Steve Swallow

Steve Swallow (* 4. Oktober 1940 in New York City) ist ein US-amerikanischer Jazz-Bassist.

Biographie

Swallow wuchs in Fair Lawn, New Jersey, auf und hatte als Kind Klavierunterricht bei Howard Kasschau und Trompetenunterricht, bevor er mit vierzehn Jahren zum akustischen Bass wechselte. Er besuchte eine Privatschule in New England, wo er erste Erfahrungen in Improvisation mit seinem Mitschüler Ian Underwood sammelte. An der Yale University studierte er Komposition bei Donald Martino und spielte daneben Dixieland mit Pee Wee Russell, Buck Clayton und Vic Dickenson.

1960 lernte er Paul und Carla Bley kennen, mit denen er nach New York ging, wo er mit Paul Bley, dem Jimmy Giuffre Trio und dem Sextett von George Russell arbeitete, dem auch Eric Dolphy und Thad Jones angehörten. Außerdem trat er u.a. mit Joao Gilberto, Sheila Jordan und Bands unter Benny Goodman, Marian McPartland, Chico Hamilton, Al Cohn, Zoot Sims, Clark Terry, Bob Brookmeyer und Chick Corea auf.

1964 wurde er Mitglied des Art Farmer Quartet und begann zu komponieren. Seine Kompositionen wurden von Jazzgrößen wie Bill Evans, Chick Corea, Stan Getz, Gary Burton, Art Farmer, Phil Woods, Jack DeJohnette, Steve Kuhn, Lyle Mays, Jim Hall und Pat Metheny aufgeführt.

Von 1965 bis 1967 gehörte er neben Gary Burton und Roy Haynes zum Stan Getz Quartet, 1968 wurde er Mitglied von Gary Burtons Quartett, dem er zwanzig Jahre angehörte. Von 1974 bis 1976 unterrichtete er am Berklee College of Music in Boston. Er trat mit Musikern wie Dizzy Gillespie, Michael Brecker, George Benson und Herbie Hancock auf und spielte Aufnahmen mit Stan Getz, Joao Gilberto, Bob Moses, Steve Lacy, Michael Mantler und Kip Hanrahan ein.

1978 wurde Swallow Mitglied der Carla Bley Band. Von 1980 bis 1984 arbeitete er mit John Scofield, teil im Duett, teil im Trio mit Adam Nussbaum. Daneben brachte er als Koprodozent und Carla Bley die Alben Night-GIo (1985) und Carla (1987) heraus und produzierte Alben mit Karen Mantler, Lew Soloff und Niels-Henning Ørsted Pedersen. Daneben arbeitete er in dieser Zeit u.a. mit Joe Lovano, Motohiko Hino, Ernie Watts, Michael Gibbs, Rabih Abou-Khalil, Paul Bley, Henri Texier, Michel Portal und Allen Ginsberg.

Von 1989 bis 1995 arbeitete Swallow häufig im Trio mit Jimmy Giuffre und Paul Bley. Beim London Jazz Festival 1994 führte die Sängerin Norma Winstone ein Konzert mit seinen Kompositionen auf. 1997 gründete er das Steve Swallow Quintet, dem Chris Potter, Ryan Kisor (später Barry Ries), Mick Goodrick und Adam Nussbaum angehörten.

1997 trat Swallow mit dem Trio 2000 auf, dem Paul Motian und Chris Potter angehörten, arbeitete u.a. mit Henri Texier, Lee Konitz und Bob Brookmeyer, Glen Moore, Ettore Fioravanti und Michel Portal und produzierte ein Album mit Christophe Marguet. 1998 arbeitete er u.a. mit Lee Konitz und Paul Motian, nahm am Kopenhagener Jazzfestival teil, trat mit der Harvard University Jazz Band und dem Pianisten Christian Jacob auf und unternahm Tourneen mit Paul Motian’s Electric Bebop Band, mit John Scofield und Bill Stewart und mit Carla Bley.

1999 unternahm er u.a. Tourneen mit dem eigenen Quintett, John Scofield und Bill Stewart, Toots Thielemans, Kenny Werner, Norma Winstone, John Taylor und Ralph Towner sowie mit Carla Bley und Andy Sheppard, und produzierte das Karen Mantler’s Pet Project. 2000 trat er in Japan und Südamerika mit Carla Bley, in Europa mit Paulo Bellinati, Bobby Previte und John Scofield und in den USA mit Bobby Previte und Carla Bley auf.

Diskographie

  • Hotel Hello, mit Gary Burton, 1970
  • Home, 1976
  • Duets, mit Carla Bley, 1988
  • The Life Of A Trio mit Jimmy Giuffre und Paul Bley, 1989
  • Six Pack, mit dem Gary Burton Quartet, 1992
  • Go Together, mit Carla Bley, 1993
  • I Can See Your House From Here, mit John Scofield, Bill Stewart und Pat Metheny, 1994
  • Real Book, 1994
  • Songs With Legs mitCarla Bley und Andy Sheppard, 1995
  • Deconstructed, Steve Swallow Quintett, 1997
  • Are We There Yet?, mit Carla Bley, 1998
Quelle:
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