Steinmauern

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Steinmauern
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Steinmauern hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Koordinaten: 48° 54′ N, 8° 12′ O
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 12,40 km²
Einwohner: 2904 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76479
Vorwahl: 07222
Kfz-Kennzeichen: RA
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 052
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 82
76479 Steinmauern
Webpräsenz:
Bürgermeister: Siegfried Schaaf

Steinmauern ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt. Das Dorf ist etwa 4 km von Rastatt und rund 20 km von Karlsruhe entfernt.

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Rastatt.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Weil das Dorf in der Oberrheinischen Tiefebene liegt, herrscht hier milderes Klima als in anderen Gebieten Deutschlands, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,7 °C.

Am Rande der Gemeinde fließt die begradigte Murg, die alte Murg fließt durch den Ort. Westlich des Ortes fließt der Rhein und bildet die natürliche Grenze zu Frankreich. Gegenüber liegt der französische Ort Munchhausen.

Nachbarorte

Folgende Ortschaften liegen in unmittelbarer Nachbarschaft (im Uhrzeigersinn): Elchesheim-Illingen, Ötigheim, Rastatt, Plittersdorf (zu Rastatt).

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Steinmauern erfolgte im Jahre 1239. Steinmauern war eines der wichtigsten Flößerdörfer am Oberrhein, was über Jahrhunderte für Wohlstand im Ort gesorgt hat.

Vermutlich ist der Ort aber schon viel älter, denn verschiedene Münzfunde, Fundamente römischer Bauwerke und ein im Goldkanal gefundener römischer Meilenstein bestätigen diese Vermutung. Der Ortsname kommt daher, dass die Bewohner des Ortes in der einst inselreichen Auenlandschaft des Rheines Mauern aus Steinen als Schutzwälle für Ihre Behausungen errichtet hatten.

Als wichtige Drehscheibe der badischen Holzwirtschaft waren es im 18. und 19. Jahrhundert die Steinmauerner Flößer, die den überregionalen Ruf und die wirtschaftlichen Belange prägten. Ihnen verdankte der Ort seine besondere Rolle als großer Umschlagplatz und Hauptmarkt, was gewisse Privilegien in der Region mit sich brachte. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand der „Goldkanal“ durch den Einsatz des Kiesbaggers „Rheingold“. Heute ist der Goldkanal eines der wichtigsten Naherholungsziele in der Region und Teil des Pamina-Rheinparks.

Hatte die Gemeinde Steinmauern Im Jahr 1961 nur 1.820 Einwohner, so lebten 2005 bereits 2.916 Menschen in Steinmauern. Durch weitere Ausweisungen von Baugebieten wird sich die Bevölkerung innerhalb von 50 Jahren nahezu verdoppelt haben. Insofern ist diese Entwicklung auch eine Bestätigung der Entscheidung der Steinmaurer Bürger, sich bei der Gemeindereform 1973 nicht mit Rastatt zu einer größeren Gemeinde zu vereinigen.

Religionen

Mit rd. 74 % stellen die Katholiken in Steinmauern den größten Bevölkerungsanteil dar, die Zahl der Protestanten beträgt rd. 15 %, sonstige Religionen sind mit rd. 11 % vertreten.

Charakteristisch für die Ortssilhouette ist der achteckige Glockenturm der katholischen Pfarrkirche. Sie wurde 1837/38 nach Plänen des bekannten herzoglichen Bezirksbaumeisters Johann Ludwig Weinbrenner errichtet. In den letzten Kriegswirren des 2. Weltkrieges wurde die Kirche noch erheblich zerstört und musste in vielen Jahren mühsamer Kleinarbeit wieder hergestellt werden.

Politik

Partnerschaften

Steinmauern unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Steinmaur in der Schweiz.

Sehenswürdigkeiten

Klever-Haus

"Alles menschliche Leben ist Begegnung", ein Zitat, das für das Klever-Haus als Motto stehen könnte. In der Tat, einen Ort zu schaffen, wo man sich begegnen, einbringen, weiterbilden, ..., sich einfach wohlfühlen kann; einen solchen Ort wünscht sich jede Gemeinde. Bei Udo und Marie-Luise Klever war das alte Fachwerkhaus in der Spichstraße 5 immer ein Ort der Begegnung. Mit dem Erwerb hat sich die Gemeinde Steinmauern zu diesem Vermächtnis verpflichtet. Es ist ein Glücksfall für das Flößerdorf, dass sich ein Kreis von Menschen dieser Idee angenommen hat. Mit beispielhaftem Engagement, Kreativität und Tatkraft ist der Verein "KleverHaus e.V." zusammen mit der Gemeinde das Projekt angegangen. Renoviert und neu eingerichtet erwartet die Begegnungsstätte mit einem attraktiven und abwechslungsreichen Programm ihre Gäste.

Kirche Steinmauern hat eine BaWü weit bekannte Kirche (siehe Weblinks).

Museen

Mit der Einrichtung des Flößereimuseums 1996 im Dachgeschoss des Rathauses wurde in liebevoller Kleinarbeit eine Erinnerungsstätte an die Zeit der Flößer geschaffen, die wie keine andere das Schicksal und die Lebensumstände der Steinmauerner Einwohner/innen geprägt hat. 2001 wurde das Museum durch einen großzügigen Freilichtbereich ergänzt. Das Flößermuseum ist Bestandteil des Pamina-Rheinparks.

Freizeit und Erholung

Der Goldkanal als eines der wichtigsten Naherholungsziele ist im Sommer gefragter Ort zum Baden, Rudern, Paddeln, Angeln, Spazierengehen oder einfach nur zum Wohlfühlen. Jahr für Jahr kommen auch Wochenend-Touristen aus dem süddeutschen Raum an den Goldkanal, der für sie schon fast zur zweiten Heimat geworden ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Steinmauern finden rund 380 Menschen in ca. 130 gewerblichen Betrieben Arbeit. Neben den Arbeitsplätzen, und den Gewerbesteuereinnahmen, sind die Betriebe auch für den Erhalt einer gesunden Infrastruktur im Dorf wichtig.

Mit der Ausweisung von neuen Gewerbeflächen ist auch die Zahl neuer Betriebe gestiegen, was die Beliebtheit als Firmenstandort widerspiegelt. Vom Metzger über den Supermarkt, vom Fertigungsbetrieb für CNC-gefräste Bauteile bis hin zu international tätigen Unternehmen der Papier- und Kunststoffbranche spannt sich der Bogen an Betrieben.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Region, ist der steinmauerer Tüftler Karl Julius Späth, dessen astronomische Uhr im Heimatmuseum Rastatt zu besichtigen ist.

Literatur

  • Gottfried Zurbrügg, Eine Uhr für die Ewigkeit - Carl Julius Späth, Uhrmacher und Genie, 2006, ISBN 3-938047-12-7


Quelle:
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