Das Stift Essen war ein Stift für hochadlige Frauen in Essen. Es wurde um 845 vom sächsischen Adligen Altfrid († 874), dem späteren Bischof von Hildesheim, in der Nähe eines Königshofes(?) Astnidhi gegründet, von dem sich der spätere Name von Stift und Stadt ableitet. Erste Äbtissin war Gerswit, vermutlich Altfrids Verwandte.
Aufgrund der Förderung durch die Liudolfinger wurde die Abtei 874/947 reichsunmittelbar. Seine Blütezeit erlebte das Stift ab 973 unter der Äbtissin Mathilde II. Mathilde, Enkelin Kaiser Ottos I. und damit Liudolfingerin, führte das Stift bis 1011, unter ihr kamen die bedeutendsten Kunstschätze des Essener Domschatzes nach Essen. Auch ihre beiden Nachfolgerinnen entstammten dem Liudolfingischen Geschlecht und mehrten damit Reichtum und Einfluss des Stiftes. 1228 wurden die Äbtissinen erstmals als Fürstin bezeichnet, ab 1300 nahmen sie zunehmend ihre Residenz in Borbeck. Es entstand eine Herrschaft zwischen den Flüssen Emscher und Ruhr, zu der die Stadt Essen gehörte. Deren Bestrebungen, Reichsstadt zu werden, wurden vom Stift 1399 und endgültig 1670 vereitelt. Im Norden des Territoriums befand sich seit 1073 das Kloster Stoppenberg, im Süden das Stift Rellinghausen. Zu den Besitzungen des Stifts gehörte auch die Umgebung um Huckarde, an der Grenze zur Grafschaft Dortmund und vom Essener Territorium durch die Grafschaft Mark getrennt. Dem Stift abgabenpflichtig waren rund 3.000 Bauernhöfe in der Umgebung, im Vest Recklinghausen, am Hellweg sowie um Breisig und bei Godesberg. Von 1512 bis zur Auflösung gehörte die Reichsabtei zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
Vögte des Stifts waren nacheinander:
1495 schloss die Abtei einen Erbvogteivertrag mit den Herzögen von Kleve und Mark, wodurch das Stift Essen einen Teil seiner politischen Unabhängigkeit, in der Form, sich selbst einen Vogt zu wählen, verlor. Seit August 1802 war das Territorium von preußischen Truppen besetzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Stift im Jahre 1803 aufgelöst. Das drei Quadratmeilen große Gebiet des geistlichen Territoriums ging 1803 an Preußen, gehörte von 1806/1807 bis 1813 zum Großherzogtum Berg, und gelangte danach wieder an Preußen. Die letzte Äbtissin, Maria Kunigunde von Sachsen, starb am 8. April 1826 in Dresden.
Die Regierungsdaten der Äbtissinnen sind teilweise unvollständig überliefert. Die Reihung der Äbtissinnen zwischen Gerswid II. und Ida ist unsicher, insbesondere hinsichtlich der Äbtissin Agana.
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