Die Stimmlippen (auch: Stimmfalten) sind paarige schwingungsfähige Strukturen im Kehlkopf. Sie sind ein wesentlicher Teil des stimmbildenden Apparates (=Glottis) des Kehlkopfes. Sie werden beidseits bei der Phonation (Stimmgebung) durch Anblasen aus dem Brustkorb in Schwingungen versetzt (Bernoulli-Effekt) und bilden damit den Primärschall der Stimme.
Der Spalt zwischen den Stimmlippen wird als „Stimmritze“ (Rima glottidis) bezeichnet. Die hinteren Enden der Stimmlippen sind mit den beiden Stellknorpeln (lat. Cartilago arytaenoidea, Mz. Cartilagines arytaenoideae), auch Aryknorpel genannt, verbunden, welche die Stellung der Stimmlippen zueinander regulieren. Beim Atmen sind die Stimmlippen weit geöffnet, wodurch die Glottis eine charakteristische dreieckige Form erhält. Die Weite der Stimmritze bzw. der Grad ihrer Konstriktion sind für die Artikulation von Sprachlauten bedeutend. Durch den Musculus vocalis kann eine Änderung der Stimmlippenspannung und der Stimmlippendicke erreicht werden. In Verbindung mit dem Musculus cricothyreoideus, der ebenfalls die Spannung und Länge der Stimmlippen ändert, entsteht ein sensibler Regelkreis, mit dessen Hilfe die Lautstärke und Tonhöhe der menschlichen Stimme geregelt wird.
Wenn eine Opernsängerin einen besonders hohen Ton anstimmt, öffnet und schliesst sich die Stimmlippe mehr als 1000 mal in der Sekunde.
Durch Glottisverschluss (auch kurzfristiger Kehlkopfverschluss) entsteht ein Knacklaut.
Die Stimmbänder können mit einem Kehlkopfspiegel oder einem Laryngoskop untersucht werden. Bei der Kehlkopfspiegelung kann durch Verwendung eines Stroboskopes der Schwingungsablauf der Stimmbänder beurteilt werden. Zur funktionellen Untersuchung können mit einem Laryngograph die Stimmbandschwingungen aufgezeichnet werden.
Die Stimmlippen haben einen schichtförmigen Aufbau. Die Basis bildet der Stimmmuskel (Musculus vocalis). Darüber liegt die Lamina propria, die aus drei Lagen von Fasern besteht: Innen Kollagenfasern (ähnlich Baumwollfasern), darüber elastische Fasern (ähnlich Gummibändern, Conus elasticus) und außen lose Fasern, deren Konsistenz ähnlich der von Gelatine ist. Eingehüllt werden die Strukturen durch eine dünne steife Kapsel, das Epithel, das die Form der Stimmlippen aufrecht erhält.
Umgangssprachlich werden die Stimmlippen auch Stimmbänder genannt, obwohl das Stimmband nur durch das Epithel und die beiden oberen Faserschichten gebildet wird.
Artikulation, Kehlkopfpfeifen, Stroboskopie