Die Borussia - Stiftung und Kulturgemeinschaft Olsztyn / Allenstein ist eine auf kulturellem Gebiet tätige Nichtregierungsorganisation im Nordosten Polens.
Sie erforscht und vermittelt die Kultur Ermlands und Masurens. Durch Mitgestaltung und Stärkung der Zivilgesellschaft setzt sie sich für Toleranz und Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen ein. Die Leitidee der Borussia ist ein kulturelles Wirken über Teilungen und nationale Konflikte hinaus. Der Verein wurde 2004 mit dem Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte ausgezeichnet.
Die Stiftung "Borussia" entstand 2006 auf eine Initiative der Gründer der Kulturgemeinschaft "Borussia" hin und führt Vorhaben weiter, die von dem 1990 gegründeten Verein initiiert wurden.
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Im Oktober 2005 hat die deutsche Vertretung der Borussia in Trägerschaft des Kompetenzzentrums Mittel- und Osteuropa Leipzig (KOMOEL) ihre Arbeit in Leipzig aufgenommen. Ihre Aufgaben umfassen deutsch-polnische sowie trilaterale Projekte mit dem Schwerpunkt der Jugendarbeit, Studienreisen sowie ein Mitwirken am kulturellen Leben der Stadt und der Region. Die deutsche Vertretung der Borussia wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung.
Das Ziel des Programms ist es, das zivilgesellschaftliche Engagement in Polen, Litauen, Russland, der Ukraine und Weißrussland zu unterstützen und Akteure zusammen zu bringen - nicht nur auf individueller, sondern auch auf institutioneller Ebene. In diesem Zusammenhang organisiert Borussia internationalen Konferenzen, Seminare und Schulungen. Darüber hinaus beherbergt Borussia die polnische Koordinationsstelle für das Programm "Study Tours to Poland" - Studienreisen für herausragende Studierende aus dem Kaliningrader Gebiet, der Ukraine und Weißrussland. Das Programm wird von der Polish American Freedom Foundation gefördert
Borussia ist eine Zentralstelle des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes und erhielt 1996 für ihr Engagement den "Jugend-Oscar" der Körber-Stiftung Hamburg. Borussia organisiert seit 1993 internationale Bildungsprojekte für Schüler und Studenten aus Polen, Deutschland, Frankreich, Russland, Litauen, der Ukraine und Weißrussland. In Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen entstehen Seminare mit Schwerpunkt auf regionalgeschichtliche und soziologische Themen. Darüber hinaus entwickelt und organisiert Borussia Musik-, Kunst-, Umwelt-, Fotografie- und Theaterworkshops, deren Ziel es ist, Vorurteile und Stereotypen zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu schaffen.
Borussia beteiligt sich seit 1992 an internationalen Freiwilligenaustauschprogrammen. Im Rahmen des EU-Programms "Jugend in Aktion" - Europäischer Freiwilligendienst, ist Borussia eine Entsendeorganisation und ein Aufnahmeprojekt für junge Freiwillige zwischen 18 und 30 Jahren. Auf diesem Gebiet koordiniert sie die Arbeit anderer Organisationen, organisiert und betreut Seminare und Schulungen zu Themen des gesellschaftlichen Engagements von Jugendlichen.
Seit April 2005 führt Borussia das Pilotprojekt "Internationale Jugendbauhütte in Ermland und Masuren" durch. Das Programm ermöglicht jungen Menschen aus Deutschland, Polen und Russland unter fachlicher und pädagogischer Betreuung die Arbeit in unterschiedlichen Einrichtungen der Denkmalpflege und Kulturvermittlung.
"Borussia. Kultura. Historia. Literatura" ("Borussia. Kultur. Geschichte. Literatur") erscheint seit 1991. In ihrem sechsten Erscheinungsjahr erhielt die Zeitschrift den Preis der Pariser "Kultura", verliehen an Zeitschriften und Redaktionen, die sich in herausragender Form mit der komplexen Thematik von Grenzregionen befassen.
Bis 2009 soll im ehemaligen Haus der Reinigung "Bet Tahara" am jüdischen Friedhof in Allenstein ein offenes Kulturzentrum eingerichtet werden. Das Gebäude wurde 1913 nach Plänen des bedeutenden Architekten Erich Mendelsohn errichtet. Es blieb das einzige Werk in seiner Heimatstadt und ist bis heute leider das letzte verbliebene Zeugnis jüdischen Lebens in Allenstein. Borussia setzt sich dafür ein, den Ort nicht nur zu erhalten, sondern darüber hinaus zu einem lebendigen Zentrum der Begegnung, der Erinnerung und der Auseinandersetzung mit aktuellen regionalen Themen auszubauen.
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