| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Steinfurt (Begriffsklärung). |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Steinfurt | |
| Koordinaten: | 52° 9′ N, 7° 21′ O | |
| Höhe: | 65 m ü. NN | |
| Fläche: | 111,42 km² | |
| Einwohner: | 34.476 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 309 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 48565 | |
| Vorwahlen: | 02551 (Burgsteinfurt), 02552 (Borghorst) | |
| Kfz-Kennzeichen: | ST | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 66 084 | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Hoge (CDU) | |
Steinfurt ist Kreisstadt des Kreises Steinfurt in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Münster. Im Zuge der kommunalen Neugliederung sind die ehemals eigenständigen Städte Borghorst und Burgsteinfurt am 1. Januar 1975 zur Stadt Steinfurt zusammengelegt worden.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Steinfurt liegt am Münsterländer Kiessandzug nordwestlich von Münster, Westfalen.
Steinfurt grenzt an Ochtrup, Wettringen, Neuenkirchen, Emsdetten, Nordwalde, Altenberge, Laer, Horstmar und Metelen.
Die Stadt besteht aus den beiden Ortsteilen Borghorst und Burgsteinfurt mit jeweils drei Bauernschaften
Das Borghorster Gebiet war schon im 8. Jahrhundert besiedelt, das belegen Baumsargfunde in der Nähe der Pfarrkirche. Die Grafen, welche hier wohnten, führten urkundlich den Namen: „Grafen von Borchorst“ oder „Edle von Borchorst“.
Der Ort wird am 23. Oktober 968 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde wird der Gräfin Bertha und ihrer Tochter Hathewig von Kaiser Otto I. gestattet, ihre befestigte Burg in eine klösterliche Lebensgemeinschaft (Kanonissen), das spätere, freiweltlich-adelige Damenstift, umzuwandeln. Auch der Bau der ersten Kirche wird durch drei Kaiserurkunden bestätigt. Es sind dies die Urkunden der sächsischen Kaiser Otto I., Otto II. und Otto III. aus den Jahren 968, 974 und 989. Im Jahre 1811 wurde das Stift, nach 843 Jahren, aufgehoben.
Der kostbarste noch heute existierende Gegenstand aus der Stiftszeit ist das fast 1000 Jahre alte Stiftskreuz, ein Reliquienkreuz aus goldumkleidetem, mit echten Bergkristallen geschmücktem Eichenholz. Auf der Vorderseite des Kreuzes ist ein Kaiser Heinrich als Stifter bezeichnet, bei dem es sich vermutlich um Heinrich III. (HRR) handelt. Das ikonographische Programm der Vorderseite, auf der die Essener Stadtheiligen Cosmas und Damian wie auch Petrus und Paulus in derselben Anordnung wie beim Essener Theophanu-Evangeliar abgebildet sind, verweist darauf, dass das Stift Borgholt als Tochtergründung des Stifts Essen entstand.
Im Jahr 1885 wird begonnen, die alte Stiftskirche abzubrechen. Sie weicht einer neuen, viel größeren Kirche. Die Bauzeit dieser neuen Kirche beträgt vier Jahre. Der in Köln geborene Hilger Hertel der Ältere (geb. 1831, gest. 1900) ist der Architekt dieses Neubaus. Er stammt aus der Kölner Dombauhütte. Der Kirchenraum hat eine Gesamtlänge von 66 m, ist 26 m breit und 21 m hoch. Die Turmhöhe der Kirche beträgt 99 m und sie ist eine der größten Hallenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Während der Bauzeit ereignen sich drei tragische Unfälle, bei dem ein Bauarbeiter schwer und zwei tödlich verletzt werden.
Die Aufgeschlossenheit für alles Neue und Zweckmäßige verdankt Borghorst die fast stürmische Entwicklung, die nach dem Krieg 1870/71 mit der verkehrstechnischen Erschließung und fortschreitenden Industrialisierung des Landes einsetzt. Vorrangig steht hier die Entwicklung der Textilindustrie.
Im Borghorster Bereich haben vorher, neben Ackerbau, Generationen die Hausweberei betrieben. Ein großer Teil der Erzeugnisse sind nach Holland, Spanien und England, sogar bis in deren fernste Kolonie verkauft worden.
Eine Vielzahl von Webereien, Spinnereien, Veredlungsbetrieben, Nähereien und Strickereien entstehen am Ort. Um 1950 laufen im Stadtgebiet rund 100.000 Spindeln und 2.600 Webstühle. Leider ist von der damals blühenden Textilindustrie nichts geblieben. Nur vereinzelte Betriebe sind noch im Textilbereich tätig. Viele ehemalige namhafte Betriebe sind dem Erdboden gleich gemacht worden, stehen leer oder werden anderweitig genutzt.
