Stiebel Eltron ist ein mittelständisches Unternehmen mit Firmensitz in Holzminden, Niedersachsen.
Die im Familienbesitz befindliche Stiebel-Eltron-Gruppe ist Hersteller von Elektro-, Warmwasser- und Heizgeräten sowie von Systemen zur Nutzung regenerativer Energien, Wärmepumpenheizungen, Solarkollektoren und Anlagen zur Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung.
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Am 5. Mai 1924 gründet Dr. Theodor Stiebel (*1894, †1960) mit 20.000 Reichsmark Startkapital in Berlin-Kreuzberg, Reichenberger Straße, die Firma ELTRON Dr. Theodor Stiebel. 1927 entwickelt Dr. Theodor Stiebel den ersten Ringtauchsieders und produziert mit 27 Mitarbeitern den ersten zweistufigen Kleindurchlauferhitzer (1000 Watt).
1934 erfolgt aus Kapazitätsgründen der Umzug von Berlin-Kreuzberg nach Berlin-Tempelhof. Rund 200 Mitarbeiter werden beschäftigt.
Stetig wächst die Produktpalette und bis 1938 sind 35 deutsche und 12 ausländische Patente erteilt worden.
Während des Zweiten Weltkriegs musste die Produktion auf Spezialöfen für Luftschutzbunker, Sohlenbeheizungen und Enteisungsvorrichtungen für Flugzeuge umgestellt werden.
1943 wird der Firmensitz und das Werk in Berlin ausgebombt und es erfolgt der Umzug nach Holzminden.
Nach dem Krieg erfolgte ab 1946 die Wiederaufnahme der Heißwassergeräte-Fertigung mit 400 Beschäftigten in Holzminden und in den Werken Berlin und München. Außerdem werden Elektro-Kohle-Badeöfen vertrieben.
Ab 1949 wird ein neuer hydraulischer Durchlauferhitzer mit der Bezeichnung DH18 produziert.
1952 fertigt Stiebel Eltron auch Bordküchen für Passagierflugzeuge und ab 1957 auch entsprechende Kaffeemaschinen für Linienflugzeuge sowie Kleinspeicher (Boiler).
Das erste Kochendwassergerät vom Typ EBK 5 geht 1958 in Produktion und erreicht im gleichen Jahr eine Stückzahl von 145.000.
Am 9. September 1960 verstirbt der Firmengründer Dr. Theodor Stiebel im Alter von 66 Jahren und überlässt seinen Söhnen Frank Stiebel und Dr. Ulrich Stiebel das Unternehmen je zur Hälfte.
1962 beschäftigten die Dr. Stiebel Werke GmbH & Co mehr als 2.200 Mitarbeiter.
Ab 1964 werden Konvektionsöfen, ab 1965 Bügelmaschinen (Produktion bis Anfang der 80er Jahre) und ab 1969 moderne Elektroheizungen u.a. Nachtspeicherheizungen angeboten.
1969 wird das Unternehmen durch eine außergewöhnliche Werbe-Kampagne mit dem Slogan: „Stiebel Eltron - immer heißes Wasser“, des bekannten Werbefachmanns, Künstler und Fotografen Charles Paul Wilp, bekannt.
Ab 1973 verstärkt Stiebel Eltron den Geschäftsbereich Heizungstechnik und erwirtschaftet im gleichen Jahr einen Umsatz von 123 Millionen Euro (240 Millionen DM).
1976 folgt die Produktion von Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme und ab 1977 werden Solarkollektoren entwickelt.
1987 bietet das Unternehmen weltweit den ersten vollelektronischen Durchlauferhitzer an.
1989 wurde das Unternehmen Hydrotherm Deutschland aufgekauft, zudem seit 1980 auch die Dipl.-Ing. Karl Hagenberger GmbH, ein Großhandelsunternehmen für Heizungstechnik mit Sitz in Aschheim bei München gehörte. Hydrotherm Deutschland war ein 1962 in Frankfurt am Main gegründetes Unternehmen für Gasheizkessel und Brennwertautomaten.
Ab 1991 werden Systeme zur Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung angeboten, der Umsatz der Stiebel Eltron Gruppe beträgt 256 Millionen Euro.
Als erster deutscher Hersteller lässt das Unternehmen ab 1995 Ökobilanzen für Warmwasserspeicher erstellen.
