Stephan Weidner

Stephan Weidner (2005)
Stephan Weidner (2005)

Stephan Weidner (* 29. Mai 1963 in Alsfeld) ist Musikproduzent, Bassist und Texter. Zudem war er Kopf der Band Böhse Onkelz.


Inhaltsverzeichnis

Leben

Weidners Eltern Karl-Heinz und Gisela Weidner bekamen nach Stephan noch zwei Kinder, Monika und Carmen. Aus einer früheren Ehe seiner Mutter hat Weidner noch zwei Halbbrüder. Er wuchs in Frankfurt am Main auf, bis sein Vater 1966 die Familie verließ. Weidner entwickelte sich schon in der ersten Klasse zu einem Störenfried in der Schule. Er wurde von allen hessischen Schulen abgelehnt und so konnte er seinen Abschluss nur noch in einem anderen Bundesland machen. 1976 zieht Weidners Vater mit seinem Sohn nach Hösbach in Bayern, aber auch dort machte Weidner seinen Abschluss nicht. In Hösbach lernte Weidner Kevin Russell und Peter Schorowsky, seine späteren Bandmitglieder, kennen.

1982 heiratete er seine Jugendliebe Pia, von der er sich 1992 trennte. Tatjana Buljan trat 1993 in Weidners Leben, mit ihr hat er einen Sohn (Elvis Dion Weidner, *15. Juni 1999).

Musikalische Karriere

Böhse Onkelz

1980 gründete Weidner zusammen mit Kevin Russell und Pe Schorowsky die Böhsen Onkelz. Weidner spielte zunächst E-Gitarre, nachdem Matthias „Gonzo“ Röhr 1981 dazustieß, übernahm er später den Bass. Die Band begriff sich zunächst als Punk-Band in der Tradition von Slime und Abwärts. Besonders Weidner fühlte sich auch vom Anfang der 1980er von England nach Deutschland schwappenden Oi-Punk und der zunächst unpolitischen Skinhead- und Hooligan-Kultur angezogen. Das äußerte sich auch in seinen Texten, die von der BPjM als gewaltverherrlichend eingestuft wurden (siehe dazu Der nette Mann).

An den ersten kommerziellen Veröffentlichungen verdiente er nichts. Das erste Album „Der nette Mann“ wurde 1986 indiziert und auch für „Böse Menschen - Böse Lieder“ (1985) sah die Band kein Geld. In dieser Zeit kam es immer mehr zum Bruch mit der stark auf die rechte Seite abrutschenden Skinhead-Szene. Der Ruf als „rechtsradikaler Skinhead-Rocker“ blieb jedoch trotz Distanzierungen zur rechtsradikalen Szene seinerseits und der Band weiter bestehen. Später spielte die Band auch auf diversen „Rock gegen Rechts“-Konzerten und trat in etlichen Fernsehsendungen auf - beispielsweise 1993, als er friedlich mit Campino von den Toten Hosen bei MTVs „Free Your Mind“ über Fremdenhass und den Einfluss, den Bands auf ihre Fans haben können, diskutierte. Die Skepsis der Öffentlichkeit blieb jedoch, was aber den zunehmenden Erfolg nicht schmälern konnte.

1990 hatte Weidner wie auch die anderen Bandmitglieder einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften. Andreas „Trimmi“ Trimborn, ein sehr guter Freund der Band, wurde in einer Frankfurter Kneipe am 16. Juni 1990 erstochen. Der Mord wurde in den Songs „Nur die Besten sterben jung“, „Der Platz neben mir (Part I+II)“, „Ganz egal“, und „Das Messer und die Wunde“ verarbeitet.

1994 nahm Weidner Russell bei sich zu Hause auf und half ihm, von seiner langjährigen Drogen- und Alkoholsucht loszukommen.

2002 startete er mit ein paar Fans eine Guerillaaktion gegen MTV, bei der er auf dem Münchner Marienplatz haufenweise Fernseher verschrotten ließ und „Keine Amnestie für MTV“ propagierte. Grund dieser Aktion war die aus Sicht der Band und Fans falsche Recherche seitens des Musiksenders im Rahmen ihrer „MTV Masters“-Serie.

2003 traten die Onkelz bei den Rolling Stones als Vorband in Hannover auf, was international, insbesondere in den USA und Großbritannien, heftige Proteste seitens der Medien hervorrief. Am 24. Mai 2004 verkündeten die Onkelz ihr Ende und spielten am 17. und 18. Juni 2005 ihre zwei letzten Konzerte. Weidner hielt spät in der Nacht eine lange Abschiedsrede.

Nordend Antistars

Am 15. Mai 2006 veröffentlichte er zusammen mit anderen Künstlern (u.a. Daniel Wirtz von Sub7even) unter dem Bandnamen „Nordend Antistars“ die Stücke „Unser Stadion - unsere Regeln“ und „Gewinnen kann jeder“ als Stadionhymnen zur Fußball-WM 2006.

mehr dazu im Hauptartikel Nordend Antistars

Gastauftritte bei anderen Bands

Weidner steuerte 1992 für den Dance 2 Trance-Titel „Remember Exxon Valdez” (Album: „Moon Spirits“) die Bass-Riffs bei. Mit der amerikanischen Band Pro-Pain nahm er 2004 für das Album „Fistful of Hate” den Song „Godspeed“ auf, in welchem er den Refrain singt. Auf dem Album „LOVECHAINSNROCKETS“ von Sub7even (2006) übernahm er die Backing-Vocals.

Produzent

Nachdem er schon einen Großteil der Onkelz-Alben produzierte und das Label Rule23 Recordings gründete, wurde er 2000 erstmals für eine andere Band tätig und produzierte für die Band Suprasod deren gleichnamiges Debütalbum. Mit Sub7even, die mit den Onkelz bereits 2001 auftraten, produzierte er deren drittes Album „LOVECHAINSNROCKETS“, welches am 26. Mai 2006 erschien. Ebenfalls 2006 produzierte er die oben genannte Single „Unser Stadion - unsere Regeln“.

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