Das Staubblatt (Stamen) ist ein Blattorgan in der Blüte der Bedecktsamer und entspricht dem Mikrosporophyll. Die Gesamtheit aller Staubblätter in einer Blüte wird als Androeceum bezeichnet und stellt das männliche Sexualorgan der Blüte dar. Form und Anzahl der Staubblätter einer Blüte variieren bei unterschiedlichen Taxa.
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Ein typisches Staubblatt trägt auf dem sterilen Staubfaden (Filament) den fertilen Staubbeutel (Anthere). Die Anthere besteht in der Regel aus zwei Hälften (Theken), die durch ein steriles Konnektiv miteinander verbunden sind. Im Konnektiv verlaufen Leitbündel, die die Pollensäcke mit Nährstoffen versorgen. Jede Theka enthält zwei Pollensäcke (Mikrosporangien), in denen durch Meiose und Mitose die Pollenbildung erfolgt. Aus dem Pollen (Blütenstaub) geht der männliche Gametophyt hervor.
Die Antherenwand besteht aus vier Schichten. Die Epidermis ist die äußere Schicht. Darauf folgt die Faserschicht (Endothecium), die für die Öffnung der Antheren sorgt. Als drittes folgt eine vergängliche Zwischenschicht. Die innere Schicht, das Tapetum, verfügt über plasmareiche Zellen. Diese versorgen zum einen die Pollenmutterzellen mit den nötigen Nährstoffen und sondern zum anderen Pollenkitt ab und tragen so zur Bildung der Pollenkornwand (Sporoderm) bei.
Bei Reife öffnet sich die Anthere (meist in Längsrichtung) durch einen Kohäsionsmechanismus (unterschiedliche Spannungsverhältnisse beim Austrocknen der Faserschicht und der Epidermis). Trockenes Wetter begünstigt also das Freisetzen des Pollen. Der Pollen wird schließlich durch Wind, Insekten, etc. auf die Narbe übertragen.
Ein Staminodium (plur.: Staminodien) ist ein durch evolutive Reduktion unfruchtbar gewordenes, also steriles Staubblatt. Das Staminodium ist also eine Art rudimentäres Organ der Blüte. Bei weiterer Reduktion kann das Staubblatt auch komplett fehlen. So kann man am Beispiel der Rachenblütler (Scrophulariaceae) eine Regressionsreihe aufstellen, die auch in gängigen Lehrbüchern zu finden ist (die beiden letztgenannten Gattungen werden allerdings nach neuen molekularbiologischen Untersuchungen inzwischen zu den Wegerichgewächsen gezählt):
Nektar- oder Honigblätter sind Staubblätter, die zur Produktion von Nektar umgebildet wurden und dienen zum Anlocken von Insekten. Sie befinden sich am Grunde der Blütenblätter und haben eine mehr oder weniger tütenförmige Gestalt. Nektarblätter sind typisch für Hahnenfußgewächse. Bei der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) sind sie wie bei einer Blume ausgebildet und geben den Blütenblättern einen fettigen Glanz. An der Basis der Blütenkronblätter, die dann als Honigblätter bezeichnet werden, liegt hier die sogenannte Nektargrube mit der Nektardrüse. Manchmal sind die Honigblätter aber auch nur klein und unscheinbar zwischen Kron- oder Staubblättern versteckt wie bei der Trollblume. Bei Akelei und Feldrittersporn sind die Nektarblätter gespornt und dienen zwischen den eigentlichen Blütenblättern sitzend auch als Schauapparat.
Häufig treten Modifikationen von Staubblättern und Staminodien auf, die auf einen speziellen Bestäubungsmechanismus hindeuten. So bilden bei vielen Arten der Lippenblüter-Gattung Salvia (Salbei) und bei der Art Hemigenia eutaxioides 2 der 4 Staubblätter ein Gelenk aus. Dieses dient der genaueren Platzierung des Pollens auf den Körper des Bestäubers.
Bei den Ingwergewächsen existiert nur 1 funktionales Staubblatt, während umgebildete Staminodien die Funktion von Blütenblättern übernehmen.
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