Der Stamp Act (deutsch: Stempelgesetz, Stempelsteuergesetz, Stempelakte oder auch Steuermarkengesetz) war ein Gesetz zum Erlass einer Stempelsteuer, das am 22. März 1765 durch das britische Parlament verabschiedet wurde. Er bestimmte, dass jedes offizielle Schriftstück und Dokument, aber auch Zeitungen, Karten- und Würfelspiele, in den nordamerikanischen Kolonien (den späteren USA) mit Steuermarken versehen werden musste.
England hatte durch den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) mit Frankreich finanzielle Probleme. Außerdem verschlang die Stationierung von Truppen an der Grenze zum Indianergebiet, die nötig war, um weitere Konflikte zwischen Siedlern und Indianern zu verhindern, ebenfalls Geld. An diesen Kosten sollten die Kolonien nun beteiligt werden.
Aus Sicht der Siedler stellt dieses Gesetz einen Höhepunkt der auf eine gewisse Ausbeutung der Kolonien gerichteten Maßnahmen des britischen Gesetzgebers dar, zumal diese Steuer erstmals direkt nach London floss. Eines der Hauptargumente war, dass die Bürger der Kolonien, die durch diese Steuer betroffen waren, nicht in dem Parlament vertreten waren, das die Steuer erließ. Dieses Argument war später auch für die amerikanische Unabhängigkeitserklärung entscheidend (no taxation without representation – keine Besteuerung ohne Vertretung). Aus diesem Grund war der Stamp Act Anlass für eine Protestresolution, nachdem vom 7. bis 25. Oktober 1765 in New York ein Stempelsteuerkongress stattgefunden hatte. Erster militanter Widerstand erhob sich und verhinderte die erfolgreiche Durchführung des Gesetzes und setzte Handelssanktionen gegen britische Waren durch.
Der Kongress verabschiedete eine Resolution:
Das Gesetz wurde am 18. März 1766 nach aktivem Widerstand der Sons of Liberty durch das Britische Parlament wieder aufgehoben.
Siehe auch: Boston Tea Party, Unabhängigkeitserklärung, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, Magna Charta, Sugar Act