gemeinsame Flotten- und Ersatzteilbestellungen bzw. -leasing
- Gemeinsame Streckenrechte und Slots
Anlässlich der Gründungszeremonie wurden auf dem Flughafenvorfeld in Frankfurt/Main eine Boeing 747-400 von Thai Airways, eine Boeing 777-200 von United Airlines, eine Boeing 767-300 von SAS und zwei Airbus A340-300 von Air Canada und der deutschen Lufthansa zu einem fünfzackigen Stern formiert. Foto
Neben der Aufnahme von diversen neuen Mitgliedern wurde 2004 das Regionalkonzept entwickelt und vorgestellt, um auch kleinere Märkte durch regionale Fluglinien wie die finnische Blue1 zu erschließen.
Lufthansa Systems arbeitet im Auftrag der Mitglieder derzeit an einer Konsolidierung der Software, so dass Buchung, Loading und Flugdaten auf einer gemeinsamen IT-Basis erfolgen können. Die ersten Airlines, die dieses Ziel umsetzen, werden Lufthansa, United Airlines und Singapore Airlines sein.
In Konkurrenz zu diesem erfolgreichen Bündnis stehen die Allianzen oneworld Alliance und SkyTeam.
Geschichte
- 1997 — Gründung durch Air Canada, United Airlines, Lufthansa, Scandinavian Airlines System und Thai Airways am 14. Mai 1997 als erstes Luftfahrtbündnis. Varig tritt der Allianz bei.
- 1999 — Ansett Australia, All Nippon Airways und Air New Zealand werden Allianzmitglieder.
- 2000 — Singapore Airlines, BMI (British Midland), Mexicana und die Austrian Airlines Group, bestehend aus Austrian Airlines, Tyrolean Airways und Lauda Air, treten der Allianz bei.
- 2001 — Ansett Australia stellt den Flugbetrieb ein und scheidet nach einer verfehlten Akquisitionsstrategie von Air New Zealand und dem vorherigen Mitbesitzer News Corporation, als Allianzmitglied aus.
- 2003 — Asiana Airlines, LOT und Spanair treten bei.
- 2004 — US Airways wird Allianzmitglied. Mexicana verlässt die Allianz nach Streitigkeiten um Verkehrsrechte mit United Airlines. Mit Adria Airways, Croatia Airlines, Blue1 startet die Star Alliance ihr Regionalnetzwerk.
- 2005 — TAP Portugal tritt der Allianz bei. Nach der Akquisition von US Airways und der Fusion unter dem Namen US Airways, wird America West Airlines Allianzmitglied.
- 2006 — Swiss International Air Lines und South African Airways treten der Allianz bei. Shanghai Airlines und Air China werden eingeladen, dem Bündnis beizutreten. Turkish Airlines reicht einen Antrag auf Mitgliedschaft ein, welcher angenommen wird.
- 2007 — Air China und Shanghai Airlines werden voraussichtlich im vierten Quartal 2007 Allianzmitglieder. Die „alte“ Varig hat die Alliance am 31. Januar 2007 verlassen.
- 2008 — Turkish Airlines wird voraussichtlich Allianzmitglied [3]
Mitgliederstruktur
Gründungsmitglieder
Weitere Mitglieder
Air New Zealand (Neuseeland, beigetreten 1999)
All Nippon Airways (Japan, 1999)
Asiana Airlines (Südkorea, 2003)
Austrian Airlines Group (Österreich, 2000)
bmi (Vereinigtes Königreich, 2000)
LOT (Polen, 2003)
Singapore Airlines (Singapur, 2000)
South African Airways (Südafrika, 2006)
Spanair (Spanien, 2003)
Swiss International Air Lines (Schweiz, 2006)
TAP Portugal (Portugal, 2005)
US Airways (USA, 2004)
Regionale Mitglieder
Beitrittskandidaten
Der Beitritt der folgenden Fluggesellschaften wurde 2006 beschlossen. Diese sollen nach Abschluss einer Integrationsphase Mitglieder der Allianz werden.
Ehemalige Mitglieder
Potenzielle Mitglieder
AiRUnion (Russland) - Einem Bericht des Kommersant zufolge, verhandelt die Star Alliance nach dem Beitritt von Aeroflot zu Skyteam mit AiRUnion über eine Allianzaufnahme, nach dem deren Mitglieder fusioniert haben.[4] Andererseits ist die zu AirUnion gehörende Malev bereits Mitglied der oneworld Alliance.
