Stefan Uroš II. Milutin war der jüngere Sohn von Stefan Uroš I. und Bruder Stefan Dragutins, und König von Raszien, der Küstenländer (heute Herzegowina Nordalbanien, Montenegro und Süddalmatien) und aller Serben 1282-1321.
Nachdem sein Bruder von der serbischen Reichsversammlung als König abgesetzt wurde, wurde Milutin 1282 inthronisiert. Damals nahm Milutin auch den Namen seines Vaters Uroš an. Unter seiner Herrschaft wurde Serbien zur dominierenden Macht auf dem Balkan. Milutin herrschte beinahe über das ganze heutige Serbien (außer Belgrad und der Vojvodina), Montenegro, Herzegowina, Süddalmatien und Nordalbanien. Er eroberte von Byzanz weite Teile Mazedoniens und Albaniens. Als das bulgarische Fürstentum von Vidin einen Feldzug gegen Serbien begann, schlug Milutin diese und eroberte mit seinem Bruder Dragutin, der um Belgrad eine eigene Herrschaft hatte, das an der heutigen serbischen Donau östlich von Belgrad gelegene und von Vidin abhängige Fürstentum von Braničevo. Das Fürstentum Vidin musste die Oberhoheit Milutins anerkennen. Damit bekam Serbien erstmals eine Grenze an der Donau.
Milutin ist bekannt als einer der bedeutendsten serbischen Kunstmäzen und Kirchenstifter. So erbaute er an die 40 Kirchen und Klöster, darunter ein Hospital in Konstantinopel, der später Patriarchensitz werden sollte, wie auch Kirchen in Thessaloniki oder Bari in Italien und bei Jerusalem. Seine bedeutendsten Stiftungen waren das Kloster Gračanica im Kosovo und die Erneuerung von Hilandar auf dem Berg Athos. Auch war Milutin bekannt und berüchtigt für seine zahlreichen Ehen. Er heiratete viermal. Seine letzte Ehe schloss Milutin mit der damals gerade fünfjährigen Simonida, der Tochter des byzantinischen Kaiser Andronikos II.. Diese Heirat war das Resultat des zu dieser Zeit schwächelnden Kaiser Andronikos II., der zuerst Milutin, um einen zukünftigen Angriff der Serben auf Byzanz zu verhindern, seine Schwester Eudokia zur Frau anbot. Diese verweigerte dem Kaiser das Gefolge, da sie ein Leben am kaiserlichen Hof in Konstantinopel dem königlichen Hof Milutins vorzog und debrüskierte den Kaiser und seine Durchsetzungskraft in der kaiserlichen Familie. Der verärgerte Milutin war im Begriff dem ohnehin durch die goldene Horde, den Bulgarenüberfällen und den Gebietsansprüchen der Italiener auf Thessalonike (heute Thessaloniki) überforderten Byzanz den Krieg zu erklären, als Andronikos Milutin seine fünfjährige Tochter zur Heirat vorschlug. Diese Ehe mit der purpurgeborenen Kaisertochter war die Grundlage für den späteren Anspruch des Zaren Dušan auf die Kaiserkrone des byzantinischen Reiches. [1]
Milutin verstarb 1321, die Nachfolge trat sein einst von ihm verstoßener und geblendeter Sohn Stefan Uroš III. Dečanski an. Er wurde im Kloster Banjska beigesetzt. Als die Osmanen in Serbien einfielen wurde sein Leichnam verlegt, erst nach Trepča, dann 1460 ins bulgarische Sofia.
Erst 2007 wurde der Leichnam von der bulgarisch-orthodoxen Kirche und vom Sinod von Sofia als ein Zeichen der Solidarität der serbisch-orthodoxen Kirche überlassen. Diese Übergabe kann man als eine mehr als freundschaftliche Geste deuten, denn Milutin wird mittlerweile auch in Bulgarien als Heiliger verehrt und seine Gebeine haben den Status einer Reliquie. Er ruht jetzt wieder im Kloster Banjska, dass 2004 wieder geweiht wurde, in der serbischen Provinz Kosovo und Metohien.[2]
| Vorgänger |
Serbische Monarchen 1282-1321 |
Nachfolger Stefan Uroš III. Dečanski |