Stauffenberg (Adelsfamilie)

Schenk von Stauffenberg
Schenk von Stauffenberg

Die Schenken von Stauffenberg sind ein schwäbisches Geschlecht von uradeligen Reichsrittern, deren Herrschaften Jettingen, Wilflingen, Amerdingen, Rißtissen, Lautlingen, Geislingen und Schloss Greifenstein 1803 durch Mediatisierung teils an das Königreich Bayern, teils an das Königreich Württemberg fielen.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Die uradeligen Schenken sind urkundlich erstmals 1262 erwähnt. Sie sind nach der abgegangenen Burg Stauffenberg in Sichtweite der Burg Hohenzollern bei Hechingen benannt. Der Ursprung derer von Stauffenberg liegt aber in der im 15. Jahrhundert abgegangenen Siedlung Zell (Gemarkung Hechingen-Boll), von der heute nur noch die Wallfahrtskirche Maria Zell existiert. Das Land um den Zollerberg war, lange bevor die Zollerngrafen den Berg in Besitz nahmen, Eigentum der Herren von Zell. Es wird vermutet, dass Zell der ursprüngliche Name der Stauffenberger gewesen sein könnte. Seit die Stauffenberger das erbliche Schenkenamt bei den Grafen von Zollern innehatten, wurde "Schenk" zum Bestandteil ihres Nachnamens. Die Schenken von Stauffenberg haben reichsritterschaftlichen Ursprung, wurden 1692 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, 1785 ( nur die ausgestorbene Wilflinger Linie ) in den Reichsgrafenstand und 1874 teilweise in den bayerischen Grafenstand erhoben.

Abstammung

Nachdem die anderen stauffenbergschen Linien vor weit mehr als hundert Jahren ( Katzensteiner Linie,Bach´sche Linie und zuletzt 1830 die reichsgräfliche Wilflinger Linie) ausstarben, entstammen alle heute lebenden Schenken von Stauffenberg ausschließlich der Amerdinger Linie. Die Amerdinger Linie wurde von Hans Schenk von Stauffenberg begründet, der am 26. Januar 1566 durch seine Heirat mit der Witwe Barbara von Westernach in Haunsheim das Rittergut Amerdingen erwarb. Ein Zweig der Amerdinger Linie der Schenken von Stauffenberg (seit 1698 im Reichsfreiherrenstand) wurde 1874 vom bayerischen König Ludwig II. in den bayerischen Grafenstand erhoben. Seither gibt es einen gräflichen und einen reichsfreiherrlichen Zweig der Schenken von Stauffenberg. Alle lebenden Grafen Schenk von Stauffenberg stammen von Reichsfreiherrn (ab 1874: Graf) Franz Ludwig Philipp Schenk von Stauffenberg ab (* Bamberg 13. Mai 1801; † Würzburg 8. Mai 1881) ∞ Gräfin Eleonore Butler von Clonebough gen. von Haimhausen (* Raigenring bei Aschach; † Würzburg 5. Februar 1861). Alle lebenden Reichsfreiherrn Schenk von Stauffenberg stammen von seinem Bruder, Reichsfreiherrn Friedrich Schenk von Stauffenberg ab (* Wetzlar 23. Oktober 1803; † Rißtissen 2. Mai 1874) ∞ Gräfin Caroline Klementine Butler von Clonebough, gen. von Haimhausen (* Ansbach 31. Januar 1812; † Lindau 6. November 1879). Eleonore und Klementine waren Schwestern. Der gemeinsame Ahnherr aller lebenden Schenken von Stauffenberg ist der Vater der beiden erwähnten Brüder Franz Ludwig und Friedrich: Freiherr Adam Friedrich Aloysius Franz Georg Maria Crescentia Schenk von Stauffenberg (* Bamberg 7. März 1767; † Wetzlar 14. Mai 1808 ) ∞ Charlotte von Harff (* Dreyborn 6. November 1777; † Würzburg 10. Februar 1853).