Nur ein Schornstein der ehemaligen Borghorster Warps Spinnerei (BWS) wird demnächst als Industriedenkmal auf dem Parkplatz eines derzeit im Bau befindlichen Einkaufszentrums im Ort zu sehen sein.
In der Zeit von 1578-1603 hat das Borghorster Damenstift schwer unter den wilden Kriegshorden zu leiden. Ein Bruder oder naher Verwandter der zu dieser Zeit amtierenden Äbtissin Anna von Daun-Falkenstein durchzieht 1590 verwüstend das Hochstift Münster. Graf von Falkenstein-Oberstein quartiert sich mit Graf von Hollach in Metelen und Borghorst ein. Die damalige Pröbstin von Borghorst, Anna von Stricks, wird erbärmlich ermordet. In einer Urkunde aus dem Schlossarchiv in Burgsteinfurt wird berichtet, dass über 100 spanische Reiter in die Grafschaft Steinfurt, besonders in das Kirchspiel und Dorf Borghorst, feindlich, bewaffnet und unerwartet eingefallen sind. Unglaubliche Verwüstungen finden statt, alles Brauchbare und Wertvolle nehmen sie mit. 250 Pferde und Stück Vieh nimmt man der Bevölkerung.
In den Jahren 1939 bis 1945 finden zahlreiche Bombardierungen im Stadtgebiet statt. Borghorst ergibt sich am 31. März 1945 kampflos den einrückenden britischen Truppen.
Der Erbauer der Wasserburg ist der Edle Rudolf II. von Stenvorde. Er wird im Jahr 1155 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Seine Vorfahren und er selbst bewohnen den alten sächsischen Haupthof Stenvorde an der Aa. 1164 wird dieser Hof durch kriegerische Ereignisse zerstört.
Nach Erlöschen des Geschlechts der Edlen von Steinfurt im Jahr 1421, verfällt die Burg, da die Erben, die Grafen von Bentheim, eigene Schlösser bewohnen. Der Sohn der Gräfin Walburg von Brederode, Arnold, setzt diese Burg 1558 wieder instand.
1558 gründet Graf Arnold zu Bentheim und Steinfurt das Gymnasium Arnoldinum. Diese Schule stand als Universität einst, auch in Holland, in hohem Ansehen.
1591 bis 1593 lässt Arnold die Hohe Schule bauen.
Im Dreißigjährigen Krieg erleiden die Gebäude erhebliche Beschädigungen. Erst ab 1706 wird das Schloss wieder hergerichtet.
Burgsteinfurt war bis 1974 Kreisstadt des Kreises Steinfurt (Kfz-Kennzeichen BF).
Das Gebiet der Stadt wird wiederholt von den kriegsführenden Parteien heimgesucht. Um 1623 findet in der Nähe von Burgsteinfurt ein Gefecht zwischen Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und der Vorhut von Tillys Heerscharen statt.
1634 wird die Stadt und das Schloss von Truppen des Fürstbischofs von Münster besetzt, später folgen die Hessen. Um 1647 wird die Stadt von den Kaiserlichen eingenommen.
Burgsteinfurts Bürger leiden in dieser Zeit schwer durch Pest und Hungersnot. Viele von ihnen fliehen nach Holland. Am Ende des Krieges sind rund 320 Häuser verwüstet. Nach Angaben sollen nur 50 zum Teil verarmte Menschen in der Stadt übrig geblieben sein.
Nach Frieden 1648 gibt es nur ein kurzes Durchatmen, denn 1660 ließ der damalige Bischof Christoph Bernhard von Galen die Stadt widerrechtlich besetzen. Rund 60 Jahre unterhält die Stadt nun eine Garnison, unter deren Abgaben sie leiden muss. 1720 zieht die Garnison ab.
Das Burgsteinfurter Gebiet wird von 1939 bis 1945 zahlreich von Bomben getroffen.
Borghorst
Burgsteinfurt
Burhurst, Bornhorst, Burchorst, Burchurst, Borchorsth, Borchorst, Borghorst
Das Wort Burchurst ist ein zusammengesetztes und besteht aus Burc und hurst. "Burc" = Burg, bezeichnet ein befestigtes Schloß (castrum) "hurst" oder "horst" = Wald
→ "Die Burg im Wald"
Dume, Dumethe (1283), Dummete (1439), Dumete (1090)
Dumme, zu westfälisch dummerig, feucht, dumpfig (von Land); hochdeutsch dumm, von feuchtem Salze, bei Luther, norwegisch-dialektisch dumma, Unklarheit der Luft, Nebeldecke.
