Die Steyr-Daimler-Puch AG war ein bedeutendes Unternehmen der eisenverarbeitenden Industrie in Österreich das in zahlreiche, heute eigenständige Teilkonzerne zersplittert ist.
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Keimzelle der Steyr-Daimler-Puch AG war die 1830 in Steyr von Leopold Werndl gegründete Fabrik für Gewehre. Josef, Sohn des Firmengründers, führte das Unternehmen 1869 als „Österreichische Waffenfabriksgesellschaft“ weiter. Die Rüstungsproduktion wich ab 1894 dem Bau von Fahrrädern und nach 1918 der Fertigung von Automobilen. Ab 1923 lautete die Firmierung „Steyr-Werke AG“.
Die „Steyr Daimler Puch AG“ entstand aus einer Fusion der Austro-Daimler AG, der Steyr-Werke AG und der Puch-Werke AG. Die Fusionen fanden 1928 zwischen Austro-Daimler und den Puchwerken statt und 1934 mit den Steyr-Werken statt.
Zu den Ingenieuren, die für die PKW-Produktion von Steyr-Daimler-Puch arbeiteten und als Pioniere des österreichischen Automobilbaus gelten, gehörten u.a. Hans Ledwinka (Tatra), Professor Ferdinand Porsche und Karl Jenschke.
Steyr Automobile wurden durch sportliche Erfolge und materialbeanspruchende Expeditionsfahrten von Max Reisch auch weit über die Grenzen Österreichs für ihre hohe Qualität und hochwertige Verarbeitung bekannt. Die Steyr Automobile umfassten anfänglich große 6-Zylinder-Typen II, V, VII und ab 1925 solide Fahrzeuge der Mittelklasse Steyr XII, der vor der Weltwirtschaftskrise in für Österreich hohen Stückzahlen gebaut wurden. Ein Kleinwagen Steyr IV wurde 1922 gebaut, war aber kein wirtschaftlicher Erfolg. 1930 wurde die Kraftfahrzeugproduktion stillgelegt und im darauffolgenden Jahr mit dem Typ Steyr 30 wieder aufgenommen. Die konservative Linie wurde mit den späteren Variationen 430, 530 und 630 weitergeführt. 1932 versuchte Steyr mit dem Steyr-Opel, ein von Opel übernommener Kleinwagen, seine Fabrik auszulasten aber mit geringem Erfolg. Ab 1934 konnten die modernen Stromlinienfahrzeuge Type Steyr 100 bzw. 200 mit Vierzylindermotoren gut verkauft werden. 1936 kam der österreichische Kleinwagen Steyr 50 bzw. 55 (Steyr Baby) erfolgreich auf den Markt. Zugleich wurden auch 6 Zylinder auf den Typen 200 aufbauend gefertigt, Typen 120, 125 und 220. Luxuriöse Cabriolets auf Basis des Typs 220 wurden bei der berühmten Firma Gläser in Dresden in kleinen Serien mit Karosserien versehen. Leider selten kamen österreichische Firmen wie Keibl oder Armbruster zu Einzelaufträgen. Es wurden auch Lastwagen und von den einzelnen Personenwagen abgeleitete Lieferwagen, Kleinlastwagen, Taxi, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge in kleinen Stückzahlen gebaut.
Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurden die Steyr-Daimler-Puch-Werke unter dem neu ernannten Generaldirektor Dr. Georg Meindl rasch wieder zu einem Rüstungskonzern umgeformt, im Kfz-Bereich erwirkt durch den Schell-Plan.Während des Zweiten Weltkrieges dominiert die Rüstungsproduktion mit ca. 32.000 Beschäftigten das den Reichswerken Hermann Göring angeschlossene Unternehmen. Neue Fabriken wurden in Graz-Thondorf (Steiermark) und in St. Valentin (Niederösterreich) errichtet. Hervorzuheben ist auch eine umfangreiche Zusammenarbeit mit DEST in Gusen. KZ-Häftlinge wurden zur Arbeit herangezogen und ausgebeutet (so im KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz, einem Außenlager des KZ Mauthausen). Die Produktionspalette wurde umgehend auf die Produktion des deutschen Standardgewehres, des Karabiners K98, ausgeweitet, und die Entwicklung und Produktion des Maschinengewehrs MG 42 und des Sturmgewehrs StG 44 wurde aufgenommen.
