| Stechimmen | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Sand-Goldwespe (Hedychrum nobile)
|
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Aculeata | ||||||||||||
| Latreille, 1802 | ||||||||||||
| Überfamilien | ||||||||||||
Die Stechimmen oder Wehrimmen (Aculeata) bilden ein Taxon von Hautflüglern (Hymenoptera). Zusammen mit den Legimmen (Terebrantia) bilden sie die Unterordnung der Taillenwespen (Apocrita), allerdings werden gelegentlich auch beide Gruppen in den Rang der Unterordnung erhoben und den Pflanzenwespen (Symphyta) gegenüber gestellt.
Es gibt etwa 50.000 Arten der mit einem Wehrstachel ausgestatteten Stechimmen.
Nur die weiblichen Tiere verfügen über den Giftstachel, der sich aus dem Legestachel (ähnlich wie bei den Legimmen) entwickelt hat und primär die Aufgabe hat, Beutetiere zu lähmen (bei Wegwespen und Grabwespen). Daneben kann der Stachel auch als Waffe eingesetzt werden, einerseits zur Verteidigung gegen Angriffe, andererseits zur Abwehr von Brutparasiten.
Der Stachel sitzt am Hinterleibsende, ist mit einer Giftdrüse verbunden und in Ruhestellung im Körperinnern verborgen. Beim Stechvorgang wird das Gift in den Körper des Feindes gepumpt. Bei Honigbienen ist der Stachel mit Widerhaken versehen, so dass er in der Lederhaut von Warmblütern stecken bleibt (nicht dagegen im Chitinpanzer von Insekten). Das führt zwar zum Tod der stechenden Biene, sorgt aber dafür, dass eine maximale Giftdosis injiziert wird.
Bei Stechimmen, wie den Bienen, die ihre Larven nicht mit gelähmten oder getöteten Beutetieren versorgen , besitzt der Stachel entweder eine reine Verteidigungsfunktion oder ist gänzlich zurückgebildet.
Einige Unterfamilien der Ameisen (z.B. Schuppenameisen) verfügen über keinen Stachel (gehören aber dennoch zu den Stechimmen!), sondern haben eine andere Form der Verteidigung entwickelt: Sie spritzen entweder aus gewisser Distanz ihr Gift in Richtung des Angreifers (oft in dessen Augen), oder beißen erst mit den Kiefern (Mandibeln) eine Wunde, in die sie dann hineinspritzen. Hingegen besitzen andere Unterfamilien (z.B. Ponerinae) einen Stachel, mit dem teilweise ein stark wirksames Gift injiziert werden kann.
Männliche Stechimmen verfügen über einen Genitalapparat, der in keinem Fall eine Verteidigungsfunktion erfüllt. Dennoch wird des Öfteren beobachtet, dass sie sich bei Angriffen durch scheinbar stechende Bewegungen zur Wehr setzen. Offenbar kann bereits die Drohung eines Stiches eine wirksame Abwehr sein.
Menschen werden nur in Not gestochen - vor allem zur Verteidigung ihres Nestes und wenn sie um ihr Leben fürchten. Zur (meist überschätzten) Gefahr der Stiche siehe unter "Insektenstich".
Zur Vermeidung von Stichen sollte man dem Nest bis auf etwa 4 m fernbleiben beziehungsweise sich dort nur ruhig bewegen, und nicht nach fliegenden Wespen oder Bienen schlagen. Bei ersten Stichen ist rasche Flucht angesagt, weil der Duft weitere Tiere herbeiruft.
Zu den Stechimmen gehören die Honigbienen, die Hummeln, die Wespen, die Hornissen und die Ameisen.