Als Sterndurchgang (engl. star transit) wird in der Astronomie und Geodäsie die Passage eines Sterns durch das Gesichtsfeld eines Fernrohrs bezeichnet.
Das Bild zeigt 2 helle Sterne am beleuchteten Vertikalfaden (Bewegung nach rechts, Fernrohr-Vergrößerung etwa 10-fach): oben genau am Faden, unten gut 1 Sekunde nach dem Durchgang. Die 2 schwächeren Sterne links bewegen sich am Horizontalfaden entlang. Bei so schwacher Vergrößerung lässt sich die Durchgangzeit nur auf etwa 0,5 s genau messen, was rund 5" entspricht.
Die Messung solcher Durchgänge durch ein Fadennetz ist die Basis vieler Methoden der Astrometrie und Astrogeodäsie - unabhängig davon, wie man die Durchgänge beobachtet:
Sterndurchgänge dienen auch noch für andere Zwecke, etwa
Spezielle astrogeodätische Instrumente besitzen ein ganzes System von parallelen Messfäden - z.B. das Ni2-Astrolab eine 20-fache Strichplatte. Wird nun ein Sterndurchgang durch dieses Netz beobachtet und der "Einzelfaden" ist ± 0,1 s genau, dann ist der Mittelwert von 20 Fäden nach dem Gauß'schen Wurzelgesetz bereits 0,022s (oder 0,3") genau. Auf diese Art konnte man schon vor 100 Jahren Sternpositionen präziser messen, als im Fernrohr ein enger Doppelstern zu trennen wäre. In den 1990ern waren für tausende Sterne des FK5 bereits ± 0,1" möglich.