Die für das österreichische Heer entwickelten Type 250 und 640 wurden in geringen Umfang weitergebaut. Die Produktion von PKW – wie den Cabriolets, Limousinen und Behördenfahrzeuge der Typen Steyr 200 und Steyr 220 wurde 1940 beendet. Die Produktion von Personenwagen wurde nicht mehr aufgenommen. 1941 wurde die Erzeugung des Typ 1500 A, einer kompletten Neukonstruktion mit luftgekühltem V8-Motor, begonnen. Auf dieser Konstruktion, die auch Basis für den Neuanfang nach dem Kriege war, wurde auch 1942 der Raupenschlepper Ost entwickelt, der von verschiedenen Firmen in Lizenz gebaut wurde.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestand ein großer Bedarf an Nutzfahrzeugen und Traktoren. Die Produktion von Lastwagen Type 370 mit V8-Benzinmotor wurde 1946 aufgenommen. Im Jahre 1948 wurde der erste Steyr-Diesel 380 Lastwagen vorgestellt. Auf dieser Dieselentwicklung fußt auch die Produktion der Steyr-Traktoren. Da auch der Bedarf an Personenwagen stieg, wurde mit der Firma Fiat ein Assemblingvertrag geschlossen und die Fiat-Modelle kamen als Steyr-Fiat auf den österreichischen Markt. Mitte der 1960er Jahre umfasste das Produktionssortiment Pkw, Lkw, Geländewagen, Traktoren, Landmaschinen, Wälzlager, Jagdwaffen, Panzer, Motorräder, Fahrräder und Werkzeuge. Etwa ein Drittel der Produktion ging in den Export. Bekannte Fahrzeuge waren der Haflinger und der Pinzgauer, die vor allem beim österreichischen Bundesheer, aber auch bei zahlreichen ausländischen Armeen jahrelang eingesetzt waren. Der Puch G ist baugleich mit dem Mercedes G, der auch in Graz gebaut wird. Nur das wesentlich kleinere Vertriebsnetz von Steyr-Daimler-Puch führte dazu, dass das Fahrzeug auch unter der Marke Mercedes-Benz vertrieben wurde.
Berühmte Steyr Panzer sind der in zahlreichen Versionen produzierte Schützenpanzer Saurer der in vielen Ländern verwendet wird (Österreich, Griechenland, Zypern, Afrika etc.), Kürassier (Österreich, Brasilien, Marokko, Botswana, Tunesien, Argentinien etc.) und Pandur (Österreich, Belgien, Slowenien, USA, Kuwait etc.) und ASCOD-Ulan (Österreich, Spanien).
Ab 1980 war die Steyr-Daimler-Puch AG das drittgrößte Industrieunternehmen Österreichs mit etwa 17.000 Beschäftigten. Umstrukturierungen sowie die Auslagerung von Teilen der Produktion auf mehrere Nachfolgeunternehmen ließen diese Zahl bis auf 8.900 im Jahr 1991 sinken.