Der Name wird von einem Hof gleichen Namens (14. Jahrhundert) abgeleitet. "dat hues ton ostendorpe" Bauernschaft- und Hofname liegen im Osten von Borghorst.
Wilmesberghe, seit 1203 Wilmsberg
Der Name Wilmsberg stammt von einem alten Rittergeschlecht.
Stenvorde, Burgsteinfurt
→ "Burg an der steinernden Furt"
Der Ortsteil Borghorst ist überwiegend römisch-katholisch.
Burgsteinfurt hingegen ist Sitz einer evangelischen Enklave im katholischen Münsterland. In den Grafschaften Bentheim-Steinfurt führt Graf Arnold II. 1544 die lutherische Lehre ein. Ab 1588 setzt sich ein allmählicher Wechsel von der lutherischen hin zur calvinistischen Richtung durch. Dieser ist etwa 1598 abgeschlossen.
Kirchengemeinden:
Borghorst erhält 1930 das Recht, ein Gemeindewappen zu führen. Das Stadtrecht erhält Borghorst am 21. Mai 1950. Burgsteinfurt erhält bereits 1347 das Stadtrecht.
Im silbernen Schild zeigt das Borghorster Wappen neun blaue Rauten. Es ist das abgewandelte Wappen der Burgmänner von Borghorst zu Horstmar. Diese Burgmänner gehörten zu den Ministerialen oder Dienstmannen des Bischofs von Münster.
Das Wappen von Burgsteinfurt wurde dem Stadtsiegel aus dem Jahre 1635 entnommen. Ein roter Torbau, auf goldenem Grund. Die Darstellungen der Türme symbolisieren die beiden Türme der Hohen Schule und dem Turm des Rathauses, aus dem Jahr 1561.
Nicht nur die plattdeutsche Sprache wird im gesamten Steinfurter Bereich gepflegt, auch das Schützenwesen ist eine alte Tradition der Steinfurter. In beeindruckender Weise arbeiten die Heimatvereine der beiden Ortsteile die Heimatgeschichte auf. So werden auch denkmalgeschützte Häuser gepflegt.
Das Domizil des Borghorster Heimatvereins ist das ehemalige Borghorster Rathaus, in dem auch das örtliche Heimatmuseum untergebracht ist. Der Burgsteinfurter Heimatverein hat seinen Sitz in der Niedermühle, an der Aa.
Borghorst
Burgsteinfurt
Reizvoller Stadtkern mit Schloss, das von der Familie des Fürsten zu Bentheim-Steinfurt bewohnt wird. Besonders sehenswert ist die weitläufige Parkanlage Bagno. Im Rahmen der Regionale 2004 sind das Bagno und die dort befindliche, freistehende Konzertgalerie saniert worden.
Steinfurt ist über die Bundesautobahn 1 (Anschlussstelle Münster-Nord, 20 km über die B 54 Richtung Münster), die Bundesautobahn 30 (Anschlussstelle AK Schüttorf, via B54/A31 Ochtrup, 10 km) und die Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Heek/Ochtrup, 10 km) erreichbar.
Im Stadtgebiet befinden sich des Weiteren zwei Bundesstraßen: Bundesstraße 54 und Bundesstraße 499 sowie zwei Landesstraßen: Landesstraße 510 und Landesstraße 580
Die Bahnhöfe Steinfurt-Burgsteinfurt, Steinfurt-Borghorst und Steinfurt-Grottenkamp werden im Stundentakt von der Regionalbahn 64 „Euregio-Bahn“ Münster Hbf–Gronau–Enschede (NL) bedient. (Kursbuchstrecke 407).
In etwa 25 km Entfernung befindet sich der Flughafen Münster/Osnabrück.
Der Dortmund-Ems-Kanal befindet sich rund 25 km von Steinfurt entfernt.
In Steinfurt erscheinen Lokalausgaben der Tageszeitungen Westfälische Nachrichten und Münstersche Zeitung (jeweils für Burgsteinfurt und Borghorst). Für die Stadt und den gesamten Kreis zuständig ist das Lokalradio Radio RST mit seiner Zentralredaktion in Rheine. Der WDR berichtet regional in seinen Fenstern auf WDR 2 und im WDR-Fernsehen. Radio Q ist der neueste Radiosender für Steinfurt und richtet sich vor allem an die Studierenden der FH. Die Hauptredaktion sitzt in Münster.
Marienhospital - seit 1863
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