Das Stift Tepl (tschechisch Klášter Teplá) ist ein Prämonstratenserkloster am Fluss Tepl in Westböhmen (Tschechien), etwa 10 km östlich von Marienbad. Die Klosteranlagen liegen zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Teplá und sind ein Ortsteil der Stadt.
Stift Tepl wurde 1193 vom Grafen Hroznata als Prämonstratenserkloster gegründet und vom Kloster Strahov aus besiedelt. Unter Abt Johann I. (bis 1233) wurde am 20. Juni 1232 die Klosterkirche im Beisein des böhmischen Königs Wenzel I. vom Prager Bischof Johann II. eingeweiht.
Unter den Äbten Bernhard (1233-1242), Gerhard (1242-1248), Benedikt (1248-1259), Ulrich (1259-1267) und Hugo (1267-1295) wurde die deutsche Kolonisation im Stiftsgebiet gefördert. Neue deutsche Dörfer entstanden (Orte auf -grün,-schlag,-brand,-bach,-berg usw.) neben den noch spärlich verstreuten slavischen Siedlungen.
Abt Hugo erhielt von Papst Gregor X. eine Bulle, in der alle Besitzungen, Freiheiten und Rechte des Stiftes aufgezählt und bestätigt wurden. Die Lateinschule des Stifts Tepl wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von Johannes von Tepl besucht, der die erste neuhochdeutsche Prosadichtung Der Ackermann aus Böhmen verfasst hat. 1380 wurde das Klostergebiet durch die Pest völlig entvölkert. Ab 1384 siedelte Abt Bohus, Edler von Otoschitz (1384-1411) erneut deutsche Kolonisten in der Umgebung an und erteilte den Ortschaften Tepl und Enkengrün am 17. Juli 1385 und 1387 Lichtenstadt das Stadtrecht. In der Hussitenzeit blieb Stift Tepl von Plünderungen verschont. Unter Abt Sigismund Hausmann (1458-1506) blühte das Kloster auf.
Schwierig war für das Kloster die Zeit der Reformation und im Dreißigjährigen Krieg. Nach dem Prager Fenstersturz fanden der Kanzler Wilhelm Slavata und Erzbischof Johannes Lohelius auf ihrer Flucht vorübergehend Asyl im Stift Tepl. Von den Schweden wurde das Stift 1641 und 1648 ausgeplündert. Am 19. April 1659 vernichtete ein Brand das Stift Tepl. Die meisten der heute noch vorhandenen Gebäude und der Innenausbau der Stiftskirche wurden unter Abt Raimund II. Wilfert (1688-1724) geschaffen. Der Bibliothekstrakt stammt erst aus der Zeit des Abtes Gilbert Helmer (1900-1944) zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
An der Wende des 17. zum 18. Jahrhundert wurde das Kloster von Christoph Dientzenhofer im Barockstil umgebaut. Die Fresken stammen zum Teil von Christoph Maurus Fuchs. Unter Abt Chrysostomus Pfrogner (1801-1812) übernahm 1804 das Stift Tepl das Gymnasium in Pilsen und besetzte es mit Lehrkräften aus dem eigenen Ordenshaus.
1879 errichtete die Stadt Marienbad auf der Kreuzbrunnenpromenade ein Denkmal für Abt Karl Reitenberger (1813-1827), den Gründer des Kurortes Marienbad.
Wie die anderen böhmischen und mährischen Klöster wurde auch Stift Tepl nach der gewaltsamen Vertreibung der deutschen Chorherren 1946 im Jahre 1950 vom kommunistischen Regime aufgelöst. Nur die Bibliothek und die Kirche überlebten die kirchenfeindliche Zeit in gutem Zustand. 1990 kamen die Prämonstratenser ins Kloster zurück.