Steinheim am Albuch

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Steinheim am Albuch
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Steinheim am Albuch hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Koordinaten: 48° 42′ N, 10° 4′ O
Höhe: 540 m ü. NN
Fläche: 82,41 km²
Einwohner: 8815 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89555
Vorwahl: 07329
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 032
Gemeindegliederung: 9 Teilorte
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 24
89555 Steinheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Rainer Schaller

Die Meteorkratergemeinde Steinheim am Albuch liegt am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb am Albuch.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Blick vom südlichen Kraterwall des Steinheimer Beckens auf den Ortsteil Sontheim. Dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der den Zentralberg des Kraters darstellt.
Blick vom südlichen Kraterwall des Steinheimer Beckens auf den Ortsteil Sontheim. Dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der den Zentralberg des Kraters darstellt.

Steinheim und der Teilort Sontheim liegen im Steinheimer Becken, einem Kraterkessel zwischen 503 und 718 Meter Höhe mit einem Randdurchmesser von 3,5km. Dieser ist vor ca. 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden. Es wird vermutet, dass der Meteorit Teil eines größeren Meteoriten war, der durch seinen Einschlag das Nördlinger Ries gebildet hat. Inmitten des Kraterkessels - zwischen Steinheim und Sontheim - liegt der Klosterberg (Meteorkrater-Zentralberg). Auf ihm befinden sich der beliebte Kletterfelsen Steinhirt und ein Weiher. Am westlichen Fuße des Klosterberges befindet sich die Sandgrube, Fundstätte zahlreicher Fossilien.

Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist von Wald bedeckt. Dazu kommen 400 ha beweidetes Heideland auf dem Kraterrücken, z.B. im Westen die Neuselhalder Heide, im Osten die Steinheimer Heide und im Süden die Heidelandschaften auf dem Burgstall und dem Knillberg. Der Kratergrund ist frei von Wald. Er eignet sich gut zum Anbau von Kartoffeln und Getreide, wohingegen Obst kaum gedeiht.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören die Teilorte Bibersol, Dudelhof, Gnannenweiler, Irmannsweiler, Küpfendorf, Neuselhalden, Söhnstetten, Sontheim im Stubental, Ziegelhütten.

Geschichte

Eine erste Besiedelung von Steinheim am Albuch fand vermutlich in der Hallstattzeit 800-480 v. Chr. statt. Davon zeugen einzelne Grabhügel. Anfang des 5. Jahrhunderts siedelten sich die Alemannen an. Die ehemals vorhandenen Orte Westheim im Westen und Ostheim im Osten verschmolzen zu Steinheim, während das in südlicher Richtung befindliche Südheim seinen Namen in Suntheim und später in Sontheim wandelte.

Urkundlich wurde Steinheim erstmals 839 in einem Grundverzeichnis des Kloster Fulda erwähnt. An dieses ging es vermutlich durch eine Schenkung des fränkischen König Pippin oder Karls des Großen. 1190 wurde durch die Brüder Wittegow und Berengar von Albeck ein Augustiner-Chorherrenstift auf dem Klosterberg gegründet, das später an die Grafen von Helfenstein fiel. Der römisch-deutsche König Albrecht I. erwarb es 1302 und übergab es mit allen Rechten und Besitz an das neugegründete Zisterzienserkloster Königsbronn. Im 15. Jahrhundert wurde der Klosterhof aufgegeben und Bauern übernahmen die Bewirtschaftung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zu zwei Dritteln zerstört.

Religionen

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden „Ungarndeutsche“ – noch unter Bürgermeister Hahn – angesiedelt. Da diese meist zur römisch-katholischen Konfession gehörten, entstand auch eine römisch-katholische Gemeinde. Vorher lebten etwa 2 oder 3 römisch-katholische Familien im ansonsten evangelischen Ort.

Eingemeindungen

  • 1. Januar 1971: Söhnstetten

Politik

Gemeinderat

(Wahl am 13. Juni 2004; 23 statt 22 Sitze)

  • FWG 41,1% (-2,0) – 10 Sitze (=)
  • CDU 30,6% (+1,2) – 7 Sitze (+1)
  • SPD 28,3% (+0,8) – 6 Sitze (=)

Bürgermeister

  • 1980er: Dieter Eisele
  • heute: Rainer Schaller

Gemeindepartnerschaften

seit 1986: Colombelles (Frankreich)

Wirtschaft

Bis zum 19. Jahrhundert herrschten Weberei und Landwirtschaft vor; heutzutage Fertigbau, Handwerk, mittelständische Industrie und Landwirtschaft.

Bildungseinrichtungen

Mit der nach Philipp Friedrich Hiller benannten Hillerschule gibt es im Hauptort eine Grund-, Haupt- und Realschule.

Der Neubau des Steinheimer Schulzentrums beherbergt zudem eine kommunale Musikschule.

Im Ortsteil Söhnstetten besteht eine weitere Grund- und Hauptschule.

Die Grundschule in Sontheim bestand bis 1973 – damals mit allen vier Grundschulklassen in einem Schulraum. Im ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute das Meteorkratermuseum.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke

Weithin sichtbar ist der Turm der Peterskirche.

Naturdenkmäler

Das Wental ist ein Trockental mit sehenswerten Steinfindlingen. In südliche Richtung schließen sich nahtlos das Gnannental und das Hirschtal an. Der Hirschfelsen markiert das Ende des 3-Täler-Verlaufes.

Regelmäßige Veranstaltungen

Sportsfreunde laufen den Geologenlauf. Bierfreunde dagegen sitzen auf dem Söhnstetter Hock.

Literatur

Der aus Steinheim stammende Heimatdichter Rudolf Weit hat zahlreiche schwäbische Gedichte und Geschichten verfasst (z. B. Buchtitel „Sodele – sell wär’s“).

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons
Commons: Steinheim am Albuch – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
Artikel Steinheim am Albuch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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