Staudernheim

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Staudernheim
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Staudernheim hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Koordinaten: 49° 47′ N, 7° 41′ O
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 11,48 km²
Einwohner: 1523 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55568
Vorwahl: 06751
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 102
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Franz Seiß (CDU)

Staudernheim ist eine Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Zwischen Hunsrück und Pfälzer Bergland liegt die Gemeinde Staudernheim südöstlich von Bad Sobernheim am Fluss Nahe.

Geschichte

Die Staudernheimer Gemarkung war aufgrund ihrer günstigen Voraussetzungen wie fruchtbare Böden, mildes Klima und einer guten Verkehrslage schon in vorchristlicher und römischer Zeit besiedelt.

Auf dem nahe gelegene Disibodenberg stand eine keltisch-römische Kultstätte. Eine römische Straße führte in der Nähe bei Lettweiler und Bad Sobernheim vorbei. Nach den Zusammenbruch des römischen Reiches im 4. Jahrhundert und den Wirren der Völkerwanderung besiedelten Franken das Naheland.

Im 5. und 6.Jahrhundert schenkten die Merowinger dem Bistum Mainz Ländereien auf dem Disibodenberg. Ein Franke mit dem Namen „Studaro“ gründete eine Ansiedlung, aus dem sich der Ort seit dem 6. Jahrhundert entwickelte.

Um das Jahr 640 siedelte sich der irische Mönch und Missionar Disibod auf dem später nach ihm benannten Disibodenberg an. Die auf dem Berg von Bischof Bonifatius im Jahre 745 über dem Grab des heiligen Disibod errichtete Taufkirche wurde Ausgangspunkt der Missionierung des Naheraums.

Staudernheim stand schon früh kirchlich und verwaltungsmäßig unter der Obhut des Klosters und des Mainzer Erzbistums. Bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1559 war die Geschichte des Dorfes eng mit der des Klosters verbunden. Der Ortsname tauchte erstmals im Jahre 1107 auf. In kirchlichen Quellen wird das Dorf 1128 und 1146 „Studernheim“ genannt. Das älteste erhaltene Gerichtssiegel aus dem 15. Jahrhundert zeigt den Hl. Laurentius als Ortsheiligen.

1240-1242 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Mainz und dem naheländischen Adel. Es folgte der Niedergang und die Verarmung des Klosters und damit des Dorfes. Um 1200 besaßen die Rheingrafen, die spätere Ortsherrschaft, in Staudernheim einen Hof. Schon 1265 wird eine erste Brücke über die Nahe genannt. Die südliche Hälfte von Oberstreit gehörte mindestens seit 1305 zu Staudernheimer Gemarkung.

In den folgenden Jahrhunderten hatten außerdem noch weitere Adlige Besitz und Herrschaftsansprüche in Staudernheim, so u. a. die Ritter von Sponheim, die Wild- und Rheingrafen, die Ritter von Stein-Kallenfels und die Vögte von Hunolstein. Die Ortsherrschaft gelangte bis 1601 zu 3/8 an die Ritter von Steinkallenfels und 1778 an die Vögte von Hunolstein als deren Erben; nur 5/8 besaßen die Wild- und Rheingrafen.

Im Jahre 1515 wird ein Schultheiß als Ortsoberhaupt genannt. Das lutherische Bekenntnis, dem heute noch 2/3 der Bevölkerung angehören, führten um 1550 die Rheingrafen ein.

Nach dem 30jährigen Krieg 1620 entstand wieder eine katholische Kirchengemeinde. Für die katholische Gemeinde ließ Fürst Johann Dominik von Salm-Kyrburg in den Jahren 1768-70 durch seinen Baumeister Johann Thomas Petri die heutige Pfarrkirche „Johann Baptist“ und ein Pfarrhaus bauen, das zunächst dem Kirner Piaristenkolleg unterstellt war.

