Unter einem Stationsgottesdienst versteht man eine spätantik-frühmittelalterliche sowie heutige Form des Gottesdienstes, allgemein in europäischen und ostkirchlichen Großstädten verbreitet.
Aus räumlichen (Platzfrage) und organisatorischen (Einheitlichkeit der Kirche einer Stadt) Gründen sammelt sich die Gemeinde einer Stadt an Kirchen, Kapellen oder öffentlichen Orten innerhalb oder außerhalb einer Stadt, um unter Leitung des Bischofs oder seines Vertreters den Hauptgottesdienst des Tages zu feiern. Die Reihenfolge der einzelnen, mitunter über 40 Versammlungsorte (stationes) ist durch die örtliche Stationsordnung festgelegt. Der Stationsgottesdienst (missa stationalis) stellt heute in der römisch-katholischen Kirche die feierliche Form der bischöflich geleiteten Messfeier dar. Die mobile Gottesdienstform lebt auch in sonstigen Prozessionen fort.
In der Diaspora, besonders in dem Gebiet der ehemaligen DDR, werden Versammlungen priesterloser Gemeinden zu Gottesdiensten an unterschiedlichen Orten Stationsgottesdienst genannt.