| AG ist das offizielle Kürzel für den Kanton Aargau und wird hier verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Stetten zu vermeiden. |
| Stetten | |
|---|---|
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Baden |
| BFS-Nr.: | 4041 |
| PLZ: | 5608 |
| Koordinaten: | (665546 / 250426) |
| Höhe: | 383 m ü. M. |
| Fläche: | 4.41 km² |
| Einwohner: | 1509
(31. Dezember 2006) |
| Website: | www.stetten-ag.ch |
| Karte | |
Stetten (Schweizerdeutsch: Schdettte) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Reusstal, etwa in der Mitte zwischen Baden und Bremgarten.
Inhaltsverzeichnis |
Das Dorfzentrum von Stetten liegt etwa einen halben Kilometer nordöstlich der Reuss inmitten einer flachen, leicht geneigten Ebene. Am östlichen Rand der Siedlung befindet sich eine Kiesgrube; sie entstand durch vollständige Abtragung des Moränenhügels Honert, auf dem sich einst das erste Wasserreservoir der Gemeinde befand. Die Industrie- und Gewerbezone im Nordosten ist mit Busslingen zusammengewachsen. Das Gemeindegebiet ist 441 Hektaren gross, davon sind 123 Hektaren mit Wald bedeckt und 74 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 420 Metern an der südöstlichen Gemeindegrenze, die tiefste Stelle liegt auf 348 Metern an der Reuss.
Nachbargemeinden sind Niederrohrdorf im Norden, Remetschwil im Osten, Künten im Südosten, Niederwil im Süden, Tägerig im Westen und Mellingen im Nordwesten.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 998. Während des Mittelalters lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Habsburger. Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Stetten war fortan Bestandteil des Amts Rohrdorf in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Die niedere Gerichtsbarkeit wurde im selben Jahr durch das Städtchen Mellingen erworben. Doch bereits 1494 konnten sich die Dorfbewohner von dieser Herrschaft freikaufen.
Im Jahr 1529 schloss sich die Pfarrei Rohrdorf, zu der Stetten bis 1888 gehörte, der Reformation an. Dieser Schritt wurde jedoch 1531 nach dem Zweiten Kappelerkrieg gewaltsam rückgängig gemacht. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Stetten wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.
Bis weit ins 20. Jahrhundert war Stetten ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Dies änderte sich ab den 1960ern, als Stetten nach dem Eröffnung der nahe gelegenen Autobahn leichter erreichbar war und sich zu einer Wohngemeinde wandelte. Seit 1970 hat sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt, vor allem die 1980er Jahre waren durch einen Bauboom geprägt.
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Rot getatztes weisses Doppelkreuz mit dreigespitztem Fuss, im Schildhaupt begleitet von zwei fünfstrahligen weissen Sternen." Das im Jahr 1939 eingeführte Wappen zeigt das ungarische Doppelkreuz. Es ist ein Hinweis auf Königin Agnes von Ungarn, die 1352 den Hof Stetten dem Kloster Königsfelden geschenkt hatte.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1900 | 429 |
| 1930 | 463 |
| 1950 | 512 |
| 1960 | 544 |
| 1970 | 786 |
| 1980 | 958 |
| 1990 | 1408 |
| 2000 | 1547 |
Am 31. Dezember 2006 lebten 1509 Menschen in Stetten, der Ausländeranteil betrug 15,4 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 53.7 % römisch-katholisch, 25.5 % reformiert und 3,7 % moslemisch; 1,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 90,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,5 % Albanisch, 1,9 % Italienisch, 1,3 % Serbokroatisch, 1,0 % Portugiesisch, je 0,8 % Französisch und Englisch. Die hauptsächlichsten Familiennamen lauten immer noch: Fischer und Humbel.
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann (Gemeindepräsident) der Amtsperiode 2006-2009 ist Ernst Huber (FDP).
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Stetten gehört zum Friedensrichterkreis Rohrdorf.
In Stetten gibt es rund 700 Arbeitsplätze, davon 11 % in der Landwirtschaft, 67 % in der Industrie und 22 % im Dienstleistungssektor. Die meisten Betriebe haben sich in der Gewerbezone am nordöstlichen Dorfrand angesiedelt. Eine wichtige Stellung nehmen Unternehmen der Baubranche ein. Stetten hat etwa gleich viele Zu- wie Wegpendler. Zahlreiche Erwerbstätige arbeiten in der Agglomeration Baden.
Stetten liegt an der wichtigen Kantonsstrasse zwischen Baden und Bremgarten, etwa sechs Kilometer südlich des Autobahnanschlusses Dättwil der A1. Im Dorf zweigt eine weitere Hauptstrasse nach Wohlen ab.
Zwei Postautolinien kreuzen sich in Stetten. Im Halbstundentakt verkehrt die Linie Baden - Stetten - Bremgarten. Stündlich verkehrt ein Bus auf der Linie Wohlen - Stetten - Mellingen. In Mellingen besteht Anschluss an die Linie S3 der S-Bahn Zürich.
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule werden gemeinsam mit der Nachbargemeinde Künten geführt. Die Bezirksschule kann in Mellingen, Bremgarten oder Baden besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden, Wettingen und Wohlen.
Urs Fischer: Unser Stetten. Baden, 1992 (ausführliche Dorfchronik). Urs Fischer, Stetten. In: Die Aargauer Gemeinden 1991. Brugg 1990, S. 72f.
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