Stammliste

Sebastian Schenk von Stauffenberg ( -1564) ∞ 1525 Anna von Rechberg-Illeraichen

  1. Hans Schenk von Stauffenberg ∞ 1566 Barbara von Westernach
    1. Margarete Anna von Stauffenberg
    2. Bernhard Schenk von Stauffenberg ( -1609) ∞ 1589 Anna Regine von Leonrod
      1. Hans Sigismund Schenk von Stauffenberg
        1. Johann Ph.I. Schenk von Staufenberg (1656-1698) ∞ 1684 Marie Magdalene von Riedheim
          1. Sebastian K. C. Schenk von Stauffenberg (1692-1762) ∞ 1721 Marie M.Th.S. Graefin Schenk von Castell (1701-1781)
            1. Johann F. R. X. J. A. K. Schenk von Stauffenberg (1733-1797) ∞ 1764 Marie C.W. Freiin Zobel von Giebelstadt (1744-1804)
              1. Adam Friedrich Aloysius Franz Georg Maria Cresentia Schenk von Stauffenberg (1767-1808) ∞ Charlotte von Harff (1777-1839)
                1. Franz Ludwig Philipp Schenk von Stauffenberg (1801-1881), ab 1874: Graf, ∞ Gräfin Eleonore Butler von Clonebough gen. von Haimhausen ( -1861), siehe unten
                2. Friedrich Schenk von Stauffenberg (1806-1874), ∞ Gräfin Eleonore Butler von Clonebough gen. von Haimhausen (1811-1879) siehe unten
          2. Philipp Adam Sigismund Schenk von Stauffenberg (1688-1724) ∞ Marie Elisabeth von Bettendorf
          3. Marie Katharine E. F.C. Schenk von Stauffenberg (1689-1726) ∞ Freiherr Johann Anton Franz von Ratzenried
        2. Johanna Regina Maria von Stauffenberg (1641-1664)
        3. Katharine Sofie von Stauffenberg (1642-1670)
        4. Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1644-1693), Fürstbischof von Bamberg
        5. Maximilian Gottfried von Stauffenberg (1646-1699)
          1. Johanna Marie Anna W. Schenk von Stauffenberg ( -1729) ∞ 1725 Freiherr Johann Ludwig von Stingelheim
        6. Anna Johanna Katharina von Stauffenberg (1647-1648)
        7. Maria Rosine Konstantia von Stauffenberg (1647-1683) ∞ Markward J.W. Reichserbmarschall von Pappenheim
        8. Katharine Margarete von Stauffenberg (1651-1701) ∞ Ferdinand Maria Freiherr von Seinsheim
        9. Marie Franziska Viktoria von Stauffenberg
      2. Dorothee Marie Eva von Stauffenberg ∞ 1613 Freiherr Albrecht von Mamming
      3. Hans Sebastian von Stauffenberg (1596-1596)
      4. Anna Dorothee von Stauffenberg (1597-1597)
      5. Johann Philipp von Stauffenberg (1600-1624)
      6. Marie Elisabeth von Stauffenberg
      7. Margarete Anna von Stauffenberg (1604-1604)
      8. Wilhelm Konrad von Stauffenberg (-1670) ∞ Maria Dorothee von Riedheim
        1. Anna Regina Schenk von Stauffenberg
        2. Marie Barbara von Stauffenberg (* 1642) ∞ Johann Adam Freiherr von Bubenhofen zu Winzingen (-1699)
      9. Anna Katharina von Stauffenberg (gest. vor 1619)
  2. Albrecht Schenk von Stauffenberg ( -1593) ∞ Veronika Vogt zu Alt-Summerau gen. Praßberg
    1. Wilhelm Schenk von Stauffenberg (1573-1644) ∞ Margarete von Stadion (* 1599)
      1. Wolfgang Friedrich Schenk von Stauffenberg (1612/13-1676) ∞ Anna Barbara von Wernau (1651-1681)
        1. Johann Franz Schenk von Stauffenberg (1658-1740), Fürstbischof von Konstanz