Mit der Französischen Revolution fanden die Fürstenherrschaften im Naheraum ein Ende. Die Franzosen, die das Land besetzten, schufen eine neue Verwaltung. Staudernheim kam im Jahre 1798 zur „Mairie“ Meddersheim. Nach dem Ende der französischen Herrschaft kam das Dorf 1816 zu Hessen-Homburg. Von 1816 bis 1834 war die Nahe und die Gemarkungsgrenze gegen Odernheim Staats- und Zollgrenze nach Bayern. In den Jahren 1846–50 wurde die steinerne „Landgrafenbrücke“ über die Nahe erbaut, die die alte Brücke von 1265 ersetzte.

Seit der Anbindung an das Eisenbahnnetz im Jahre 1859 ging die Entwicklung aufwärts. Ab 1896 gab es ein Gleis zur Glantalbahn, die so genannte „Strategische Bahn“.

1866 wurde Staudernheim Preußen zugeschlagen und 1869 der neuen Bürgermeisterei Meddersheim.

Nach dem ersten Weltkrieg wird 1918 Staudernheim und das westliche Rheinland von französischen Truppen besetzt, die 1930 wieder abziehen. 1935 kam Staudernheim verwaltungsmäßig zu Sobernheim.

Den zweiten Weltkrieg überstand der Ort weitgehend unbeschädigt. Die Ende des Krieges gesprengte Nahebrücke wurde 1948 wieder neu aufgebaut.

Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Bevölkerung arbeitet zunehmend in Industrie- und Gewerbebetrieben in Bad Sobernheim, Bad Kreuznach und im Rheintal sowie im Bundeswehr-Fliegerhorst Pferdsfeld. In den 50er-Jahren erfolgte der Anschluss des Dorfes an die Trinkwasserversorgung(vorher Brunnenversorgung), in den 60er-Jahren erhielt der Ort eine Kanalisation.

Staudernheim ist in heutiger Zeit ein Wohn- und Erholungsort, der sich mit Erfolg um den Tourismus bemüht.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich aus 16 Mitgliedern zusammen. Bei der Wahl 2004 gab es folgendes Ergebnis:

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: Von Schwarz über Gold geteilt, oben ein wachsender silberner herschauender Löwe, unten ein rotes Widerkreuz. Es wurde 1980 genehmigt. Der Löwe entstammt dem Wappen der Rheingrafen, das Widerkreiz dem der Grafen von Salm (Obersalm).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Sehenswert ist die katholische Kirche und das Pfarrhaus von 1768, die evangelische Kirche von 1871, die ehemalige Synagoge sowie das in der Nähe liegende Kloster Disibodenberg, welches zu Odernheim am Glan gehört, ein Wirkungsort der Heiligen Hildegard von Bingen.

Freizeiteinrichtungen und Tourismus

Der von Bad Sobernheim ausgehende Barfußpfad führt an der Nahe entlang über Staudernheimer Gebiet. In der Nähe des Staudernheimer Bahnhofes liegt der Start-/Endpunkt der Draisinenbahn durch das Glantal.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Staudernheim liegt im Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund. Der Bahnhof „Staudernheim“ liegt an der Nahetalbahn SaarbrückenMainz. Dort halten stündlich die Regionalbahn Kirn–Mainz und alle zwei Stunden der Regionalexpress Saarbrücken–Mainz. Östlich des Bahnhofs kürzt die zweigleisige, nicht elektrifizierte Bahnstrecke eine Naheschleife mit dem 424 Meter langen „Booser Tunnel“ ab, der auf Staudernheimer Gebiet liegt.

Die Buslinie 260 des Omnibusverkehrs Rhein-Nahe verkehrt von Bad Sobernheim über Staudernheim und Odernheim nach Lauterecken und ersetzt damit die auf diesem Abschnitt in den 80er-Jahren stillgelegte Glantalbahn, die jetzt nur noch von Touristen mit Draisinen befahren wird.

Die Bundesstraße 41, die in etwa parallel zur Nahetalbahn verläuft, passiert Staudernheim wenige Kilometer nördlich.

Öffentliche Einrichtungen

Grundschule, Kindergarten, Freiwillige Feuerwehr, Gemeindehaus, VFL-Sporthalle und Sportplatz

Weblinks

Quelle:
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