Stift Heiligenkreuz

Stift von Alland aus gesehen, im Hintergrund die A21
Stift von Alland aus gesehen, im Hintergrund die A21

Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz ist ein Kloster der Zisterzienser (OCist) in Heiligenkreuz in Niederösterreich. Es besteht ohne Unterbrechung seit seiner Gründung im Jahr 1133 und ist damit das zweitälteste existierende Zisterzienserstift weltweit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor dem Stift mit der Stiftskirche
Vor dem Stift mit der Stiftskirche

Das Kloster wurde 1133 durch den heiligen Leopold III. aus der Dynastie der Babenberger gegründet. Die Besiedlung erfolgte vom Mutterkloster Morimond in Burgund, erster Abt war Gottschalk. Das reguläre Klosterleben begann am 11. September 1133. Die Reliquien des Sohnes von Leopold III., der selige Otto von Freising, liegen in einem wertvollen Schrein in der Abteikirche des Stiftes Heiligenkreuz. Am 31. Mai 1188 schenkte Leopold V. dem Stift eine 24 cm große Kreuzreliquie, die in der 1983 neuerbauten Kreuzkapelle zu sehen ist.

Neugründungen waren u. a. 1138 das Stift Zwettl, 1202 das Stift Lilienfeld, 1263 das Kloster Goldenkron und 1988 das Priorat Kloster Stiepel in Bochum-Stiepel, das zu einem geistlichen Zentrum des Ruhrgebietes und zum bedeutenden Wallfahrtsort wurde. 1881 übernahm das Stift das Neukloster in Wr. Neustadt.

Zeitweise umfasste das Stift 300 Mönche und Konversen (Laienbrüder).

1683 wurde das Kloster von Türken überfallen und in Brand gesteckt. Beim Wiederaufbau unter Abt Clemens Scheffer wurde das Stift erweitert und barockisiert. Unter Joseph II. blieb das Stift von der Aufhebung verschont, weil die Mönche seit der Gegenreformation mit Pfarrseelsorge und Schulunterricht beschäftigt waren; diese Tätigkeitsfelder galten der Aufklärung als legitim. 1802 wurde eine philosophisch-theologische Hauslehranstalt gegründet. Sie diente der Priesterausbildung für die Klöster Zwettl, Lilienfeld, Heiligenkreuz und Neukloster. 1976 wurde das Institutum Theologicum zur Hochschule erhoben; sie ist heute eine der größten Priesterausbildungsstätten des deutschsprachigen Raums. Papst Benedikt XVI. hat die „Phil.-Theol. Hochschule des Stiftes Heiligenkreuz“ mit Datum vom 28. Jänner 2007, dem Fest des hl. Thomas von Aquin, zur „Päpstlichen Hochschule“ erhoben. Seither trägt sie den Namen "Päpstliche Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz".[1]

Heiligenkreuz besteht seit der Gründung ohne Unterbrechung. Es ist damit nach Stift Rein das zweitälteste durchgehend bestehende Zisterzienserkloster der Welt. Derzeit gehören etwa 75 Mönche dem Stift an. Schwerpunkt ist die Pflege des klösterlichen Lebens, der Liturgie und des des gregorianischen Chorals (Latein). Ein Teil der Mönche nimmt seelsorgliche und wissenschaftliche Aufgaben wahr (17 Pfarren, Hochschule).

In Heiligenkreuz befindet sich auch das Collegium Rudolphinum, ein überdiözesanes Priesterseminar und Studienhaus für junge Männer, die Theologie studieren, um ihrer Berufung zum Priestertum zu folgen.

Außer den üblichen Glocken befindet sich das einzige Glockenspiel in Österreich, bei dem 43 Glocken mittels einer Klaviatur betätigt werden können. Das Glockenspiel wird jährlich am ersten Augustwochenende konzertant bespielt; das ganze Jahr über wird stündlich um 10 Minuten vor dem Stundenschlag ein Kirchenlied aus der entsprechenden liturgischen Jahreszeit (Advent/Ostern/Marienmonat Mai usw.) gespielt.

Klostergebäude

Stiftskirche Heiligenkreuz mit Dreifaltigkeitssäule
Stiftskirche Heiligenkreuz mit Dreifaltigkeitssäule

Im 12. Jahrhundert wurde die dreischiffige romanische Basilika vollendet, die im 13. Jahrhundert durch einen gotischen Hallenchor erweitert wurde. 1674 wurde an die Kirche ein barocker Turm angebaut. Das barocke Chorgestühl wurde 1707 von Giovanni Giuliani († 1744) geschnitzt. Die Orgel wurde 1804 vom k. u. k. Hoforgelbaumeister Ignaz Kober gebaut.

Im Klosterhof vor der Stiftskirche befinden sich eine Dreifaltigkeitssäule und der Josephsbrunnen, die 1739 vollendet wurden.

Südlich der Kirche ist der Kreuzgang, der 1240 vollendet wurde.

Im Kloster befinden sich unter anderem auch die Grabmäler der Babenberger Leopold IV., Heinrich der Jüngere von Mödling, Leopold V, Friedrich I von Österreich und des letzten Babenbergers - Friedrich des Streitbaren, und die Reliquien von Otto von Freising.

Kloster als Wirtschaftsbetrieb

Zum Klosterbetrieb gehören ein Sägewerk, in dem das Holz der angeschlossenen Forste geschnitten wird. Dem angeschlossen ist ein Fernheizwerk, mit dem Teile Heiligenkreuz beheizt werden. Ein weiterer dazugehöriger Betrieb ist das Klosterweingut Thallern in Gumpoldskirchen.

Bekannte Stiftsangehörige

Siehe auch:

Literatur

  • Hermann Watzl: "... in loco, qui nunc ad sanctam crucem vocatur ..." Quellen und Abhandlungen zur Geschichte des Stiftes Heiligenkreuz. Heiligenkreuzer Verlag, 1987.
  • Luigi DiGiovine: Heiligenkreuz. Styria, Graz-Wien 1983, ISBN 3-222-11489-7
  • Dagobert Frey: Das Stift Heiligenkreuz. Filser, Wien u. a. 1926
  • Franz Gaumannmüller: Die mittelalterliche Klosteranlage der Abtei Heiligenkreuz. Heiligenkreuzer Verlag, Heiligenkreuz 1967
  • Alkuin Volker Schachenmayr: Prägende Professoren in der Entwicklung des theologischen Lehrbetriebes im Cistercienserstift Heiligenkreuz 1802-2002. Bernardus, Langwaden 2004, ISBN 3-937634-08-8
  • Alkuin Volker Schachenmayr: Karl Braunstorfer (1895-1978), Abt von Heiligenkreuz und Abtpräses der Österreichischen Cistercienserkongregation. Lukas Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-936872-64-3

Quellen

  1. Kath.net: Stift Heiligenkreuz zur Päpstlichen Hochschule erhoben 8. Februar 2007

Weblinks

Commons
Commons: Stift Heiligenkreuz – Bilder, Videos und Audiodateien

Quelle:
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