Stegreif ist eine veraltete Bezeichnung für den Steigbügel eines Reiters, zusammengesetzt aus steigen und Reif.
Die Bedeutung steigen zeigt sich auch in dem verwandten Wort Steg = schmaler, erhöhter Übergang. Hinter dem Wort Reif verbirgt sich ein alter Begriff für Seil (vergleiche Reeperbahn = Herstellungsstätte für Seile, Reepschnur = leichtes Bergsteigerseil, Fallreep = Strickleiter und engl. rope = Seil). Ein Stegreif ist ursprünglich also eine Seilschlinge, die man zum Aufsteigen benutzte.
Die Redewendung „aus dem Stegreif“ bedeutet „ohne vom Pferd zu steigen“ und im übertragenen Sinn
In Architekturhochschulen heißen kürzere Entwurfsaufgaben Stegreifentwürfe.
In bayerischen Gymnasien und Berufsfachschulen werden unangesagte Arbeiten Stegreifaufgaben genannt.
Da die Etymologie des Begriffs nicht sehr bekannt ist, wird Stegreif – passend zu den ähnlichen Redewendungen „aus dem Stand“ und „aus der Luft gegriffen“ – oft falsch Stehgreif geschrieben und gesprochen.
Stegreif hieß auch ein Bauteil der mittelalterlichen Armbrust, das den Ladevorgang vereinfachte: ein steigbügelähnlicher Metallbügel am vorderen Ende der Waffe, in den der Schütze einen Fuß setzte und so die Hände frei hatte, um die Sehne zu spannen.
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