Stift Göttweig

Stift Göttweig liegt in der Gemeinde Furth unweit von Krems in Niederösterreich, auf einem Felsen südlich der Donau am Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes.

Stift Göttweig aus der Sicht von Stein
Stift Göttweig aus der Sicht von Stein
Stiftskirche
Stiftskirche
Erentrudiskapelle
Erentrudiskapelle

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Benediktiner-Stift Göttweig wird auch – aufgrund seiner außergewöhnlichen Lage auf einer allein stehenden felsigen Anhöhe – als österreichisches Montecassino bezeichnet.

Der Felsen weist Siedlungsspuren seit der Jungsteinzeit auf. Das Kloster wurde 1083 von Bischof Altmann von Passau gegründet und 1094 unter Bischof Ulrich I. von Passau an die Benediktiner übergeben. Es wurde zur Erschließung des Landes reich mit Land ausgestattet und ist heute noch einer der wichtigsten Grundbesitzer der Gegend.

Von den mittelalterlichen Bauwerken Alte Burg, Krypta und Chor der Kirche sind nur noch Reste vorhanden. Die Erentrudiskapelle aus 1072, bis Mitte des 16. Jahrhunderts Zentrum des Frauenklosters, wurde 2003 restauriert.

Nach einem Brand 1718 wurde das Kloster nach Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt neu aufgebaut; wie beim Stift Klosterneuburg diente auch hier der Escorial als Vorbild. Treibende Kraft dieser Pläne war der Abt Gottfried Johann Bessel. Der Neubau wurde dann auch nach seinem Tod eingestellt.

Von diesem Neubau gilt vor allem die Kaiserstiege als ein Hauptwerk der barocken Architektur in Österreich. Das Deckengemälde ist von Paul Troger und insofern eine Kuriosität, als Kaiser Karl VI. als Apoll dargestellt wird.

Heute betreiben die knapp 60 Mönche unter Abt Dr. Clemens Lashofer ein Exerzitienhaus, ein Jugendhaus und führen ein eigenes Restaurant.

Stiftskirche, Graphiksammlung, Bibliothek, Kunstsammlungen

Die Stiftskirche ist eine Stilmischung aus Spätgotik (Chor) und Frühbarock (Langhaus). Kürzlich wurden romanische Architekturrelikte gefunden. Sie beweisen, dass bereits der erste Kirchenbau annähernd die gleichen Dimensionen hatte wie der bestehende. Die Fassade ist aus dem Jahr 1756 und weist barock-klassizistische Elemente auf.

Die Graphiksammlung ist – nach der Wiener Albertina – die zweitgrößte graphische Sammlung Österreichs. Zu erwähnen ist die Kooperation mit der Donau-Universität Krems, die in Göttweig ein Außeninstitut eingerichtet hat. Die Bibliothek mit rund 140.000 Bänden hat sowohl die Zeit der nationalsozialistischen Aufhebung wie auch die russische Besetzung weitgehend unbeschädigt überstanden. Sie liegt in der Klausur und ist im Rahmen allgemeiner Führungen nicht zugänglich. Daneben verfügt das Stift über umfangreiche und einmalige kunsthistorische Sammlungsbestände von Musikalien, Gemälden, Skulpturen, Waffen und Textilien sowie archäologische und numismatische Bestände.

Von besonderer Bedeutung für die bildwissenschaftliche Forschung und Lehre ist die ca. 30.000 Blätter umfassende druckgraphische Sammlung des Stifts. Der größte Teil des Graphischen Kabinetts stammt aus der Barockzeit und umfasst Werke von deutschen, niederländischen, italienischen, französischen und englischen Meistern. Erwähnenswert ist noch eine Kunstsammlung (als Relikt der barocken "Kunst- und Wunderkammer"). Teile davon sind im Museum im Kaisertrakt ausgestellt.

Literatur

  • Das Benediktinerstift Göttweig in der Wachau und seine Sammlungen, (Text: Gregor Martin Lechner; Fotos: Friedrich Brunner, Verfasser: Lechner, Gregor Martin ; Brunner, Friedrich), München u.a. : Schnell & Steiner, 1988, ISBN 3-7954-0677-3
  • Gregor Martin Lechner: Göttweig. In: Ulrich Faust, Waltraud Krassnig (Hrsg.): Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol. EOS Verlag, St. Ottilien 2000 (Germania Benedictina, III/1), S. 768-843, ISBN 3-8306-7029-X.
  • Geschichte des Stiftes Göttweig 1083–1983. Festschrift zum 900-Jahr-Jubiläum. EOS-Verlag, St. Ottilien 1983 (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige, Bd. 94, H. I-II)
  • Clemens Anton Lashofer: Professbuch des Benediktinerstiftes Göttweig. EOS-Verlag, St. Ottilien 1983 (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige, Erg.-Bd. 26)

Weblinks

Commons
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Quelle:
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