„Steinzeit – Das Experiment – Leben wie vor 5000 Jahren“ ist der Titel eines vierteiligen Dokumentarfilms, der im Mai und Juni 2007 im Ersten gezeigt und von diversen TV- und Radio-Beiträgen begleitet wird. Die Fernsehserie über die Vergangenheit in Europa wurde im August / September 2006 vom SWR unter der Regie von Martin Buchholz produziert. Die Steinzeit ist die Fortsetzung einer Sendereihe zu „Living History“, zu der auch Schwarzwaldhaus 1902 (2002) oder Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus (2004) und Abenteuer 1927 – Sommerfrische (2005) gehören.
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Zwei Familien und eine ältere Frau leben zwei Monate lang unter steinzeitlichen Bedingungen. Sie müssen durch Getreideanbau und Viehzucht selbst für ihre Nahrung sorgen. Zwei alleinstehende Männer brechen einige Tage nach Beginn des Experiments zu einem Fußmarsch auf. Bevor sie entlang einer alten Handelsroute von Bregenz nach Bozen die Alpen überquerten, fuhren sie mit einem Einbaum von Langenargen über den Bodensee nach Bregenz (was jedoch scheiterte). Die Dokumentation zeigt, wie heutige Menschen die Lebensbedingungen einer Zeit vor Industrie, Computer und Dreifelderwirtschaft erleben.
Das sonstige Umfeld wird weitgehend ausgeblendet, lediglich die Alpenüberquerer mussten zwangsweise manche Straßen bzw. Wege überquerern. Allerdings griffen die Produzenten in Notfällen ein. So mussten sie z.B. angesichts starker Regenfälle die Dächer der Häuser abdichten oder die Wanderer, die mit einem Einbaum scheiterten, über den Bodensee bringen.
Die Mitwirkenden sind durchgehend Laiendarsteller, die sich um die Beteiligung beworben haben. Verdienstabsichten sind nicht bekannt. Es handelt sich dabei um zwei befreundete Ehepaare mit je drei Kindern, zwei alleinstehende Männer und eine etwas ältere Frau. Einige Teilnehmer weisen Fähigkeiten auf, die ihnen beim Leben in der Steinzeit helfen, z.B. Kenntnisse als Töpfer oder Schafzüchter. Der Beraterstab besteht aus Medizinern, Archäologen und anderen Wissenschaftlern.
Außerdem gibt es weitere Beiträge in diversen Fernseh- und Radiosendern.
Der Film wurde im Sommer 2006 an einem kleinen See in einem Waldstück bei Fuchsenloch nahe Unterankenreute in einem originalgetreu rekonstruierten kleinem Pfahlbau-Dorf gedreht, welches speziell für diese Zwecke errichtet wurde. Bei Drehbeginn fanden die Teilnehmer das Dorf so vor als wäre es erst von anderen Bewohnern verlassen worden. Es lebten dort Tiere, es wuchs Gedreide auf einem Feld und in der Vorratskammer lagerte ein wenig Nahrung. Nach den letzten Dreharbeiten im Winter Anfang 2007 wurden die Steinzeithäuser am Ufer wieder abgebaut. Sie sind heute im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen zu sehen.
Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet vom Pfahlbaumuseum Unteruhldingen sowie sechs weiteren Wissenschaftlern aus Österreich, der Schweiz sowie Deutschland. Außerdem ist das Experiment Inhalt von verschiedenen Forschungsprojekten des Forschungsinstituts Hohenstein, der Universität Freiburg und des Universitätsklinikums Freiburg. Die Wissenschaftler wollen durch den Praxistest die aus archäologischen Funden gewonnenen Erkenntnisse überprüfen und erweitern. Dazu untersuchen sie die Dorfbewohner mit modernen Geräten wie dem Aktometer.
Es gibt bundesweit begleitende Ausstellungen in archäologischen Museen zu diesem Projekt.
Eine vollständige Liste der Museen in denen Ausstellungen dazu zu sehen sind, ist zu finden unter [1].