Grafen Schenk von Stauffenberg

  1. Franz Ludwig Philipp Schenk von Stauffenberg (1801-1881), ab 1874: Graf, ∞ Gräfin Eleonore Butler von Clonebough gen. von Haimhausen ( -1861)
    1. Klemens Schenk von Stauffenberg (1826-1886) ∞ Leopoldine Graefin Oberndorff
      1. Berthold F. L. M. F. Schenk von Stauffenberg (1859-1944) ∞ Maria Th. A. J. E. G. Freiin Gross von Trockenau
        1. Klemens von Stauffenberg
          1. Marie Gabriele Luise Sofie von Stauffenberg
          2. Karl Berthold von Stauffenberg (1918-1941)
          3. Markward Seb. Gg. Wernher von Stauffenberg
          4. Otto Philipp F.Ch.M. von Stauffenberg
        2. Markwart Seb. L. P. M. von Stauffenberg
          1. Delia Marie Gabriele von Stauffenberg ∞ Karl Friedrich Erbprinz zu Oettingen.
          2. Marie Agnes (Ines) von Stauffenberg
          3. Alexandra Leo. Olga Maria von Stauffenberg
          4. Alfred B. A. M. Gg. von Stauffenberg
          5. Klemens Anton M.A.Fr. von Stauffenberg
      2. Alfred K.Ph.Fr.J.M. Schenk von Stauffenberg (1860-1936) ∞ Caroline Graefin Uexkuell-Gyllenband
        1. Berthold Schenk von Stauffenberg (1905-1944)
          1. Alfred Claus Maria von Stauffenberg (1937-1987) ∞ Marie Sophie Freiin von Stauffenberg
            1. Berthold von Stauffenberg ∞ Maria Jesus Alejandra Carabias
              1. Alfred Fedorico Maria von Stauffenberg
        2. Alexander Schenk Graf von Stauffenberg (1905-1964)
        3. Claus Ph. Maria Schenk von Stauffenberg (1907-1944) ∞ Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg
          1. Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 1934)
          2. Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 1938)
      3. Philipp Schenk von Stauffenberg (* 1899)
    2. Philipp Schenk von Stauffenberg (1828-1895) ∞ Karoline Prinzessin Lobkowitz

Reichsfreiherrn Schenk von Stauffenberg

  1. Friedrich Schenk von Stauffenberg (1806-1874), ∞ Gräfin Eleonore Butler von Clonebough gen. von Haimhausen (1811-1879)
    1. Franz August Schenk von Stauffenberg (1834-1901)
      1. Franz Wilhelm Karl Maria Gabriel Schenk Freiherr von Stauffenberg (1878-1950)
        1. Friedrich W. P.H.M. Schenk von Stauffenberg
          1. Marie Sophie Freiin von Stauffenberg
          2. Franz Schenk von Stauffenberg
          3. Wolf Dietrich Schenk von Stauffenberg
        2. Hans Christof A.H.M. Schenk von Stauffenberg
          1. Hans Sebastian von Stauffenberg
            1. Johanna Schenk von Stauffenberg
            2. Damian Schenk von Stauffenberg
          2. Damian Ignaz H.M. Schenk von Stauffenberg
            1. Sebastian Franz Ch. H.M. Schenk von Stauffenberg
    2. Karl Maria Schenk von Stauffenberg
      1. Werner C. Schenk von Stauffenberg (* 1878)
      2. Wilhelm Franz Kl. Schenk von Stauffenberg (1879-1918)

Nachname und Anrede

Während vor 1918 die Adelstitel „Graf“ bezw. „Freiherr“ dem Vor- und Nachnamen vorangestellt wurden, sind sie gemäß den Bestimmungen der Weimarer Verfassung, des Bonner Grundgesetzes und einer Entscheidung des Reichsgerichts zur Behandlung von Titeln weiblicher Angehöriger ehemals adeliger Familien, zum Bestandteil des Familiennamens geworden. Die Titel werden seither dem Vornamen nach- und dem Nachnamen vorangestellt. So ergab sich der Familienname „Schenk Graf von Stauffenberg“ bzw. „Schenk Freiherr von Stauffenberg“ , entsprechend dazu die weibliche Form Gräfin, bzw. Freifrau (verheiratet) oder Freiin (unverheiratet). Die korrekte Anrede ist statt der üblichen Anrede Herr / Frau / Fräulein bei den Grafen Graf / Gräfin / Comtesse und bei den Reichsfreiherren Baron / Baronin / Baronesse.

Persönlichkeiten

Die bekanntesten Stauffenberger des 20. Jahrhunderts sind:


Literatur

  • Gerd Wunder: Die Schenken von Stauffenberg. Mueller und Graeff, Stuttgart 1972

Weblinks

Quelle:
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