Egypt Air (Ägypten) - Einem Pressebericht der Arab Air Carriers Organization zufolge verhandelt Egypt Air um eine Allianzaufnahme innerhalb des Zeitraums März 2006 bis März 2008.[5]
S7 Airlines (Russland)
Air India (Indien) - Air India verhandelt einem Pressebericht um eine Allianzaufnahme, die auch die Inlandsfluggesellschaft Indian Airlines einschliesst. Zudem unterhält die Airline Codeshare Abkommen mit Asiana, Austrian Airlines, Lufthansa, Singapore Airlines, SWISS, THAI und Turkish Airlines.[6]
Jet Airways (Indien) - Jet Airways hat vor einem Jahr ihr Vielfliegerprogramm mit demjenigen von Austrian Airlines, Lufthansa und SWISS verknüpft und unterhält Codeshare Abkommen mit South African Airways und THAI.
Ethiopian Airlines (Äthiopien) - Einem Pressebereicht des Standards zufolge, verhandelt Ethiopian Airlines mit der Star Alliance über eine Allianzaufnahme. [7]
TAM Linhas Aéreas (Brasilien) - Die TAM gilt als potentieller Ersatz für die ausgeschiedene Varig. Gerüchten zu folge soll TAM im Mai 2007 inoffiziell von Lufthansa eingeladen worden sein, der Star Alliance beizutreten. [8]
TACA (El Salvador) - Die TACA unterhält ein weitreichendes Codeshare Abkommen mit United Airlines und plant derzeit eines mit der Lufthansa aufzunehmen. TACA gilt als möglicher Beitrittskandidat, um das mittel- und südamerikanische Streckennetz der Star Alliance zu erweitern. [9]
Virgin Blue (Australien) - Seit Mai 2007 kursieren Gerüchte, wonach die Star Alliance Verhandlungen mit Virgin Blue, Australiens zweitgrösster Airline, über einen Beitritt zur Allianz aufgenommen hat. Dies würde die Lücke im Netzwerk schliessen, welche nach dem Konkurs von Ansett Australia im Jahre 2001 entstanden ist. Zudem unterhält Virgin Blue ein Codeshare Abkommen mit United Airlines.
News
- Am 6. November 2006 unterzeichnete TAP Portugal einen Vertrag mit Espírito Santo International über den Kauf von 99,81 Prozent der Regionalfluglinie Portugália. Ob Portugália der Star Alliance als Regionalmitglied beitreten oder ob sie mit der Muttergesellschaft TAP fusionieren wird, ist momentan noch unklar. [1] [10]
Strukturdaten
- Verkaufte Sitzkilometer (RPK): 857,8 Milliarden (2005) [2]
- IATA-Marktanteil (gemessen an RPK): 27,0 % (2005) [2]
- Beförderte Passagiere: 405,7 Mio. (2007) [1]
- Tonnenkilometer: 68 Mio. (nur int. Verkehr, 2002)
- Mitarbeiter: 351.761 (2007) [1]
- Angeflogene Flughäfen: 855 (2007) [1]
- Tägliche Abflüge: über 16.000 (2007) [1]
Siehe auch
Quellen
- ↑ a b c d e www.staralliance.com: Facts and Figures
- ↑ a b c Star Alliance (September 2006): „Network Facts and Figures“ (PDF 688 kB, englisch)
- ↑ Turkish Daily News: „THY discusses its Star Alliance accession“ (17. Mai 2007)
- ↑ Kommersant: „Star Alliance Chooses AiRUnion“ (31. Mai 2006)
- ↑ AACO: „EgyptAir seeking a global Alliance membership“ (8. März 2006)
- ↑ The Times of India: „Air India set to join Star Alliance“ (24. November 2006)
- ↑ Der Standard: „Ethiopian Airlines will in die Star Alliance“ (15. Januar 2007)
- ↑ airliners.de: „TAM und Lufthansa kooperieren“ (22. Mai 2007)
- ↑ airliners.de: „Lufthansa streckt weitere Fühler nach Südamerika aus“ (23. Mai 2007)
- ↑ TouristikPresse: „TAP Portugal erwibt Portugália“ (7. November 2006)
Weblinks
Mitglieder der Star Alliance