Stephan (István) Burián Graf von Rajecz (* 16. Januar 1852 in Stampfen bei Pressburg; † 20. Oktober 1922 in Wien) war führender Politiker Österreich-Ungarns.
Er war gemeinsamer Außenminister der Doppelmonarchie von 13. Januar 1915 - 22. Dezember 1916 und 16. April 1918 - 24. Oktober 1918, dazwischen gemeinsamer Finanzminister (auch schon 1903-1912), davor ungarischer Minister á latere (Vermittlung zwischen dem Hofe in Wien und den Ministerien in Budapest 1913-1915).
Noch im Frühjahr 1914 sah der Burián die Ursache für den Gegensatz der Monarchie mit Russland in Galizien und nicht am Balkan. Wenn Österreich-Ungarn Russland die Garantie gäbe, polnische und ukrainische Loslösungsbestrebungen, die ihr ja auch selber geschadet hätten, nicht mehr zu unterstützen, hätte die zaristische Außenpolitik keinen Grund mehr gehabt, die Balkanländer gegen die Monarchie zu unterstützen. Dann könnte auch das Bündnis mit Deutschland gelockert werden. Viele warfen Burián seine Starrheit vor, in der Tat blieb er auch als praktischer Politiker ein wirklicher Doktrinär, der die lebendige Wirklichkeit in theoretische Schemata presste und die Dinge, ohne sich um die tatsächlichen Triebkräfte zu kümmern, nach den von ihm aufgestellten Regeln erledigte. Solange, bis sich herausstellte, dass sie ungeeignet waren. Auf den Misserfolg folgte niemals eine Überprüfung der Methode, sondern die Aufstellung neuer theoretischer Schemata (Diószegi S.170-174).