Mit Stellenabbau bezeichnet man die Verringerung von Arbeitsplätzen. Diese unternehmerische Maßnahme muss nicht zwangsläufig durch Entlassungen geschehen, sondern wird -- insbesondere mit Blick auf die soziale Verträglichkeit und die politisch-gesellschaftliche Akzeptanz -- häufig durch natürliche Fluktuation umgesetzt.
Unverständnis und Vorwürfe von „Gier“ und „Verantwortungslosigkeit“ erwecken Maßnahmen zum Stellenabbau insbesondere bei Gewerkschaften dann, wenn die wirtschaftliche Lage des Unternehmens noch so gut ist, dass Einschnitte beim Personal nicht erforderlich scheinen. Arbeitgeber hingegen rechtfertigen den Abbau, um strukturelle Probleme in Unternehmen zu überwinden.
Diese Diskussion flammte 2005 in Deutschland mehrfach auf, als große Firmen wie Continental oder die Telekom Entlassungen ankündigten, obwohl ihre Geschäftszahlen positiv waren:
Für das erste Quartal 2006 meldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang der Beschäftigung um 1,3 Prozent bei einem Umsatzwachstum von 9,4 Prozent. 2007 berichtet der Tagesspiegel, dass die 30 größten im Dax vertretenen Konzerne trotz Gewinne ca. 44.000 Stellen abbauten. Dem rechnerischen Stellenzuwachs von knapp 12.000 stehe ein Verlust von mehr als 55.000 Stellen gegenüber. [2]
Die äußerste Form des Stellenabbaus ist die Schließung eines Betriebes. So wurde etwa die Molkerei Müllermilch dafür kritisiert, dass sie ihre Produktion nach Osten verlagerte und dafür ganze Standorte aufgab.
Als positives Gegenbeispiel wird häufig die Firma Trigema angeführt, deren Inhaber Wolfgang Grupp in Interviews erklärt, dass es in seinem Unternehmen seit über 35 Jahren keine Entlassungen aus Arbeitsmangel gab.
Siehe auch: Arbeitsmarkt, Kapitalismuskritik