Stationsgottesdienst

Unter einem Stationsgottesdienst versteht man eine spätantik-frühmittelalterliche sowie heutige Form des Gottesdienstes, allgemein in europäischen und ostkirchlichen Großstädten verbreitet.

Aus räumlichen (Platzfrage) und organisatorischen (Einheitlichkeit der Kirche einer Stadt) Gründen sammelt sich die Gemeinde einer Stadt an Kirchen, Kapellen oder öffentlichen Orten innerhalb oder außerhalb einer Stadt, um unter Leitung des Bischofs oder seines Vertreters den Hauptgottesdienst des Tages zu feiern. Die Reihenfolge der einzelnen, mitunter über 40 Versammlungsorte (stationes) ist durch die örtliche Stationsordnung festgelegt. Der Stationsgottesdienst (missa stationalis) stellt heute in der römisch-katholischen Kirche die feierliche Form der bischöflich geleiteten Messfeier dar. Die mobile Gottesdienstform lebt auch in sonstigen Prozessionen fort.

Sonderform

In der Diaspora, besonders in dem Gebiet der ehemaligen DDR, werden Versammlungen priesterloser Gemeinden zu Gottesdiensten an unterschiedlichen Orten Stationsgottesdienst genannt.

Literatur

  • Johann Dorn: Stationsgottesdienste in frühmittelalterlichen Bischofsstädten In: Heinrich M. Gietl (Hg.), Festgabe für A. Knöpfler, Freiburg 1917, S. 43-55.
  • John Francis Baldovin: The urban character of Christian worship: the origins, development, and meaning of stational liturgy, (Orientalia Christiana analecta, 228), Pont. Ist. Orientale, Rom 1987.
  • Heinzgerd Brakmann: Synaxis katholiké in Alexandreia. Zur Verbreitung des christlichen Stationsgottesdienstes. In: Jahrbuch für Antike und Christentum 30 (1987) 74-89.
  • Caeremoniale episcoporum ex decreto Sacrosancto Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum. Editio typica. Typis Polyglottis Vaticanis MXMLXXXIV. Caput I: de Missa stationali episcopi dioecesani.
Quelle:
Artikel Stationsgottesdienst aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google