1997 präsentiert Stiebel Eltron das serienreife Verbrennungs- und Sensorsystem SCOT (System Control Technology), das in der Lage ist, selbständig unterschiedliche Gasbeschaffenheiten zu erkennen und Gaswärmeerzeuger in allen europäischen Ländern ohne aufwendige Anpassung bzw. Einstellung vor Ort einer bestimmten Gasfamilie einzuregeln. Hierfür wurde 2000 der 20.000 DM dotierte Innovationspreis für zukunftsweisende Erdgasanwendungen der deutschen Gaswirtschaft vergeben.
1998 wird die Tochtergesellschaft Hydrotherm GmbH (Gasheizgeräte) an die Immergas in Italien verkauft. Heute erfolgt die Wartung und der Service durch die Innotherm GmbH in Langenhagen bei Hannover.
1999 wird das Unternehmen Hauptsponsor des TSV Obergünzburg (Triathlon) und später auch Trikotsponsor für den TBV Lemgo (Handball).
Ab 1999 wird das Integralsystem LWZ 303 produziert, das erstmals alle haustechnischen Systeme in einem Gerät: Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, Heizung und Warmwasserbereitung in Kombination mit einer Luft-Wärmepumpe, vereint.
Stiebel Eltron ist im Jahr 2000 Mitinitator eines Expo 2000-Projektes. 40 Wohnhäuser der “Niedrigenergiehaus Hofanlage Brombeerweg Holzminden” wurden mit unterschiedlichen Systemen fortschrittlicher Energietechnik (Wärmepumpentechnologie, Solarenergienutzung, Brennwerttechnik) ausgestattet.
2001 verlagert das Unternehmen die Produktion von Solarkollektoren aus Griechenland nach Holzminden.
2002 übernahm die Stiebel Eltron Gruppe von Electrolux, die Electrolux Haustechnik GmbH mit der Marke AEG. Es erfolgt die Umfirmierung in EHT Haustechnik GmbH mit Sitz in Nürnberg, mit weltweiter Verantwortung für Entwicklung und Vermarktung von AEG Haustechnik-Geräten. Außerdem Übernahme des Vertriebs für Zanker-Haustechnik und den Inland-Vertrieb der Olsberg Haustechnik GmbH & Co. KG.
2003 betrug der Jahresumsatz 300 Millionen Euro. Beschäftigt waren 2.000 Mitarbeiter.
Im Oktober 2005 gab das Unternehmen bekannt das Werk in Berlin-Tempelhof zu schließen und die 95 Beschäftigten nach Holzminden überzuleiten.
Im Mai 2006 wurde bekannt, dass ein chinesischer Hersteller einen Händetrockner vom Typ HTE 4 von Stiebel Eltron kopiert und in den Verkauf in Deutschland gebracht hat. So waren die Plagiate u.a. in einem Obi-Baumarkt in Höxter zu finden.
Das Lüftungskompaktgerät LWA 303 erhält durch das Bundeswirtschaftsministerium den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2006.
Ende Dezember 2006 stellte die Olsberg Haustechnik GmbH & Co. KG den Inlands-Vertrieb in Deutschland ein, den Stiebel Eltron bisher übernahm.
2006 erwirtschafte Stiebel Eltron einen Umsatz von 417 Millionen Euro (davon 40 % im Ausland) mit ca. 3.000 Beschäftigten, davon 1.450 in Holzminden.
Am 25. Mai 2007 wurden für 10 Millionen Euro fünf neue Fertigungslinien zur Produktion von 40.000 Wärmepumpen u.a. Typ WPC 10 pro Jahr in Betrieb genommen. Zur Einweihung der 6.000 m² große Halle kam auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und Umweltminister Hans-Heinrich Sander.
In einer medienwirksamen Gemeinschaftsaktion mit dem Zoll in Hannover hat das Unternehmen im Juli 2007 rund 200 von 4.000 beschlagnahmten chinesische Plagiate eines Bad-Schnellheizers der CK-Serie von einer 12 Tonnen schweren Walze zerstören lassen. Den wirtschaftlichen Schaden, wenn diese Produkte im Markt geblieben wären, bezifferte der Vertriebsleiter Karlheinz Reitze, auf ca. 1 Million Euro.
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Axel Freiherr von Ruedorffer (ehemaliges Vorstandsmitglied der Commerzbank AG)
Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens ist Bernd Hoffmann.
Die Stiebel-Eltron-Gruppe setzt sich aus einer Dachgesellschaft, die Dr. Theodor Stiebel Werke GmbH & Co. KG und zwei angegliederten Unternehmen zusammen: die Stiebel Eltron GmbH & Co. KG und die Stiebel Eltron International GmbH.