Stine (Fontane)

In den Jahren 1881 bis 1888 verfasste Theodor Fontane den im Berlin der Gründerzeit spielenden Roman Stine.

Er wurde im Jahrgang 1888/1889 der Zeitschrift Deutschland. Wochenschrift für Kunst, Literatur, Wissenschaft und soziales Leben vorabgedruckt. Die erste Buchausgabe erschien im April 1890 im Verlag seines Sohnes Friedrich (Friedrich Fontane & Co., Berlin).

Inhalt

Die junge Ernestine Rehbein, genannt Stine, lebt in einfachen kleinbürgerlichen Verhältnissen. Gemeinsam mit ihrer verwitweten Schwester Pauline, die zwei Kinder aus zwei verschiedenen Ehen hat, lebt sie ein Stockwerk über der Wohnung ihrer Schwester in einem Wohnhaus in der Invalidenstraße 98e in Berlin. Bei einem abendlichen Diner, mit dem Pauline in kleiner Gesellschaft den Pflichten ihrer Liaison mit dem alten Grafen Haldern nachkommt, lernt Stine den kränklichen jungen Grafen Waldemar Haldern kennen. Dieser verliebt sich in Stine und fängt an um sie zu werben, indem er beginnt sie zu besuchen. Da diese Verbindung ihrer Schwester suspekt wird, rät sie Stine zur Besonnenheit, um nicht ins Gerede zu kommen, ein außereheliches Verhältnis zum Grafen zu haben. Derweil berät sich Graf Haldern mit seinem Onkel über seinen Plan, Stine zur Frau zu nehmen. Dieser rät ihm davon ab, da es die Ächtung seiner Familie nach sich ziehen würde. Der junge Graf von Haldern ist fast schon bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Als jedoch auch Stine ihm ihre Zusage zur Hochzeit verwehrt, begeht er kurz darauf mit Schlafpulver Selbstmord. Stine reist zu seiner Beerdigung und kehrt in ihre einsame Wohnung zurück.

Zum Roman

Stine zählt zu Fontanes realistischen Romanen, die sich dem märkischem Adel und dem Berliner Bürgertum in einer innerlich brüchigen Zeit widmen. Fontane machte die Standesunterschiede wieder einmal, nach seinem bereits erschienenem Roman Irrungen, Wirrungen, zum Thema und löste erneut einen Skandal aus. Obwohl dieser Roman, wie er es selbst an seinen befreundeten Kritiker Paul Schlenther schrieb, „bei Lichte besehen, (...) noch harmloser als Irrungen, Wirrungen ist“, konnte Stine erst im Jahr 1890 erscheinen.

Weblinks

Kompletter Roman bei Gutenberg.de: http://gutenberg.spiegel.de/fontane/stine/stine.htm

Quelle:
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