Nach und nach wurden die einzelnen Produktionssparten verkauft bzw. ausgegliedert:
Die verbleibende Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik AG & Co. KG (SFT) in Graz wurde 2001 mit der Magna Europa AG zur MAGNA STEYR AG & Co KG verschmolzen und als eigenständiger Teilkonzern von Magna International positioniert.
| Typ | Bauzeitraum | Zylinder | Hubraum | Leistung | Vmax |
|---|---|---|---|---|---|
| II (12/40 PS) | 1920-1924 | 6 Reihe | 3325 cm³ | 40 PS (29 kW) | 100 km/h |
| IV (7/23 PS) | 1922-1924 | 4 Reihe | 1814 cm³ | 23 PS (17 kW) | 80 km/h |
| VI Klausen Sport (19/145 PS) | 1922-1924 | 6 Reihe | 4900 cm³ | 145 PS (107 kW) | |
| 60 / VI (12/60 PS) | 1922-1926 | 6 Reihe | 3325 cm³ | 60 PS (44 kW) | 120 km/h |
| V (12/40 PS) | 1924-1925 | 6 Reihe | 3325 cm³ | 40 PS (29 kW) | 110 km/h |
| VII (12/50 PS) | 1925-1929 | 6 Reihe | 3325 cm³ | 50 PS (37 kW) | 100 km/h |
| XII (6/30 PS) | 1926-1929 | 6 Reihe. | 1568 cm³ | 30 PS (22 kW) | 85 km/h |
| VI Sport (15/80 PS) | 1928 | 6 Reihe | 4014 cm³ | 80 PS (59 kW) | 130 km/h |
| VI Sport (17/100 PS) | 1928 | 6 Reihe | 4400 cm³ | 100 PS (74 kW) | 135 km/h |
| XVI (15/70 PS) | 1928-1929 | 6 Reihe | 4014 cm³ | 70 PS (51 kW) | 110 km/h |
| Austria (21/100 PS) | 1929 | 8 Reihe | 5295 cm³ | 100 PS (74 kW) | |
| XX (8/40 PS) | 1929 | 6 Reihe | 2070 cm³ | 40 PS (29 kW) | 90 km/h |
| 30 / XXX / 130 (8/40 PS) | 1930-1932 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 40 PS (29 kW) | 90 km/h |
| 30 Typ 45 Taxameter (8/40 PS) | 1930-1933 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 40 PS (29 kW) | 90 km/h |
| 30 S / 230 (8/45 PS) | 1932 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 45 PS (33 kW) | 110 km/h |
| Steyr-Opel (“Stoppel”) (4,5/22 PS) | 1932 | 4 Reihe | 1169 cm³ | 22 PS (16,2 kW) | |
| 30 SL / 330 (8/45 PS) | 1932-1933 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 45 PS (33 kW) | 95 km/h |
| 430 | 1933-1935 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 45 PS (33 kW) | 110 km/h |
| 100 | 1934-1936 | 4 Reihe | 1385 cm³ | 32 PS (23,5 kW) | 100 km/h |
| 120 Super | 1935-1936 | 6 Reihe | 1990 cm³ | 50 PS (37 kW) | 120 km/h |
| 530 | 1935-1936 | 6 Reihe | 2260 cm³ | 55 PS (40 kW) | 105 km/h |
| 125 Super | 1936-1937 | 6 Reihe | 2078 cm³ | 50 PS (37 kW) | 120 km/h |
| 50 / 55 | 1936-1941 | 4 Boxer | 984 cm³ | 22 PS (16,2 kW) | 90 km/h |
| 200 | 1936-1940 | 4 Reihe | 1498 cm³ | 35 PS (25,7 kW) | 100 km/h |
| 630 | 1937-1939 | 6 Reihe | 2260 cm³ | 55 PS (40 kW) | 100 km/h |
| 220 | 1937-1941 | 6 Reihe | 2260 cm³ | 55 PS (40 kW) | 120 km/h |
| 55 | 1938-1940 | 4 Boxer | 1158 cm³ | 25 PS (18,4 kW) | 90 km/h |
| 2000 | 1953-1959 | 4 Reihe | 1997 cm³ | 65-86 PS (48-63 kW) | 135 km/h |
| 2300 Sport | 1956-1959 | 4 Reihe | 2260 cm³ | 95 PS (70 kW) | 160 km/h |
1 Zylinder
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4 Zylinder
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